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Der Rollstuhl ist nicht das Problem – es sind die Barrieren im Kopf

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Der Vater steht hinter dem Rollstuhl, in dem Miriam sitzt.

Miriam Spieler und ihr Vater spüren fast täglich. dass es um Inklusion nicht weit her ist. 

In Kitas fehlt Personal, zugleich wird eine ausgebildete Kinderpflegerin aussortiert. Das ist menschlich beschämend und wirtschaftlich unsinnig. 

Miriam Spieler aus Overath will keine Sonderbehandlung. Sie will arbeiten, eigenes Geld verdienen, Kolleginnen und Kollegen haben und mit Freunden unterwegs sein – genau das, was für Menschen ohne Behinderung als Start in ein selbstständiges Leben gilt. Doch für die 22-Jährige wird dieser Wunsch zum Hindernislauf – und ihr Rollstuhl für andere zum Vorwand, ihre Fähigkeiten gar nicht erst zu prüfen.

Das ist die eigentliche Ungerechtigkeit bei Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen. Nicht selten wird zuerst die Einschränkung gesehen und erst danach – wenn überhaupt – die Qualifikation. Absagen ohne Gespräch, fehlende Rampen und Toiletten als pauschale Argumente. Das ist keine faire Auswahl. Das ist Ausgrenzung, bürokratisch getarnt.

Teilhabe wird verhindert, statt sie zu ermöglichen

Dabei fehlt in vielen Kitas Personal, während eine motivierte Bewerberin mit Ausbildung und Praxiserfahrung vor verschlossenen Türen steht. Dieser Widerspruch ist nicht nur menschlich beschämend, sondern auch wirtschaftlich unsinnig.

Dabei müsste gerade die Agentur für Arbeit ein ureigenes Interesse haben, Menschen mit Behinderungen in einen sozialversicherungspflichtigen Job zu vermitteln. Stattdessen entsteht der Eindruck: Für ein Auto oder eine andere Unterstützung soll es erst dann eine Lösung geben, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist.

Doch wie soll sie an einen Vertrag kommen, wenn sie wegen fehlende Mobilität gar nicht erst zuverlässig erscheinen kann? Das ist ein bürokratischer Zirkelschluss, der Teilhabe verhindert, statt sie zu ermöglichen.

Viele Kitas arbeiten längst inklusiv. Eine Erzieherin im Rollstuhl wäre dort kein Defizit, sondern ein Gewinn. Wenn Kinder früh erleben, dass eine Pädagogin selbstverständlich im Rollstuhl arbeitet, lernen sie Inklusion nicht als Projekt, sondern als Normalität. Menschen wie Miriam brauchen eine faire Chance.

Wer Fachkräfte sucht, darf Menschen nicht aussortieren, bevor sie zeigen dürfen, was sie können. Sonst liegt das Problem nicht im Rollstuhl – sondern in den Köpfen und Verfahren derer, die ihn zum Ausschlusskriterium machen.