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Kita-Plätze in KürtenElternbeirat hat Zweifel an gesicherter Versorgung

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Bunte Kinder-Gummistiefel stecken paarweise auf einem hölzernen Ständer in einem Kindergarten-Raum

Kritisch blicken die Beiratseltern in den Ortsteil Bechen. Aus Sicht der Träger der Jugendhilfe ist es nicht vertretbar, dauerhaft Räume anzubieten, wenn es gleichzeitig Betreuungsplätze in einer zumutbaren Entfernung zum Wohnort gebe.

Die Darstellung des Kreises ist aus Sicht des Beirats nicht stimmig: Es müsse zwischen Bedarfsplanung und Realität unterschieden werden, so das Gremium.

Nachfragen hat der Jugendamts-Elternbeirat Rhein-Berg zur Kindergartensituation in der Gemeinde Kürten. Anders als es das Jugendamt des Kreises darstelle, sei die Situation aus Sicht des Beirats nicht stimmig. Es müsse zwischen Bedarfsplanung und Realität unterschieden werden, so das Gremium. In den Mitteilungen des Kreises werde der Eindruck erweckt, die Versorgung mit Kindergartenplätzen sei „gesichert“. Eine Prognose für das kommende Kindergartenjahr sage aber nichts darüber aus, ob Familien heute einen Kindergartenplatz für den Nachwuchs bekommen.

Kritisch blicken die Beiratseltern in den Kürtener Ortsteil Bechen. In der Evangelischen Kindertagesstätte habe bereits 2025 eine Gruppe mit 13 Kindern aufgelöst werden müssen aufgrund von Schimmelbefall in einem als Betreuungsraum genutzten Container. Damit sei die Zahl der Kitakinder von 66 auf 53 gesunken. Nun habe das Jugendamt kommuniziert, dass eine Übergangslösung mit einer Betreuung in einem Mehrzweckraum auslaufen werde in diesem Sommer. Damit sinke die Zahl der dort betreuten Kinder auf 40.

Der Elternbeirat hat Sorge, dass die Wege für die Eltern länger werden

Der Elternbeirat, so wird es in einem Brief an Kürtens Bürgermeister Mario Bredow geschildert, habe die Sorge, dass die Wege für die Eltern deutlich länger werden: Nicht jedes Kind, das in Bechen lebe, werde auch in Bechen einen Kindergartenplatz bekommen. Das Jugendamt habe bereits informiert, dass für die Deckung der Bedarfe eine räumliche Flexibilität über Gemeindegrenzen hinaus erforderlich sei.

Diese „Flexibilität“ bedeute für viele Familien längere Wege, weniger Planbarkeit und Betreuung nicht dort, wo sie gebraucht werde. „Aus Elternsicht passt das nicht zusammen, weder mit der Lebensrealität der Familien noch mit dem Anspruch, Versorgung verlässlich sicherzustellen.“ Um die Nutzung des Mehrzweckraums weiterhin zu sichern, prüfe der Elternbeirat derzeit geeignete Maßnahmen. Auch ein Um- oder Anbau sei vorstellbar.

Aus Sicht der Eltern droht in Bechen eine kritische Situation

„Es braucht jetzt eine schnelle, pragmatische, verlässliche Übergangslösung und eine klare Perspektive“, beschreibt Alexandra Kirch au der Evangelischen Kita Bechen die Situation. Aus Sicht der Eltern droht eine kritische Situation, weil von einem als Ersatz geplanten Anbau der Katholischen Kita St. Antonius Einsiedler noch nichts zu sehen sei.

Auf Nachfrage der Elternschaft führt Bürgermeister Mario Bredow aus, dass der Start der zusätzlichen Gruppe an „Einsiedler“ um ein Jahr nach hinten verschoben worden sei, auf 2027/2028. Dies hänge mit den deutlich rückläufigen Geburtenzahlen zusammen. Im Kindergartenjahr 2026/2027 würden im U3-Bereich die vorgesehenen Versorgungsquoten vollständig erreicht und auch im Ü3-Bereich nahezu die angestrebte 100-Prozent-Quote. Ein Anbau an die Evangelischen Kita in Bechen sei in der Vergangenheit geprüft und als nicht wirtschaftlich bewertet worden. Aus Sicht der Träger der Jugendhilfe sei es nicht vertretbar, dauerhaft Räume anzubieten, wenn es gleichzeitig Betreuungsplätze in einer zumutbaren Entfernung zum Wohnort gebe. Der Elternbeirat zeigt sich enttäuscht: Freie Plätze irgendwo lösten das Problem nicht, wenn die Gemeinde Kürten insgesamt Plätze verliere.