Drei Tage lang verwandelten Händler, Gaukler und Musikanten die Burg Denklingen in Reichshof in einen mittelalterlichen Marktplatz.
MittelaltermarktBurg Denklingen in Reichshof wird zur historischen Kulisse

Musik, Gaukelei und mittelalterliches Markttreiben sorgten auf Burg Denklingen für beste Unterhaltung.
Copyright: Kupper
„Seyed gegrüßt Ihr edlen Maiden und tapferen Recken, eyled herbei, fressed und saufed und werft Eure Taler den Händlern in den Rachen“, schallte der Ruf des Marktvogts am Wochenende über den Burghof, entlang der Klus und auf dem Rathausvorplatz. Von Freitag bis Sonntag ließen rund 35 Händler, Schausteller, Gaukler und Musikanten des Mittelalter auf dem historischen Platz zwischen Burg und Antoniuskapelle wiederaufleben.

Das bunte Markttreiben zog zahlreiche Besucher an.
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Neben Gewürz- und Geschmeidehändlern boten Handwerker wie Filzer, Schmied oder Trommelbauer ihre Waren an und ließen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Zwischendurch begeisterten „Torsten ohne h“ mit seiner Gitarre und Sängerin Marielle mit der hohen Kunst der Minne. Die Darsteller gaben sich äußerst vielseitig. Während „Torsten ohne h“ daraufhin mit seiner Marionette „Nicodemus“ über das Pflaster tanzte und allerlei Unfug anstellte, betätigte sich Marielle auch als „Farbenweib“, dass den Kindern Einhörner und Meerjungfrauen ins Gesicht zauberte.

Am Schmiedefeuer entstand Stück für Stück eine Pfeilspitze.
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Die Farbauswahl überließ die Eitorferin dabei den Kleinen selbst. Die vierjährige Alva aus Reichshof hatte sich für eine Meerjungfrau in türkis und dunkelrosa entschieden. Am Ende lobte Marielle, wie gut die Farben harmonierten und Alva war begeistert, dass die Meerjungfrau, die ihren Körper quer über die Nase auf die Wange schlängelte, mit den Armen winkte, wenn sie die Augenbrauen bewegte. Marielle schilderte, dass sie vor 30 Jahren auf dem Markt bei Schloss Homburg erstmals mit dem historischen Ambiente in Kontakt gekommen ist: „Damals hat mir meine Mutter einen Bauernring geschenkt – das ist eine einfache Sonnenuhr aus dem Mittelalter, die tatsächlich funktioniert.“
Zauberei und Jonglage
Derweil prüfte Jannis Paviedis aus Hamm bei Jiri Crhak sein Geschick mit Pfeil und Bogen. Die Zitrone im Zentrum der Scheibe hat er nur knapp verfehlt. Der gebürtige Brüchermühler liebt Mittelaltermärkte: „Das ist eine lustige Abwechslung vom Alltag.“ Sein Freund Joshua Griechel mag das unbeschwerte Zusammensein und dass es leicht fällt, auf einem Mittelaltermarkt Kontakte zu knüpfen. Er hat sich mit der Armbrust versucht: „Bei vier Schuss hatte ich drei Treffer.“ Lobend erwähnte er die Vielfalt der Getränke in der Taverne: „Mich wundert aber, dass das Honigbier herber schmeckt als das mit Waldmeister.“ An den Ständen nebenan gab es Deftiges für den Magen – von Wildschweinwurst bis hin zu „kussechtem Knoblauchspeck“.
Auf der Bühne in der Remise auf dem Burghof gab es ein ganztägiges Programm. Dort begeisterte etwa die vierköpfige Gruppe Evanna aus dem Oberbergischen Süden mit modernen und historischen Instrumenten und einer Mischung aus Irish Folk und mittelalterlicher Musik.
Lustig präsentierte der Gummersbacher Gaukler Lupus sein Programm mit atemberaubenden Jonglagen und gespannt lauschten die Gäste Geschichtenkönig Tandaniel und seinen manchmal auch leicht gruseligen Erzählungen, während Zauberer „Lord Merlin“ aus den schottischen Highlands mit Karten und unglaublichen Tricks verblüffte. Er bekundete „Ich bin total abgebrannt“ und öffnete zum Beweis sein Portemonnaie – das prompt in Flammen aufging.
