Am frühen Samstagmorgen ist es an der Polizeiwache in Overath-Untereschbach zu einer Detonation gekommen. Die Hintergründe sind noch unklar.
Staatsschutz ermitteltExplosion hinter der Polizeiwache in Untereschbach

Die Polizeiwache in Untereschbach. Hier ereignete sich die Detonation.
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Am Tag danach ist es wie immer an einem Sonntag im Umfeld der Polizeiwache in Overath-Untereschbach. Fußballeltern bringen ihre Kinder im FC-Barcelona-Trikot zum benachbarten Sportplatz, auf der Anlage trainiert der Nachwuchs eifrig. Anwohner gehen mit ihren Hunden spazieren oder sind auf dem Weg, um Sonntagsbrötchen zu kaufen.
Die Kindertagesstätte der „Erdmännchen“ ist sonntags geschlossen. Von der Explosion hinter der Polizeiwache am frühen Samstagmorgen (11. Juli) hat keiner der Passanten etwas mitbekommen. Die Überreste der Explosion haben die Beamten mittlerweile gesichert, die Materialien werden vom Staatsschutz ausgewertet. Polizisten waren gegen 5.15 Uhr auf einen lauten Knall aus dem Bereich der Straße Am Lüderich aufmerksam geworden.
Umgebung abgesucht
Als sie die Umgebung der Feuerwache anschließend absuchten, stießen sie nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei Köln auf die Überreste einer zerbrochenen Glasflasche und mehrere Nägel. Eine Tür auf der Rückseite der Polizeiwache war durch die Wucht der Detonation beschädigt worden. Auch die Überdachung einer Terrasse eines gegenüberliegenden Wohnhauses wurde laut Polizei und Staatsanwalt beschädigt. Zu einem Feuer kam es durch den Vorfall nicht.
Die Polizei sucht Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, im Wohngebiet der Straße Am Lüderich oder im nahen Stadtteil Untereschbach. Die Polizeiwache liegt rund 150 Meter entfernt von der Hauptkreuzung des Ortes, erreichbar ist sie von der Landstraße in Richtung Rösrath-Hoffnungsthal.
Autobahn in der Nähe
In der Nähe befindet sich auch die Autobahnauffahrt Untereschbach der Autobahn 4 Köln – Olpe, die nächsten Ausfahrten Richtung Köln liegen auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet. Ob bei der Explosion tatsächlich eine Nagelbombe gezündet wurde, wird in den kommenden Tagen von den Beamten ermittelt. Da verfassungsfeindliche Hintergründe nicht ausgeschlossen werden können, hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.
So viel ist sicher: Die Täter haben ein hohes Risiko in Kauf genommen, Polizisten der Polizeiwache hätten die Täter bei den Vorbereitungen überraschen können. Außerdem liegt der Tatort der Polizeiwache an einer vielbefahrenen Landstraße, der rückwärtige Zugang liegt an der Wohnstraße Am Lüderich. Zahlreiche Wohngebäude befinden sich in direkten Nachbarschaft zur Polizeiwache.
Zur Tatzeit kurz nach 5 Uhr ist es in diesen Sommertagen bereits hell. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichten, wird mit Hochdruck ersucht, die Hintergründe des Anschlags zu ermitteln. Hinweise an die (0221) 22 90.
