Der Haupt- und Finanzausschuss stimmt für eine Pauschale von 20 Euro pro Einsatz für die Feuerwehrleute – Weitere Maßnahmen sind auf dem Weg
BrandschutzWarum die Overather Feuerwehr attraktiver werden soll

Ab Juli erhalten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Overath eine Pauschale von 20 Euro pro Einsatz. (Symbolbild)
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Die Freiwillige Feuerwehr Overath hat ein Problem. Es gibt nicht genügend Einsatzkräfte und die gesetzlich vorgegebenen Schutzziele, wie die Eintreffzeiten, wurden in den vergangenen Jahren nicht ausreichend erfüllt. Die Bezirksregierung Köln hatte der Stadt daher eine Frist bis 1. Juli gesetzt, um die Probleme nachhaltig zu verbessern, andernfalls wäre eine hauptamtliche Feuerwehr notwendig. Die würde die Stadt aber einiges kosten (wir berichteten).
Nun hat sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einem Verwaltungsvorschlag befasst, der eine Pauschale von 20 Euro pro Einsatz für die Feuerwehrleute vorsieht. Im Jahr geht die Verwaltung von 200.000 Euro Gesamtkosten aus. Außerdem ging es um den Brandschutzbedarfsplan, der darlegt, wie eine Stadt für Brandschutz und Hilfeleistung sorgen will. Auch dieser beinhaltet Verbesserungsmaßnahmen der Einsatzfähigkeit.
Anreize für Ehrenamtler erhöhen
Wie Jörg Schiefer, Zweiter Beigeordneter der Stadt, erläuterte, sei die Pauschale dazu gedacht, aktuelle Mitglieder zu halten und Interessierten einen höheren Anreiz zu bieten. „Wir haben uns an anderen Kommunen orientiert, Rösrath hat zum Beispiel eine Pauschale, die sich am Mindestlohn orientiert und Lohmar bietet 19,50 Euro.“ Mit den 20 Euro wolle die Stadt ein Zeichen der Wertschätzung setzen.
Sebastian Weiss (CDU) befürwortete die Idee und fragte, ob eine solche Pauschale gängig sei. Schiefer bejahte und fügte hinzu, dass Overath bisher die einzige Kreiskommune sei, die diese Pauschale noch nicht hatte. Auch Hermann Küsgen (FDP) begrüßte die Pauschale. „Damit ist auch eine Wertschätzung des Ehrenamtes verbunden. In dieser Größenordnung halten wir das für vertretbar.“ Das fand auch Hans Schlömer (SPD): „Wir denken auch, dass das gut investiertes Geld ist für unsere Stadt.“ Die Grünen stimmten der Maßnahme ebenfalls zu, wie Lisa Rodegra klarstellte, sie wünschten allerdings, sich noch einmal detaillierter mit dem Thema Freiwillige Feuerwehr auseinanderzusetzen.
Was Bedarfsplan und Verbesserungskonzept betrifft, konnte Schiefer Erfreuliches aus dem jüngsten Gespräch mit der Bezirksregierung berichten. Neben der Anfahrtspauschale seien weitere Maßnahmen ergriffen worden oder anvisiert. Dazu gehören unter anderem:
- Werbung in der Bevölkerung: Die Stadt will noch verstärkt dazu aufrufen, sich der Feuerwehr anzuschließen.
- Bestehende Mitglieder motivieren: Ehrenamtliche Feuerwehrleute sollen motiviert werden und Anreize erhalten, sich noch mehr einzusetzen
- Kontakt mit einer Werbeagentur zur Mitgliedergewinnung: Für die Gewinnung neuer Feuerwehrleute will sich die Stadtverwaltung professionelle
- Tagesverfügbarkeit für die Feuerwehr in der Stadtverwaltung: Dies sind laut Schiefer Feuerwehrleute, die tagsüber rausfahren, wenn die eigentlichen Feuerwehrleute verhindert sind. Sie sitzen in der Verwaltung und seien daher schnell bei den Fahrzeugen. 16 Mitarbeitende hätten dazu ihr Interesse bekundet, das würde die aktuelle Zahl mehr als verdoppeln. Unterstützung von Werbeprofis holen.
- Homeoffice im Gerätehaus: Feuerwehrleute, die im Homeoffice arbeiten, können das vom Gerätehaus aus tun. So etwas gibt es bereits in Rösrath-Kleineichen.
- Optimierung bei der Alarmierung: Personalstarke Einheiten brauchen nicht ausrücken, wenn personalschwache Einheiten ausreichen.
Beigeordneter optimistisch gestimmt
Schiefer zeigte sich insgesamt optimistisch. „Es gibt noch kein endgültiges Ergebnis, aber ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Eric Renneberg (Grüne) erkundigte sich nach den Gerätehäusern. In der Vorlage der Verwaltung waren einige als kurz- oder mittelfristig nicht arbeitsfähig bezeichnet worden.
Thorsten Steinwartz, Erster Beigeordneter, erklärte, dass die Dringlichkeit der Maßnahmen unterschiedlich sei, wobei Steinenbrück und Heiligenhaus die höchste hätten. Das Gebäude in Steinenbrück sei mittlerweile alt und zu klein. Nachdem eine erste Lösung scheiterte, suche man mit der Feuerwehrführung nach neuen Grundstücken, allerdings könne er hierzu noch nicht viel sagen. „Wir sind aber auf einem guten Weg“, so Steinwartz.
Schadstoffbelastung in Gerätehaus
In Heiligenhaus gebe es eine Schadstoffbelastung, die mit vermehrter Reinigung und einer Lüftung bekämpft werde. „Man wird es aber nicht so saniert bekommen, dass die Werte bei null sind. Daher suchen wir auch hier nach Grundstücken“, meinte Steinwartz. Im Bauausschuss könne man das Thema vertieft erörtern.
Da Renneberg darauf hinwies, dass der Brandschutzbedarfsplan den Vorlagen erst verspätet hinzugefügt wurde und seine Fraktion sich nicht gänzlich mit dem Thema auseinandersetzen konnte, schlug er vor, die Abstimmung in die Ratssitzung zu verlegen. Darauf konnten sich die Ausschussmitglieder einigen. Für die Einsatzpauschale sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig aus.
