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Umzug ins Dhünntalstadion?Der Odenthaler Campus ist zu eng für Schulen und Baustellen

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Ein Kran und mehrere Unterrichtscontainer stehen auf einem Baugelände.

Seit die Odenthaler Grundschule Opfer des Hochwassers 2021 wurde, wird in Containern neben dem abgerissenen Gebäude unterrichtet.

Die Verwaltung will mehr Sicherheit und die Grundschule ins Dhünntalstadion verlagern. Dann wäre auch für die Bauarbeiten mehr Platz.

Zu eng, zu laut, zu gefährlich: Wenn irgendwann die Bagger und Kräne anrücken, um die Grundschule Odenthal an der Buchmühle neu zu errichten, dann droht auf dem Schulcampus der Ausnahmezustand. Auf engstem Raum drängen sich in der Dhünnschleife schon jetzt die Gebäude von Gymnasium und Realschule, der Turnhallenbau, die massive Containeranlage der Grundschule, dazwischen die Schulhöfe und freizuhaltende Rettungswege.

Auf demselben Gelände sollen nun auch noch der Neubau der Grundschule und der Erweiterungsbau des Gymnasiums entstehen. Nur noch fünf Meter würde dann der Abstand an einigen Stellen zwischen Schul- und Baugruben betragen, erklärte André Schade, Fachbereichsleiter Bauen und technische Dienste im Schulausschuss.

Drei Baustellen müssten gleichzeitig auf dem Campus abgewickelt werden

„Ein absolutes Nadelöhr“, das sich negativ auf den Schulbetrieb, aber auch auf die Baustelle auswirken würde, befürchtet die Verwaltung. Verschärfend komme noch die ausgelagerte Kita-Elterninitiative Kobolde im nächsten Jahr auf das Areal zurück, die 2021 ebenso wie die Grundschule Opfer des Hochwassers geworden war.

Angesichts von dann drei Baustellen gleichzeitig auf engstem Raum schlägt die Verwaltung einen Befreiungsschlag vor: den vorübergehenden Umzug der Grundschule auf das nahe Gelände des Dhünntalstadions. Das hatte in der Vergangenheit schon mehrfach als Notquartier herhalten müssen – für Flüchtlings- und Schulcontainer, als zeitweilige Bleibe der Kita Kobolde, für die Offene Jugendarbeit (Ojo).

Das marode Umkleidegebäude müsste abgebrochen werden

Nun vielleicht auch für die Grundschule. Die nötigen Klassencontainer könnten dort aufgebaut werden, wo heute noch die maroden Umkleiden des Sportplatzes stehen, die dafür abgebrochen werden müssten, so Schade. Über die nötigen Anschlüsse verfüge die Örtlichkeit. Das Gelände war in der Planung der Gemeinde bisher für den festen Bau der Offenen Jugendarbeit (Ojo) vorgesehen.

Verzögerungen für den Stadionumbau, so meint die Verwaltung, solle es durch die Grundschulverlagerung nicht geben, auch bleibe der bisherige Standort der Ojo unberührt. Auch die gerade mit Rasen ausgestattete Sportstätte bleibe dem Sport erhalten. Drei separate Container plant man neben der Containerschule für den Sport, mit Umkleiden, Duschen und Toiletten.

Die Abrisskosten müsste die Gemeinde Odenthal zahlen

Der Schulhof soll nach der Planung zwischen den heutigen Umkleiden und der Straße entstehen, die Skateanlage nach Möglichkeit nach Süden versetzt werden. Da man für das Dhünntalstadion neue Klassencontainer anmieten würde, könnte der Unterricht in den bisherigen Klassenräumen so lange fortgeführt werden, bis die neuen Container zur Verfügung stünden. Ein nahtloser Übergang sei geplant.

Die Kosten der Interimsschule (Errichtung der Container, Außenanlagen, Ausstattungen, Miete) werden wegen des anerkannten Flutschadens grundsätzlich zu 100 Prozent vom Land getragen. Die Vorbereitung des Dhünntalstadions (Abriss und Umkleidecontainer) muss die Gemeinde Odenthal aufbringen. Man rechne derzeit mit geschätzt 100.000 Euro Mehrkosten durch die Schulauslagerung, rund 30.000 Euro davon allein für den Abriss des Umkleidengebäudes.

Mehr Sicherheit durch Entzerrung von Schul- und Baustellenbetrieb

Dafür gewinne man im Gegenzug aber Sicherheit, könnte man Schul- und Baustellenbetrieb entzerren, erspare man den Grundschülern ein bis zwei Jahre Unterricht neben einer lärmenden Baustelle und schaffe gleichzeitig Raum für Baugeräte und Materiallager. Das wiederum könnte kostensenkend wirken, hofft die Verwaltung.

Entscheiden muss nun die Politik, die sich im Planungsausschuss noch mit den Details befassen wird. Auch die Kostenfrage, die die FDP schon im Schulausschuss genauer beantwortet haben wollte, wird dann wohl noch mal Thema sein. CDU und Grüne zumindest signalisierten aber schon jetzt grundsätzlich Bereitschaft, den Weg wohl mitgehen zu können. Grünen-Chef Norbert Dörper: „Den Sicherheitsaspekt finde ich ausschlaggebend.“