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Flughafen Köln/BonnFluglärm-Werte können online eingesehen werden

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Overath – Der Fluglärm ist bei den Bewohnern der Overather Sülztal-Stadtteile ein ständiges Gesprächsthema. Etwa 25 Prozent aller Starts führen über Untereschbach, Steinenbrück, Immekeppel und Brombach hinweg. Das ist besonders nachts ein Problem, weil viele Menschen aus dem Schlaf gerissen werden. Nachdem sich die Beschwerden aus der Bevölkerung gehäuft hatten, ist die Stadt in die Offensive gegangen. Mit einem ersten Erfolg. Der Köln/Bonner Flughafen hat in Immekeppel einen dauerhaften Lärmmesspunkt eingerichtet.

Das unscheinbare Gerät steht auf dem Haus der Familie Heyen am Kielsberg. Nach einer etwas längeren Suche durch die Vertreter der Stadt nach einem geeigneten Standort hat sich Hajo Heyen bereiterklärt, das Dach seiner Garage zur Verfügung zu stellen. Die Lärmmessung ist direkt mit dem Flughafen verbunden, so dass man in Zukunft auch die Werte aus Immekeppel über die Internetseite des Flughafens einsehen kann, so wie das bisher schon bei den übrigen 16 Messstellen rund um den Airport der Fall ist. „Wir wollen mit diesem Service die Diskussion über den Fluglärm im Sülztal, die zum Teil sehr emotional geführt wird, auf die Basis objektiver Daten stellen“, sagte Bürgermeister Jörg Weigt bei der Einweihung der Anlage. Er werde immer wieder „beim Bäcker, beim Metzger oder im Supermarkt“ auf den Fluglärm angesprochen: „Die Menschen sagen, dass es schlimmer geworden ist.“

Flughafen hat „ernsthaftes Interesse“

„Gerne aufgenommen und umgesetzt“ habe man diese Initiative aus Overath, sagte Athanasios Titonis, der Technische Geschäftsführer des Flughafens: „Im Sinne gutnachbarschaftlicher Beziehungen mit der Stadt Overath und ihren Bürgern ist uns an größtmöglicher Transparenz in Sachen Flugbetrieb und Lärmaufkommen gelegen.“ Die Kosten für die Installation der Messstelle bezifferte er auf rund 30.000 Euro.

Overaths Beigeordneter Bernd Sassenhof und Stadtratsmitglied Gerhard Bartel, die beide als Vertreter der Stadt in der Fluglärmkommission sitzen, waren ebenfalls zur Übergabe gekommen. Beide bescheinigten dem Flughafen ein ernsthaftes Interesse daran, auf die Sorgen und Anregungen der Bevölkerung einzugehen. Bartel: „Man muss aber auch feststellen, dass die Topografie des Sülztals ungünstig für die Verbreitung des Fluglärms ist. Viele Menschen beschweren sich zu Recht.“

Unmittelbare Auswirkungen auf das Lärmschutz-Programm des Flughafens dürfte die neue Messstelle nicht haben. An eine Ausweitung etwa des Gebietes, in dem der Flughafen den Einbau privater Schallschutzfenster finanziell fördert, ist nicht gedacht.

www.fluglärm-portal.de