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Autobahn 4Eine Lebensader wird 40 Jahre alt

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Die größte der 69 Brücken, die zwischen Köln und Olpe gebaut werden musste, ist die Wiehltalbrücke. Im Laufe der Jahre hat der Schwerlastverkehr vielen Bauwerken zugesetzt.

Rhein Berg – Vor 40 Jahren, an einem trüben Dezembertag 1976, wurde das letzte Stück der Autobahn 4 von Köln nach Olpe freigegeben. Sogar der Bundesverkehrsminister war erschienen. Eingeweiht wurde der 22,8 Kilometer lange Abschnitt von der Anschlussstelle Gummersbach bis zur A 45 im Autobahnkreuz Olpe-Süd.

Damit war das Bergische nicht nur endlich an den Ballungsraum Köln angeschlossen, sondern hatte auch im Osten einen Anschluss an die Sauerlandlinie, eine der wichtigsten Nord-Süd-Strecken der Republik. Damit war das Bergische ans deutsche und europäische Fernstraßennetz angebunden. Mit der Einweihung Ende 1976 wurde die Autobahn endgültig zur Lebensader für die Region.

Bedenkliche Alternativen

Alternativen zum Streckenverlauf gab es durchaus: Schon die Nationalsozialisten hatten die Idee einer Ost-West-Verbindung durchs Bergische. Mitte der 30er-Jahre wurde eine „Reichsautobahn Köln-Kassel“ geplant. Von der A 3 südwestlich von Rösrath aus sollte sie über Overath, Drabenderhöhe und Denklingen nach Wenden führen. „Für Gummersbach wäre das dramatisch gewesen“, sagt Dr. Dieter Fuchs, zum Zeitpunkt der Eröffnung Stadtdirektor in Wiehl. Die Kreisstadt und der Aggerraum wären praktisch abgekoppelt gewesen von der Autobahn.

Streckenalternative zwei war die „Gelpe-Straße“ vom Königsforst über Bensberg, Untereschbach, Lindlar, Frielingsdorf, Kalsbach und Holzwipper nach Meinerzhagen. Die wäre früh auf die Nordseite des Aggertals geschwenkt und hätte den ganzen kompakten Wirtschaftsraum im Süden Gummersbach sprichwörtlich rechts liegen gelassen.

Am Ende wurde aber die „Oberbergische Straße“ gebaut. Schon um 1959/60 wurde der 30 Jahre alte Gedanke einer West-Ost-Verkehrsachse wieder aufgegriffen. Auslöser war die katastrophale Verkehrssituation in Bensberg. Eine Umgehungsstraße sollte Abhilfe schaffen.

Bis zu 90 000 Autos befahren die A 4 täglich.

Zeitgleich mit dem Rheinisch-Bergischen Landtagsabgeordneten Josef Roesch machte der Oberkreisdirektor des Oberbergischen Kreises, Dr. Friedrich-Wilhelm Goldenbogen, als Mitglied der Landschaftsversammlung in Köln Druck und forderte den Anschluss seines Kreises ans Fernstraßennetz.

In Düsseldorf wiederum konnte sich Unternehmensberater Gerhard Kienbaum, von 1954 bis 1969 FDP-Landtagsabgeordneter, für die Autobahnverbindung starkmachen. Erst recht, als er Mitte 1962 für dreieinhalb Jahre Wirtschafts- und Verkehrsminister des Landes wurde. Die oberbergische Wirtschaft wussten die drei Politiker hinter sich. Überlegungen, es könnte genügen, die Bundesstraße 55 auszubauen, scheiterten jedoch an der dichten Besiedlung im Aggertal. Dieses ist bis heute – auch mit Autobahn – stark vom Verkehr belastet. Jahrelang reichte vor deren Eröffnung der Stau durch Engelskirchen („Ampelskirchen“) von einem Ortsende zum anderen. Also wurde eine Ersatzstrecke für die B 55 geplant. Die EB 55 wurde 1967 zur Autobahn 73 hochgestuft und später in A 4 umbenannt.

Nicht leicht zu bauen

Ein Gezerre, welche der drei Varianten gebaut werden sollte, habe es in Oberberg damals nicht gegeben, erinnert sich der ehemalige Stadtdirektor Dieter Fuchs: „Zum Glück wurde die richtige gewählt.“

Die Autobahn war nicht leicht zu bauen. Sie sollte ebenso Rücksicht auf vorhandene Siedlungen nehmen wie auf Wasserschutzzonen und Erholungsgebiete. Zwischen Köln-Ost und Olpe mussten 69 Autobahnbrücken gebaut werden – und weitere 38 Brücken, die über die A 4 hinwegführen. Dass heute zahlreiche dieser Bauwerke sanierungsbedürftig sind, liegt vor allem an der enormen Zunahme des Schwerlastverkehrs und daran, dass das zulässige Gesamtgewicht der Lastwagen immer weiter heraufgesetzt wurde.

Die A 4 ist aus dem Straßennetz der Region längst nicht mehr wegzudenken. Das Verkehrsaufkommen ist vor allem seit dem Fall der Mauer sprunghaft gestiegen. Zwischen Köln-Ost und Bergisch Gladbach sind heute täglich 90 000 Fahrzeuge unterwegs. Weiter in Richtung Olpe werden es kontinuierlich weniger, auf dem letzten Abschnitt vor der A 45 sind es noch 30 000 pro Tag.

Der Verkehrslärm plagt die Menschen, die dicht an der Strecke wohnen, immer mehr. Und immer öfter werden Lärmschutzmaßnahmen gefordert, sie sind aber längst noch nicht überall realisiert.