Anwohner entlang der Linie 419 fordern feste Fahrzeiten und Kleinbusse statt eines reinen Abrufsystems für die Buslinie Overath – Marialinden.
Buslinie 419Heimatverein Eulenthal warnt vor Umstellung auf Taxibus

Die Buslinie 419 von Overath nach Marialinden verkehrt aktuell wegen der Regionalbahnsperrung nur als Taxibus. Das soll aber aus Kostengründen wohl zu einer Dauerlösung werden. Der Heimatverein Eulenthal befürchtet große Nachteile.
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Die Sparpläne des Kreises, die Buslinie 419 zwischen Overath und Marialinden auf einen dauerhaften Taxibus-Betrieb umzustellen, stößt in den Ortschaften entlang der Strecke auf Widerstand. In einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Eyer, den Ausschuss für Umwelt, Mobilität, Tourismus und Digitalisierung sowie den zuständigen Fachbereichsleiter Thorsten Steinwartz warnt der Heimatverein Eulenthal vor erheblichen Nachteilen für Anwohner, Familien und Jugendliche. Wie berichtet war die eigentlich erst in den Sparplänen fürs Jahresende erwogene Umstellung der Linie auf Taxibus bereits kurzfristig – und eigentlich nur übergangsweise – mit der aktuellen Sperrung der Regionalbahnlinie 25 eingeführt worden.

Wegen der Sperrung der Regionalbahnlinie 25 verkehrt die Buslinie 419 zwischen Overath und Warth aktuell bereits als Taxibus – auch wenn die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Linie 419 Overath - Marialinden noch aussteht.
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Zwar begrüße man ausdrücklich, dass Kreis und Stadt nach Lösungen suchten, um Kürzungen im Fahrplan zu vermeiden und gleichzeitig Kosten einzusparen, schreibt der Vereinsvorsitzende Philipp Habers. Die vorgesehene Umstellung auf ein reines Abrufsystem sei jedoch „in der vorgeschlagenen Form sehr kritisch“ zu bewerten.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass aufgrund logistischer Engpässe und begrenzter Kapazitäten der Taxiunternehmen eine Vorlaufzeit von mindestens 1,5 bis 3 Stunden notwendig ist, um eine verlässliche Beförderung zu garantieren.
Besonders die im Zusammenhang mit dem Taxibus genannte Vorbestellzeit von 30 Minuten entspreche nach Ansicht des Vereins nicht der Realität. „In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass aufgrund logistischer Engpässe und begrenzter Kapazitäten der Taxiunternehmen eine Vorlaufzeit von mindestens 1,5 bis 3 Stunden notwendig ist, um eine verlässliche Beförderung zu garantieren“, schreibt Habers. Ein solches System nehme dem öffentlichen Nahverkehr „jede Attraktivität“ und schränke die Mobilität der Menschen im Alltag massiv ein.
Vor allem Kinder und Jugendliche seien von den Plänen betroffen. Spontane Fahrten nach der Schule, zu Freizeitaktivitäten oder zu Freunden würden durch die notwendige Voranmeldung praktisch unmöglich. „Jugendmobilität im ländlichen Raum lebt von Spontanität“, betont Habers. Ein starres Buchungssystem schließe junge Menschen faktisch von Teilen des öffentlichen Lebens aus.
Verein sieht dreitägige Vorbestellungsfrist für Gruppen kritisch
Kritisch sieht der Heimatverein auch die geplante dreitägige Vorlaufzeit für Gruppenfahrten. Diese erschwere spontane Unternehmungen von Wandergruppen, Vereinen oder Jugendgruppen erheblich.
Als Alternative schlägt der Verein vor, die Linie 419 weiterhin im festen Fahrplan zu betreiben, allerdings mit kleineren Fahrzeugen. Als Vorbild nennt Habers den „Berghüpfer“ in der Nachbargemeinde Much. Kleinbusse könnten die Betriebskosten senken und gleichzeitig die Verlässlichkeit eines regulären Linienverkehrs erhalten. Zudem könnten kleinere Fahrzeuge Haltestellen in Orten wie Lölsberg oder Eulenthal näher an den Ortskernen anfahren.
Ein attraktiver ländlicher Raum braucht einen Nahverkehr, der verlässlich, spontan nutzbar und für alle Generationen zugänglich bleibt.
Sollte ein durchgehender Kleinbusbetrieb finanziell nicht möglich sein, fordert der Heimatverein zumindest einen regulären Linienverkehr zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und frühen Nachmittag. Der Taxibus solle dagegen vor allem für schwächer ausgelastete Fahrten am Abend oder zusätzliche Sonntagsverbindungen eingesetzt werden.
„Ein attraktiver ländlicher Raum braucht einen Nahverkehr, der verlässlich, spontan nutzbar und für alle Generationen zugänglich bleibt“, schreibt Habers. Der Heimatverein bittet die Stadt und die Kreispolitik, die Sorgen der betroffenen Anwohner in die weiteren Beratungen einzubeziehen. Für Gespräche und die Vorstellung der Vorschläge in politischen Gremien stehe der Verein jederzeit zur Verfügung.
