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Afrikanische SchweinepestJäger aus Waldbröl blickt mit großer Sorge in die Nachbarschaft

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Schutzzäune mit Toren, wie hier in Hessen, sollen eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern. Diese endet für Tiere tödlich. Nicht alle sehen den Oberbergischen Kreises derweil gut aufgestellt

Schutzzäune mit Toren, wie hier in Hessen, sollen eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern. Diese endet für Tiere tödlich. Nicht alle sehen den Oberbergischen Kreises derweil gut aufgestellt

Bernd Roth hat sein Jagdrevier in der Nähe von Morsbach. Er glaubt, dass die tödliche Virusinfektion nicht mehr weit von Oberberg entfernt ist.

Mit großer Sorge blickt Bernd Roth über die Grenzen Oberbergs hinaus in den Landkreis Altenkirchen und ins Wildenburger Land. Roth ist Jäger, in der Ortsgemeinde Friesenhagen, in der Nähe der Ortschaft Steeg, haben der Waldbröler und sein Bruder Werner seit 1983 ein etwa 650 Hektar großes Revier gepachtet, dieses stößt an die Gemeindegrenze von Morsbach.

„Und dort kommt bald die Afrikanische Schweinepest an“, ist Bernd Roth überzeugt, und er findet: „Hier in Oberberg wird noch viel zu wenig darüber gesprochen – und es wird seit langer Zeit schon viel zu wenig getan.“ Das sei höchstgefährlich: Diese hochansteckende Viruserkrankung befällt Wildschweine ebenso wie Hausschweine.

„Die Beständen an Wildschweinen sind in Oberberg derzeit viel zu groß, es wurde zu wenig gejagt in der Vergangenheit“, schildert Roth und nennt etwa Jagdbezirke bei Waldbröl-Hochwald und auf dem Nutscheid-Höhenzug: Dort seien Bachen mit bisweilen 30 Frischlingen unterwegs. „Je höher die Tierdichte ist, umso wahrscheinlicher ist natürlich die Ausbreitung der Schweinepest.“ In der Nähe von Friesenhagen etwa würden gerade unter Hochdruck Zäune hochgezogen, um die Tiere unter Kontrolle zu halten.

Pufferzone reicht bis an Stadt- und Gemeindegrenze in Oberberg heran

Der Oberbergische Kreis sieht sich unterdessen gewappnet: „Das Veterinäramt des Kreises nimmt die Aufgabe der Tierseuchenbekämpfung sehr ernst und ist auf einen Seuchenausbruch gut vorbereitet“, betont Kreissprecherin Iris Trespe. Sie verweist auf den intensiven Austausch mit den betroffenen Nachbarkreisen.

Nach dem ersten Nachweis einer Infektion im Juni vergangenen Jahres sind dort Sperrzonen ausgewiesen worden, deren etwa zehn Kilometer breite Pufferzone bis an den Oberbergischen Kreis reicht. Diese grenzt an die Städte Bergneustadt und Gummersbach sowie an die Gemeinden Morsbach und Reichshof, in der Pufferzone habe es bisher keine positiven Befunde gegeben, teilt der Kreis zudem mit.

Seit dem 14. Juni vergangenen Jahres, führt Sprecherin Trespe aus, werde in Oberberg jedes erlegte oder tot aufgefundene Wildschwein auf die Schweinepest untersucht, das sei Teil eines Monitorings zur Früherkennung und erfolge anhand von Blutproben.

Fachleute aus dem Oberbergischen Kreis nehmen regelmäßig an Krisenübungen teil

Weiterhin sei das Veterinäramt regelmäßig bei Krisenübungen vertreten, auch jenseits von Oberberg. Trespe: „Umfangreiche Ablauf- und Krisenpläne werden turnusmäßig geprüft und aktualisiert.“ Für Jäger und Zuchtvereinigungen gebe es Informationsveranstaltungen. Auch würden die Bestände von Hausschweinen durch das Veterinäramt kontrolliert, Halterinnen und Halter würden beraten. „Ein Austausch besteht zudem mit Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft hinsichtlich eines möglichen Einsatzes im Kreis“, ergänzt Trespe. Von Schutzzäunen ist allerdings noch keine Rede.

Den Zahlen des Landesministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zufolge sind bisher in Nordrhein-Westfalen 794 Fälle nachgewiesen worden, die beiden jüngsten am 29. Juni 2026 im Kreis Siegen-Wittgenstein, und zwar in Hilchenbach und Kreuztal (Stand: Freitag, 3. Juli 2026). Das Virus gilt als extrem widerstandsfähig. Es wird durch Kontakt mit und unter den Tieren ebenso übertragen wie durch Speisereste, kontaminierte Gegenstände, zum Beispiel Schuhe oder Autoreifen. Eine Gefahr für Menschen besteht indes nicht, der Verzehr von Fleisch sei unbedenklich, heißt es.

In den vergangenen Jahren hat es offenbar in Oberberg stets nur Verdachtsfälle gegeben, bisher wurde die Afrikanische Schweinepest im Kreis nicht nachgewiesen. Hinweise zum Vorgehen gibt es online.

www.obk.de/schweinepest

www.lave.nrw.de/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/die-afrikanische-schweinepest-asp


Neue Fälle von Faulbrut im Oberbergischen Kreis

Zwei weitere Bienenbestände in Hückeswagen sind mit der Amerikanischen Faulbrut befallen, das teilt der Oberbergische Kreis nach weiteren Untersuchungen durch das Veterinäramt mit. Ein erster Ausbruch der bakteriellen Infektionskrankheit war am 10. Juni in Hückeswagen festgestellt worden. Der danach eingerichtete Sperrbezirk werde daher erweitert auf Gebiete der Stadt Radevormwald und bis an die Grenze des Märkischen Kreises, so der Kreis.