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Tödliche UnfallstreckeStraße bei Dürscheid weiter ohne Schutz – Raser bleiben Problem

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Ein Kreuz für vier tödlich verunglückte Teenager steht an der Dürschtalstraße bei Kürten-Dürscheid.

Die Gedenkstätte für die vier Teenager, die hier am 16. August ums Leben kamen, mahnt auch: Hier fehlt immer noch eine Leitplanke.

Die Leitplanke im Dürschtal bei Kürten sollte längst stehen. Straßen NRW bestätigt auf Nachfrage die erneute Verzögerung.

„Leitplanke für Unfallkurve bis Ende 2025 – Nach tödlichem Unfall geht es jetzt schneller“, hatte diese Reaktion noch im September 2025 getitelt und sich damit auf die Zusagen des Landesbetriebs Straßen bezogen. Demnach sollten die seit einer Straßensanierung im Jahr 2021 entlang von Teilen der Dürschtalstraße fehlenden Leitplanken nun kurzfristig installiert werden. Geschehen ist jedoch bis heute: nichts. Obwohl die Schutzplanken seit fast einem Monat fertig sein sollten.

Einen Zeitplan können wir leider nicht vorlegen, da dies von den Arbeiten der Leitungsbetreiber abhängt
Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW zur möglichen Montage der seit fünf Jahren fehlenden Leitplanken im Dürschtal

Und was noch brisanter ist: Es gibt – wie vor dem tödlichen Unfall vom August 2025, bei dem vier Teenager auf der Straße ums Leben kamen – keinen Zeitplan, bis wann die Schutzplanken installiert werden sollen. Das geht aus einer Nachfrage der Redaktion beim zuständigen Straßenbaulastträger, dem Landesbetrieb Straßen hervor.

Ungeachtet dessen, ob eine Schutzplanke den tödlichen Unfall vom August hätte verhindern können, bei dem der Fahrer offenbar mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen ist, hatte die Diskussion um die Installation der seit mehr als vier Jahren fehlenden Schutzeinrichtungen nach dem Unfall erneut Fahrt aufgenommen.

Unfallmarkierungen zeigen, wo am 16. August 2025 ein mit fünf jungen Menschen besetztes Auto von der Straße abkam.

Auch dort, wo der tödliche Unfall am 16. August 2025 geschah, fehlte auf der Außenseite der Kurve eine Leitplanke.

Die Leitplanken hatten nach der Straßensanierung von 2021 laut Landesbetrieb wegen Telekommunikationsleitungen im Boden nicht installiert werden können. Zwar hatte der Landesbetrieb den Betreiber der Leitungen aufgefordert, diese zu verlegen, nach eigenen Angaben jedoch keine Frist gesetzt, so dass sich über Jahre in der Sache nichts getan hatte.

Bis ins Verkehrsministerium war nach tödlichem Unfall Druck gemacht worden

Nach dem tödlichen Unfall am 16. August 2025 hatte dann nicht nur der Kreis kurzfristig die Unfallkommission einberufen, an der neben der Straßenverkehrsbehörde auch Polizei und der Landesbetrieb Straßen als Straßenbaulastträger teilnahmen, und auf eine Lösung des Themas gedrängt. Auch der damals noch im Amt befindliche Landrat Stephan Santelmann hatte sich eingeschaltet und beim NRW-Verkehrsministerium interveniert, damit von dort aus die nötige Leitungsverlegung im Dürschtal forciert würde.

Bereits seit 2022 gilt im Dürschtal Tempo 50 – weil Schutzplanken entlang der kurvigen Straße fehlen.

Wegen fehlender Schutzleitplanken gilt seit mehr als drei Jahren Höchsttempo 50 auf der Dürschtalstraße.

Mitte September hatte der Landesbetrieb Straßen daraufhin eine erneute Nachfrage der Redaktion dahingehend beantwortet, dass „nach Austausch mit den Telekommunikationsunternehmen“ davon auszugehen sei, dass die „Bauarbeiten zur Umverlegung der Leitungen im Oktober ausgeführt“ würden, so das die Installation der Leitplanke – auch in der Unfallkurve – „bis spätestens Ende des Jahres abgeschlossen sein werden“.

Bislang sind laut Landesbetrieb lediglich „Suchschachtungen“ erfolgt

In der Folge waren auch Erd- und Markierungsarbeiten entlang der Straße im Dürschtal durchgeführt worden. Allerdings, so teilt der Landesbetrieb der Redaktion nun auf erneute Nachfrage mit, habe es sich dabei lediglich um „Suchschachtungen“ gehandelt – „um die genaue Lage und Anzahl der Leitungen festzustellen“.

Warum danach noch nichts geschehen ist? „Wie wir von den Leitungsbetreibern erfahren haben, vereinbaren diese momentan die Konditionen mit der Baufirma“, so ein Sprecher des Landesbetriebss Straßen: „Damit wir die Schutzplanke montieren können, sollen die vorhandenen Leitungen in einem Graben zur Seite verdrückt werden“, so der Landesbetrieb-Sprecher.„Ist dies nicht möglich, müssen die Leitungen getrennt und verlängert werden.“