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Gegen soziale AusgrenzungDas Patenprojekt erfüllt seit 20 Jahren Kinderwünsche

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Vier Kinder springen Seil in einer Sporthalle.

Mitmachen: Gegen die Ausgrenzung von Kindern aus finanziellen Gründen will das Patenprojket des Kinderschutzbundes Rhein-Berg helfen.

2006 gründete der Kinderschutzbund Rhein-Berg die Aktion: „Große helfen Kleinen“. Rund 1.800 Kindern konnte man soziale Teilhabe ermöglichen.

Soziale Benachteiligung ist früh zu spüren: Die Freundin hat Malunterricht, eine andere lernt vielleicht Reiten, der Freund geht regelmäßig zum Fußballtraining - nur einer bleibt außen vor. Denn Freizeitbeschäftigungen, die Geld kosten, sind für Familien, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen oder in einer vergleichbaren finanziellen Situation sind, oft kaum zu bezahlen.

Weil Mädchen und Jungen ganz schnell isoliert sind, wenn sie nicht bei dem mitmachen können, was für ihre Freunde selbstverständlich ist, entstand 2006 beim Kinderschutzbund Rhein-Berg „Das Patenprojekt - Große helfen Kleinen“. Das Ziel: Kindern aus Familien, die Sozialleistungen beziehen, den Zugang zum sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen und Ausgrenzungen entgegenzuwirken – unabhängig von Herkunft oder Hintergrund.

Rund 1.800 Kindern hat das Patenprojekt bisher geholfen

Sport, Musikunterricht oder andere Freizeitaktivitäten – Angebote, die viele Familien aufgrund geringer Einkommen nicht finanzieren können, werden durch das Projekt zugänglich gemacht. Für Kinder aus einkommensschwachen Familien bedeute die Unterstützung mehr Chancen und soziale Zugehörigkeit. Für Kinder geflüchteter Familien, gehe es zusätzlich um Integration und Sprachförderung, erläutert der Kinderschutzbund. Nun feiert das Patenprojekt sein 20-jähriges Bestehen.

Was 2006 als einfache, aber wirkungsvolle Idee begonnen habe, sei heute fester Bestandteil sozialer Unterstützung, so der Kinderschutzbund. Seit der Gründung habe das Patenprojekt rund 1.800 Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und dabei 2.200 individuelle Hilfen umgesetzt.“ Hinter jeder einzelnen Zahl steht eine persönliche Geschichte – von neuem Selbstvertrauen, besseren Bildungschancen und dem Gefühl, dazuzugehören“, so Angelika Krell, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes und ehrenamtliche Mitarbeiterin im Patenprojekt.

Die Nachfrage steigt

Die Hilfe erfolge dabei schnell und unbürokratisch, was für viele Familien entscheidend sei. Anfragen kämen von Erziehungsberechtigten, Schulsozialarbeitern, Jugendämtern und karitativen Organisationen. Finanziert werde das Projekt durch Spenden von Privatpersonen, Initiativen und Stiftungen sowie durch den Härtefallfonds der Stadt Bergisch Gladbach. „Dabei gilt ausdrücklich: Sämtliche Spenden werden ausschließlich für die Fördermaßnahmen eingesetzt und fließen nicht in Verwaltungskosten“, betont der Kinderschutzbund.

Seit seiner Gründung verzeichne das Patenprojekt jedes Jahr steigende Nachfragen. Aktuell engagierten sich acht Ehrenamtliche, die sich regelmäßig treffen, um Anfragen zu prüfen und schnell zu helfen. Für die Zukunft plant der Kinderschutzbund, das Angebot im Rheinisch-Bergischen Kreis noch bekannter zu machen, um noch mehr Familien zu erreichen und weitere kleine Erfolgsgeschichten zu schreiben.

Wie die eines Jungen, an den sich Kinderschutzmitarbeiterin Dorothea Grönke erinnert. Dessen sehnlichen Wunsch, an einem Fußballcamp teilzunehmen, konnte das Patenprojekt erfüllen. „Innerhalb kürzester Zeit beobachtete seine Mutter, wie sich sein Selbstbewusstsein spürbar stärkte – mit wie viel Freude er das Trikot trug und wie selbstverständlich er sich plötzlich zugehörig fühlte“.