Stamm Folke Bernadotte kämpft weiter um den Standort – 4400 Unterschriften sollen Weg für einen Bürgerentscheid ebnen.
Kampf für die JugendarbeitPfadfinder starten Bürgerbegehren für den Quirlsberg

Auch vor politischen Sitzungen im Rathaus Bensberg demonstrierten die Pfadfinder bereits für den Erhalt des Q1 für die Jugendarbeit. Uta Böker
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Erst Gespräche mit Politik und Verwaltung, dann Protest und öffentlicher Druck – jetzt greifen die Pfadfinder zum Instrument der direkten Demokratie. Der Stamm Folke Bernadotte will mit einem Bürgerbegehren für den Erhalt des Standorts Quirlsberg 1 für die Kinder- und Jugendarbeit kämpfen. Ziel sei es, die Bergisch Gladbacher selbst über die Zukunft der mehr als 1200 Quadratmeter großen Fläche entscheiden zu lassen.
Damit geht der seit Monaten geführte Streit um das langjährige Domizil der Pfadfinder in eine neue Runde. Wie mehrfach in dieser Zeitung berichtet, hatten die Pfadfinder zunächst versucht, Politik und Verwaltung von einem Erhalt des Gebäudes zu überzeugen, und später mit öffentlichen Aktionen den Druck erhöht. Nun ist das angekündigte Bürgerbegehren auch offiziell im Ratsinformationssystem der Stadt angekommen. Dort wird der Antrag unter dem Titel „Erhaltung des Standorts Quirlsberg 1 für die Jugendarbeit“ geführt.
Die Entscheidung war vor den entsprechenden Ratssitzungen längst getroffen worden.
Die Pfadfinder begründen den Schritt damit, dass ihre Sorgen und Alternativvorschläge aus ihrer Sicht bislang nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. „Die Entscheidung war vor den entsprechenden Ratssitzungen längst getroffen worden“, kritisiert Stammesführer Janis Reinhold. In den Beratungen sei auf die Bedenken des Stammes nicht eingegangen worden. Auch den bisherigen Umgang mit dem Thema sieht der Stamm kritisch und wirbt deshalb ausdrücklich dafür, nun die Bürger entscheiden zu lassen.
Im Mittelpunkt steht dabei längst nicht nur das eigene Stammheim. Die Pfadfinder warnen davor, dass in der Innenstadt künftig deutlich weniger Fläche für Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung stehen könnte. Aus ihrer Sicht würde der Platz dafür um knapp 1000 Quadratmeter schrumpfen. Gerade eine gut ausgestattete Jugendarbeit sei jedoch wichtig, argumentiert der Stamm.
Pfadfinder kritisieren, das weiterhin Fragen zur Zukunft des bisherigen Gebäudes offen seien
Zugleich kritisieren die Pfadfinder, dass aus ihrer Sicht weiterhin Fragen zur Zukunft des bisherigen Gebäudes offen seien. So sei nicht geklärt, was damit geschehen solle und welche Folgekosten etwa bei einem Abriss entstehen könnten. Auch sehen die Pfadfinder offene Fragen dazu, ob das Jugendzentrum Q1 seine bisherige Arbeit fortführen könne, sollte ihm auf dem Zanders-Gelände künftig weniger Platz zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um die Argumentation des Stammes; die Stadt hat zu diesen Punkten andere Planungen und Bewertungen in die politischen Beratungen eingebracht.
Für das Bürgerbegehren wartet nun allerdings eine hohe Hürde. Nach Angaben der Pfadfinder werden knapp 4400 Unterschriften von Bergisch Gladbacher Bürgern benötigt. Sobald die Sammlung beginnt, will der Stamm deshalb nicht nur selbst Unterschriften sammeln, sondern Unterstützer dazu bewegen, auch in ihren Nachbarschaften aktiv zu werden.
Thema Q1 steht bereits bei der Stadtratssitzung im Ratssaal Bensberg am 13. Oktober auf der Tagesordnung
Kommt die erforderliche Zahl zusammen und folgt der Stadtrat dem Bürgerbegehren inhaltlich nicht, könnte es zum Bürgerentscheid kommen. Dann wären die Bergisch Gladbacher selbst am Zug. Das Thema steht bereits auf der Tagesordnung der Ratssitzung am 13. Oktober um 17 Uhr im Rathaus Bensberg.
Für den Stamm Folke Bernadotte wäre das die nächste Stufe eines Konflikts, über den diese Zeitung seit Monaten berichtet. Nach Gesprächen, Protest und politischen Debatten soll die Frage nach der Zukunft des Quirlsbergs nun aus Sicht der Pfadfinder nicht mehr allein im Bergisch Gladbacher Rathaus entschieden werden.
