Das Ingenieurbüro Forplan stellt dem Stadtrat den aktuellen Stand und Verbesserungsmaßnahmen vor.
BrandschutzFeuerwehr Overath auf gutem Weg - Wo es noch klemmt

Die Freiwillige Feuerwehr Overath ist in einigen Punkten schon gut aufgestellt. Besonders an der Nachwuchsgewinnung muss allerdings noch gearbeitet werden. (Symbolbild)
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Einen Einblick, wie es derzeit genau um die Freiwillige Feuerwehr in Overath bestellt ist, haben die Ratsmitglieder und Besucher der jüngsten Ratssitzung erhalten. Für die Fortschreibung des sogenannten Brandschutzbedarfsplans, der darlegt, wie eine Stadt für Brandschutz und Hilfeleistung sorgen will, hatte die Stadtverwaltung das Planungs- und Ingenieurbüro Forplan engagiert, das auf Gefahrenabwehr spezialisiert ist. Patrik Habeth von Forplan erklärte, was aktuell vorhanden ist, was fehlt und wo genau gehandelt werden muss. Eines schonmal vorweg: So schlecht sieht es gar nicht aus.
Denn während der Laufzeit des Brandschutzbedarfsplans seien 7,3 Millionen Euro in die Verbesserung der Feuerwehr investiert worden, was als vorbildlich zu bezeichnen sei.
Einen Einsatz pro Tag im Durchschnitt
So stellte sich heraus, dass die Freiwillige Feuerwehr Overath mittlerweile durchschnittlich einen Einsatz pro Tag bewältigt, wobei es nicht jeden Tag um einen Brand geht, sondern vor allem um technische Hilfeleistung. Auch eine hohe Zahl an Fehlalarmen belaste laut Habeth die Einsatzkräfte. „Das sollte man in den kommenden Jahren im Auge behalten, besonders da es sich in Overath um freiwillige Einsatzkräfte handelt“, meinte Habeth und deutete auch an, dass es Leute gebe, die eher die Feuerwehr rufen würden, als einen Techniker für so manches Problem zu beauftragen.
Die räumliche Versorgung im Stadtgebiet werde überwiegend erreicht, allerdings gebe es Abstriche in den Randgebieten. Hier sei es ratsam, die Selbsthilfe in der Bevölkerung zu stärken.
Jüngere Kräfte müssen gewonnen werden
Eine starke Überalterung könne man bei einem Durchschnittsalter der aktiven Kräfte von 38 Jahren zwar nicht feststellen, allerdings liege der Idealwert bei 35. 24 Kräfte werden in den nächsten Jahren in die Kategorie „über 60 Jahre“ wechseln, sodass die Stadt um jüngere Kräfte werben sollte.
Was die Gesamtanzahl an Feuerwehrkräften betrifft, so sei diese seit 2006 stabil auf 180 verblieben. Um den vorgeschriebenen Erreichungsgrad von 80 Prozent (damit ist die Zeit gemeint, in der die Feuerwehr vor Ort sein muss) zu erreichen, sollte der Personalbestand bei 198 liegen, aktuell erreicht Overath rund 70 Prozent des Erreichungsgrads. Zwar könne man laut Habeth nicht konkret sagen, wie viele Einsatzkräfte pro Einsatz fehlten, da die Nicht-Erreichung der 80 Prozent auch von anderen Gegebenheiten wie der Entfernung und Ähnlichem abhängig sei, grob schätze er sie aber auf zwei bis drei Leute pro Einsatz.
Einige Maßnahmen schon in Angriff genommen
Als konkrete Maßnahmen zur Verbesserung wurde die Nachwuchsgewinnung genannt, wofür die Stadt bereits Schritte eingeleitet hat, ebenso wie für den Ausbau der Tagesverfügbarkeit. Außerdem sollen Arbeitgeber stärker miteinbezogen werden, um so Lösungen für die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte zu finden. Gezielte Werbung und die Gewinnung von Frauen für die Feuerwehr stehen ebenfalls auf der Agenda, diese seien derzeit noch unterrepräsentiert. Auch organisatorische und bauliche Verbesserungen gehören dazu, da die Feuerwehrhäuser, besonders Immekeppel, teilweise Mängel aufweisen, während die Fahrzeuge und deren Ausstattung als gut bewertet wurden. Hier sei in den vergangenen Jahren immer wieder investiert worden.
Auf Nachfrage von Ruth Rocholl (SPD) erklärte Bürgermeister Michael Eyer (CDU), dass man in Konsequenz dieser Feststellungen bereits 18 Mitarbeiter für Tageseinsätze habe gewinnen können (wir berichteten). Außerdem führe er bereits Gespräche mit Nachbarkommunen im Bereich rund um Immekeppel, das beim Erreichungsgrad weniger gut abschnitt. So könne man diese Lücke womöglich schließen. „Das ist allerdings nicht nur ein Overather Problem, sondern zieht sich wie ein roter Faden hier durch das Bergische“, so der Bürgermeister weiter.
Arbeitskreis trifft sich
Der Zweite Beigeordnete der Stadt, Jörg Schiefer, ergänzte, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bereits in Bearbeitung seien, sowohl organisatorische, die für schnellere Abläufe dienen, als auch zur Stärkung der Bestandskräfte. Die Werbung sei ebenfalls bereits angelaufen. Zusätzlich dazu treffe sich am 21. Juli ein Arbeitskreis zum Thema Feuerwehr, an dem auch Vertreter der Parteien teilnehmen werden.
Fraktionsübergreifend zeigten sich die Ratsmitglieder zufrieden mit den eingeleiteten Maßnahmen und dem aktuellen Brandschutzbedarfsplan und stimmten geschlossen dafür.
