Passagiermaschinen der Lufthansa stehen auf dem Flughafen Frankfurt. Der Dax-Konzern wird Köln nach Jahrzehnten verlassen.

Eilmeldung

Dax-Konzern: Lufthansa will Köln nach Jahrzehnten verlassen

Abo

Navigation

KStA PLUS abonnieren

Abo-Angebote

Artikel teilen

Schriftgröße ändern

Artikel zur Merkliste hinzugefügt

Rückgangig

Artikel von der Merkliste entfernt

Sie folgen nun

Rückgangig

Sie folgen

Belkaw chlort weiter Insekten sollen Bakterien ins Gladbacher Wasser gebracht haben

Wasser Glas

Symbolbild

Erst vor einer Woche vermeldete der Energie- und Wasserversorger Belkaw auf Nachfrage dieser Zeitung, er stelle die Chlorung von Teilen des Trinkwassers aus dem Wasserwerk Refrath binnen Wochenfrist ein. Jetzt die Wende: Die Chlorung wird fortgesetzt.

Der Grund: In Teilen der Trinkwasserversorgungsanlagen sind laut Belkaw „punktuell“ umweltcoliforme Bakterien gefunden worden. Diese sind zwar – anders als coliforme Bakterien fäkalen Ursprungs – für den Menschen ungefährlich, dürfen aber laut Trinkwasserverordnung trotzdem nicht im Trinkwasser vorkommen (siehe auch „Gefundene Bakterien“).

Rhein-Berg: Belkaw fand „mikrobiologische Verunreinigung“

In Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt werde die Chlorung des Trinkwassers daher fortgesetzt, teilte Belkaw-Sprecher Eugen Ott am Montagnachmittag mit. Wie berichtet werden Teile des Trinkwassers aus dem Refrather Wasserwerk nun bereits seit dem 19. August gechlort. Damals hatte die Belkaw den Nachweis „mikrobiologischer Verunreinigungen“ als Grund für die Chlorung genannt.

Die gefundenen Bakterien Umweltcoliform versus coliform

Umweltcoliforme Bakerien, wie sie in Teilen des Refrather Wasserwerks gefunden wurden, sind in der Umwelt weit verbreitet, haben aber nach Experteneinschätzung im Gegensatz zu coliformen Bakterien fäkalen Ursprungs keine Auswirkung auf die menschliche Gesundheit. Gleichwohl dürfen gemäß Trinkwasserverordnung weder die einen noch die anderen coliformen Bakterien im Trinkwasser vorkommen.

Der Nachweis jeglicher coliformer Bakterien ist laut Landesgesundheitsamt unterdessen ein „Hinweis auf einen nicht ordnungsgemäßen Zustand in einem Versorgungssystem“. Insofern sind sie Indikatoren dafür, dass es eine Schadstelle im System gibt, die es zu finden und reparieren gilt. (wg) 

Wie diese immer wieder ins Trinkwasser kommen? Mittlerweile hat der Wasserversorger dazu offenbar erste Erkenntnisse: „Offenbar wurden die Bakterien durch Fluginsekten eingetragen, die ihren Weg über ein Belüftungsrohr in einen Teilbereich des Wasserwerks gefunden haben“, so Belkaw-Sprecher Ott.

Vorsorgliche Desinfektionsmaßnahmen

Das Problem sei mittlerweile behoben worden, so die Belkaw am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung: „Aktuell werden, neben der vorsorglichen Desinfektionsmaßnahme, in den betroffenen Anlagenteilen geeignete Maßnahmen zur Beseitigung und intensive Reinigungsmaßnahmen durchgeführt.“ Bis zum Abschluss der arbeiten werde die Chlorung aufrechterhalten, so der Wasser- und Energieversorger in seiner Mitteilung.


Warum Chlor als Desinfektion?

Die Chlorung ist eine Art der Desinfektion, bei der dem Trinkwasser Chlor in Form von Chlorgas oder Natriumhypochlorit zugesetzt wird. Chlor ist ein leicht flüchtiges Mittel zur Desinfektion von Trinkwasser und laut Trinkwasserverordnung zugelassen. Bereits kurze Zeit nach Entnahme des Wassers aus der Leitung ist es nicht mehr wahrnehmbar. (wg)


Dabei betonen die Verantwortlichen der Belkaw erneut, dass auch das gechlorte Wasser „hygienisch einwandfrei“ sei, alle „strengen gesetzlichen Anforderungen für Trinkwasser in Deutschland“ einhalte und „problemlos für alle Anwendungen und den menschlichen Genuss verwandt werden“ könne. Dies umfasse „ auch die Zubereitung von Säuglingsnahrung“, so die Belkaw.

Von der Chlorung betroffen sind die Bergisch Gladbacher Stadtteile Asselborn, Bärbroich, Lückerath, Bensberg, Bockenberg, Mitteleschbach, Kaule, Moitzfeld, Refrath, Alt-Refrath, Kippekausen, Frankenforst und Lustheide. Darüber hinaus erhalten das nun gechlorte Trinkwasser Bewohner auf Kürtener Gemeindegebiet, konkret in den Ortsteilen Spitze und Dürscheid, sowie Menschen im Overather Stadtgebiet. Dort sind laut Belkaw die Stadtteile beziehungsweise Orte Klefhaus, Untereschbach und Immekeppel betroffen.