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Karnevalszug VoiswinkelBunt wie ein Regenbogen zogen die jecken Gruppen durch die Straßen

3 min
Als Papageien verkleidete Menschen jubeln.

Bunte Paradiesvögel: So zogen die Knallköpp durch Voiswinkel.

Mit 735 Akteuren in 27 Gruppen und Wagen war es einer der längsten Karnevalszüge, die sich je durch den Ort geschlängelt haben.

Wenn die Treckerdichte auf den Straßen rund um Voiswinkel deutlich zunimmt und die Flotte der orangeroten Wagen des Odenthaler Bauhofes auf dem Berg anrückt, dann kann man sicher sein, dass bald ein kunterbuntes Völkchen die Szene beherrscht. „En Voiswinkel, do jeiht et rund, jeck wie d'r Rähnboge bunt“, hatten sich die Jecken auf die Fahnen geschrieben, die den diesjährigen Zug gestalteten. Mit 735 Akteuren in 27 Gruppen und Wagen war es einer der längsten Karnevalszüge, die sich je durch den Ort geschlängelt haben, vorbei an winkenden und feiernden Zuschauern.

„Bisher läuft es“ , freute sich der routinierte Zugleiter Thomas Gierlich, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts lief, mit Ausnahme des Zugleiters, der an den bereits in Position stehenden Wagen und Zuggruppen vorbei zu seiner Lok eilte, die schon unter Dampf stand, um das Startsignal zu tröten.

Bunt, fröhlich und freundlich - so will Voiswinkel die Welt

Bunt sollte der Zug sein, so wollten es die Veranstalter, und das nicht nur aus Liebe zur Farbe, sondern auch als Botschaft: Bunt, fröhlich, vielfältig, tolerant, offen und menschenfreundlich: „In Zeiten, in denen wir das dringend brauchen, wollen wir die Welt ein bisschen heller machen“, so Gierlich.

Karnevalisten, kostümiert in den Farben des Regenbogens, werfen Kamelle von einem Wagen.

Bunt wie das Leben zeigte sich der Karnevalszug Voiswinkel 2026.

Da ließen sich die Voiswinkler nicht lange bitten: Die Knallköpp flatterten als knallbunte Papageien durch den Zug, die Schwarzbroicher Buure, traditionell als Piraten in Schwarz-Weiß unterwegs, zeigten sich mit Haaren in allen Farben des Regenbogens und Dat jecke Völkche hatte die eigentlich als schnöde Schwimmnudeln gedachten Schaumstoffstangen zu schillernden Regenbögen geadelt.

Die Bürgerwehr will in der Turnhalle ordentlich durchwischen

Die Mitglieder der Bürgerwehr fegten als mannsgroße Wischmopps durch die Straßen, um mal so richtig durchzuwischen. Als dankbares Objekt böte sich die Turnhalle der Grundschule Voiswinkel an, meinte Kurt Kleiner. Vielleicht auch die Villa Kunterbunt, denn Pippi Langstrumpf kümmerte sich gestern nicht um den Haushalt, sondern um Kamelle in Voiswinkel.

Eine Gruppe von Pippi Langstrumpfs in einem Karbnevalszug.

Auch Pippi Langstrumpf hatte ihre Villa Kunterbunt verlassen und wanderte durch Voiswinkel.

Zu Gast auch die Nachbarn der KG Fidele Fründe vum Katterbach. Die wollten aber nichts davon wissen, dass sie genaugenommen närrische Immigranten sind: „Fuchs und Kater sin seelenverwandt – ein Regenbogen sich von Voiswinkel bis Katterbach spannt“, klärten sie auf. Ohnehin entspringe der Katterbach direkt angrenzend, so Thomas Lammerich.

Die letzten Mutzikaner feierten mit Würstchen, statt mit Kamelle

Das konnte man gelten lassen, während der Fanfarenzug Meinerzhagen und das Schalmeien-Orchester Haiger wirklich eine lange Anfahrt hatten. Für die Sauerländer ist Voiswinkel eine von mehreren Etappen auf ihrer Tour durchs karnevalistische Rheinland.

Die letzten Mutzikaner, denen Grillwürstchen genauso am Herzen liegen wie Kamelle, legten gleich 450 Bratwürste auf den mitgeführten Grill. „Wir feiern, dass das Dreigestirn aus unserem Stamm kommt“, so Heiko Weinandy.

Ein Dreigestirn mit Prinz, Jungfrau und Bauer in rot-weißem Ornat winken von einem Festwagen.

Prinz Bernd II., Jungfrau Jana und Bauer Marc hoch oben auf dem Festwagen.

Das Trifolium der Interessengemeinschaft Voiswinkeler Karnevalsfreunde (IVK) reihte sich mit seinem Festwagen als Höhepunkt des Zuges ein: Prinz Bernd II. (Wenzke), Jungfrau Jana (Wenzke) und Bauer Marc (Stefer) krönten eine gelungene und außergewöhnliche Session mit dem Zug durch die Menge und bedankten sich beim närrischen Volk mit Kamelle.