Zwei stationäre Radarsäulen an der Kürtener und an der Gladbacher Straße halten Temposünder im Foto fest. Die Stadt delegiert diese Aufgabe.
GeschwindigkeitskontrolleBergisch Gladbach schreibt Mietvertrag für Blitzer aus

Der neue Blitzer an der Gladbacher Straße.
Copyright: Guido Wagner
Die Post kommt immer unscheinbar nach Hause. Ein Briefstempel der Stadt schmückt die Briefe, innendrin ist dann ein unscharfes Schwarzweiß-Foto eingelegt. Nun ja, das reicht meistens aus bei den ertappten Verkehrssündern, um eine kleinere oder größerer Überweisung zur Stadtkasse zu tätigen. Meist sind es Summen ab 30 Euro.
Das Geschäft mit der Geschwindigkeitsüberwachung ist lukrativ für die Stadt Bergisch Gladbach. In diesen Tagen können sich interessierte Firmen bewerben. „Dienstleistung der stationären Geschwindigkeitsüberwachung auf Basis eines Mietgeschäfts für 5 Jahre (01.06.2026 bis 31.05.2031) an zwei Standorten“ ist in der Ausschreibung zu lesen.
Dienstleister für die Geschwindigkeitsüberwachung
Es geht konkret um Arbeiten „im direkten Zusammenhang mit der Einrichtung der stationären Anlagen, insbesondere die bauliche Planung, Umsetzung und Kontrolle der Maßnahme sowie Wartung und Einweisung der Belegschaft der Ordnungsbehörde.“ So weit die Angaben der Stadt.
Dass Dienstleister mit Geschwindigkeitsüberwachung betraut werden, ist gängige Praxis, nicht nur in der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung. In der aktuellen Ausschreibung geht es um die beiden Standorte für die stationären Blitzeranlagen. Autofahrer kennen die Aufstellplätze genau: an der Kürtener Straße in Höhe Hausnummer 75 (Ecke Dombach-Sander Straße) und an der Gladbacher Straße, ungefähr in Höhe Hausnummer 54, Ecke Hungenberg.
Neue Modelle in futuristischem Design
Dies sind auch die einzigen stationären Blitzer im Gladbacher Stadtgebiet, eine älteres Modell kurz hinter der Refrather Ortseinfahrt (Fahrtrichtung Refrath) ist seit Jahren außer Betrieb. Die Stadt lässt es stehen, wohl als Abschreckung für ortsfremde Autofahrer. Auch hinter Herkenrath an der Landstraße stand früher ein Modell „Starenkasten“, nach einer Kollision mit eine Pkw ist es nicht zurückgekommen.
Die neueren Modelle, für die Stadt jetzt Betreiber sucht, sind schlanke Säulen in schwarz. In ihrem dunklen Design könnten sie auch Teil einer futuristischen Ausstellung im Kunstmuseum Villa Zanders sein. Autofahrer sollten jedenfalls angesichts der Blitzersäulen auf der Hut sein und nicht schneller als das vorgeschriebene Tempo 50 unterwegs sein. Ansonsten kann es kräftig ins Geld gehen und aus 30 Euro werden schnell mehr.
Die Stadt, übrigens, lässt nicht nur mit den Säulen blitzen. Es gibt auch halbstationäre Anlagen, die mithilfe eines Anhängers an passenden Standorten im Stadtgebiet platziert werden können. Diese agilen Einheiten stehen, wie ihre stationären Kollegen, oft über Tage an derselben Stelle und sind auch zu Nachtzeiten wachsam. Auch an der Kürtener und Gladbacher Straße sollten Autofahrer weiterhin angepasst fahren. Und der Mietvertrag läuft nun bis Ende Mai 2031.

