- Die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG) setzt in Zukunft vermehrt auf Recycling.
- Ab 2020 sollen unter anderem 20 000 Tonnen Bioabfall in Gas umgewandelt werden.
- Das hat die AVG für die Zukunft sonst noch geplant.
Köln – Sollten die Müllgebühren in Köln 2020 steigen, wird das nicht an den Verbrennungsentgelten liegen. „Die Müllverbrennungsanlage ist ausgelastet. Wir werden die Preise wohl nicht erhöhen“, sagt Andreas Freund, Geschäftsführer der Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG).
Die Kölner zahlen pro Tonne Restmüll, der im Niehler Müllofen verbrannt wird, 147,96 Euro. 2018 waren es noch 157,14 Euro. Das Verbrennungsentgelt macht 27,7 Prozent der Müllgebühr aus. Von den 700 000 Tonnen Restmüll, die in Niehl verfeuert werden, stammen 280 000 aus Köln. In der Anlage werden auch Restabfälle aus dem Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Olpe verheizt. In beiden Kreisen organisiert Remondis die Müllabfuhr. Nach Angaben des Steuerzahlerbunds NRW kassiert die AVG pro Tonne vom Kreis Olpe 133,11 Euro, vom Rhein-Erft-Kreis 155,44 Euro.
Das könnte Sie auch interessieren:
Weil die AVG nicht verpflichtet ist, ihre Kalkulationen offenzulegen, gibt es keine Informationen darüber, zu welchem Tonnenpreis Restabfälle von Dritten angekauft werden. Nur so viel: „Der Marktpreis nähert sich an“, sagt Freund.
Müllverbrennung wird das Kerngeschäft der AVG bleiben, „doch Wiederverwertung und die Wertstoffketten haben immer größere Bedeutung“, so der Geschäftsführer. „Aus Umweltgründen, aber auch, weil die Richtlinien der EU es so vorsehen. Grundsätzlich gilt: Recycling geht vor Verbrennung. Und das plant die AVG:
1. Mehr Plastik aus dem Restabfall aussortieren
Die Sortieranlage, in der der Müll landet, bevor er verbrannt wird, soll mit Nahinfrarotgeräten nachgerüstet werden. Damit will die AVG pro Jahr 8000 Tonnen an Folien und Plastiktüten sowie 2500 Tonnen Hartkunststoffe wie Spülmittel- und Shampooflaschen aussortieren. Die Folien werden geschreddert und in der Zementindustrie als Brennstoff eingesetzt. Hartplastik wird zu einem Granulat verarbeitet und als Rohstoff wiederverwendet.
2. Erdgas und Strom aus Bioabfällen gewinnen
Die neue Vergärungsanlage läuft im Probebetrieb. 20 000 Tonnen Bioabfall sollen ab 2020 in Gas umgewandelt und ins Netz der Rhein-Energie eingespeist werden. Die Einspeisungsanlage soll Ende 2019 fertig sein. In der Übergangszeit wird das gewonnene Gas in Strom umgewandelt und zum Betrieb der Kompostierungsanlage genutzt. Der Kompost darf künftig auch Speisereste enthalten.
3. Mehr Altholz verwerten
In Köln können nach der Modernisierung der Anlage in Niehl jährlich rund 120 000 Tonnen Altholz aufbereitet werden. Metallteile wie Nägel bei Paletten oder Scharniere bei Möbeln werden automatisch aussortiert.
4. Methangas aus der alten Deponie Ville wird zu Strom
Das auf der Deponie durch die Zersetzung der Abfälle entstehende Methangas wird verstromt. „Wir sparen mit allen Projekten jährlich 300 000 Tonnen CO2 “, sagt Freund.


