Nach einem Wasserschaden breitet sich Schimmel in einem Raum der GGS Wittenbergstraße in Refrath aus. Über diesem Raum lernen Zweitklässler.
Schimmel im GebäudeRefrather Grundschüler klagen über Kopfschmerzen

Dunkle Flecken belegen den Schimmelbefall.
Copyright: Förderverein
„Untragbar“ und „verantwortungslos“ sind die Worte, die bei Eltern am häufigsten fallen, wenn es um die aus ihrer Sicht Untätigkeit der Stadtverwaltung bei einem schweren Wasserschaden mit massivem Schimmelbefall im Gebäude der GGS Refrath geht. Drei Jahre lang hat die Stadt nichts unternommen.

Auch hier dunkle Flecken - Schimmel
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Jetzt klagen Kinder, die in den darüberliegenden Klassenzimmern Unterricht haben, ständig über Kopf-, Hals- und Augenschmerzen. „Wir sind absolut schockiert über die Untätigkeit der Stadt“, sagt eine Mutter, Mitglied des Vorstands des Fördervereins . „Unser Vertrauen in die Stadt, dass sie ihre Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder und ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger wahrnimmt, ist zerstört.“ Konkret betroffen von einem Wasserschaden aus dem Jahr 2023 ist ein großer Mehrzweckraum im Souterrain eines Nebengebäudes der Grundschule an der Wittenbergstraße.

Feuchtigkeit drückt aus den Wänden
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Das Wasser stand damals dort knöchelhoch, Schimmel bildete sich an Wänden und Decke. Die Ursache für den Wassereinbruch konnte nie geklärt werden, der Schaden wurde nie behoben. „Seitdem ist der Raum abgesperrt und darf nicht mehr betreten werden“, berichtet der Vorstand des Fördervereins.
Stadtsprecher Patrick Ortmanns betont auf Anfrage der Redaktion: „Es gibt derzeit aus fachlicher Sicht keinen Hinweis darauf, dass weitere Schließungen notwendig werden.“ Das Problem liegt, so die Eltern, im Erdgeschoss, in den beiden Klassenzimmern, die direkt über dem gesperrten Mehrzweckraum liegen. Dort verbringen etwa 60 Zweitklässlern und ihre Lehrerinnen tagtäglich mehre Stunden.
Eltern in Sorge
„Wir Eltern machen uns große Sorgen, denn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind spürbar“, so der Förderverein. Seit einem Jahr würden Kinder immer wieder über Ausschläge, Kopf-, Hals- und Augenschmerzen klagen. Laut Aussage einer Klassenlehrerin hätten sich die Krankschreibungen der Kinder gegenüber dem ersten Schuljahr, das die Kinder in einem anderen Gebäude verbracht haben, fast verdreifacht.
Eine Lehrerin, die als Klassenlehrerin in einem der Räume arbeitet und die eine gesundheitliche Vorbelastung der Lunge hat, sei seit mehreren Wochen erkrankt. „Wir haben die Sorge, dass unsere Kinder und die Lehrer gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind und niemand zeigt sich dafür zuständig. Wir fühlen uns im Stich gelassen“, heißt es in einem Schreiben an die Stadtverwaltung.
Messungen der Schadstoffe
Mehrfach haben Schule und Förderverein in den vergangenen Jahren den zuständigen Fachbereich schriftlich auf den Zustand des Gebäudes hingewiesen und um Abhilfe gebeten: Zuletzt noch einmal ausdrücklich in zwei Briefen im November 2025 und Juni 2026. Irritiert sind die Eltern zudem, dass beim Gesundheitsamt der Schaden bei der GGS Refrath gar nicht bekannt ist, wie eine Anfrage ergeben habe. Vor einer Woche, nach dem jüngsten Brief des Fördervereins, haben dann doch noch einmal Schadstoffmessungen stattgefunden.
„Aufgrund der Sorge der Schulgemeinschaft hatte die Verwaltung zusätzliche Messungen veranlasst, um das Sicherheitsgefühl wieder herzustellen“, berichtet Ortmanns. Die von einem unabhängigen Gutachter festgestellten Werte in den beiden Klassenräumen lägen unter den Grenzwerten, so habe es, sagt der Förderverein, im Anschluss an den Termin geheißen. Dies nimmt den Eltern ihre Sorgen aber nicht, zumal man den Schimmelgeruch in den Klassenräumen riechen könne.
Auswirkungen auf lange Zeit
„Die Auswirkungen von Schimmelbefall und -sporen in der Luft lassen sich kaum verlässlich messen“, berufen sich die Eltern auf wissenschaftliche Quellen. Im Leitfaden des Bundesamtes zum Beispiel heißt es, „dass aus einem solchen Schaden kontinuierlich, über längere Zeit hohe Mengen lebensfähiger Sporen und Stoffwechselprodukte abgegeben werden können.“
Eine schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht. Der Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft hatte zwar vor einem Jahr beschlossen, das Nebengebäude inklusive kontaminierten Mehrzweckraum abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Aber die Umsetzung lässt noch auf sich warten. „Die zur Auslagerung während der Baumaßnahme in Vorbereitung befindliche Containeranlage ist in der Planung“, sagt Ortmanns.Der Aufbau solle in den nächsten Monaten mit der Schule abgestimmt werden.
Dann hat das neue Schuljahr längst begonnen. Vor einigen Tagen hat sich eine Mutter doch noch einmal direkt an Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) gewandt. Einer der abschließenden Sätze in ihrem Brief lautet: „Ich habe meinen Glauben in eine Verbesserung der Umstände verloren.“

