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BauprojektOhne Begrünung soll es kein gesundheitszentrum in Overath geben

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Auf dem Grundstück, wo das Gesundheitszentrum entstehen soll, steht ein Schild mit Visualisierung des Gebäudes.

In der Propsteistraße soll das Gesundheitszentrum Aggertal (GAZ) entstehen.

Die Overather Politiker wollen mehr Grünflächen auf dem Grundstück des geplanten Gesundheitszentrum Aggertal in der Nähe des HIT-Markts.

Wer am Hit-Markt in Overath vorbei kommt, weiß schon Bescheid. In der Propsteistraße soll das Gesundheitszentrum Aggertal (GAZ) entstehen. In der vergangenen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses wollte sich die Stadtverwaltung nun das Go für das Projekt holen, damit es konkret werden kann.

Zunächst aber ein Überblick. Wie der Website des zuständigen Architekturbüros Rother Architektur zu entnehmen ist, soll in Fertigteilbauweise ein dreigeschossiges Gebäude entstehen, das Platz für Arztpraxen, Therapieeinrichtungen, Apotheken und mehr biete. Dabei seien die Flächen hinsichtlich Größe und Raumprogramm flexibel gestaltbar. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, so dass auf unterschiedliche Anforderungen eingegangen werden könne. Insgesamt sollen etwa 2100 Quadratmeter vermietbare Nutzfläche entstehen. Eine barrierefreie, rollstuhlgerechte Ausführung und aktuelle energetische Standards in der Bauausführung gehörten ebenfalls dazu.

Einen Vorteil bringt die Nähe zum Hit-Markt in Overath

Laut Sitzungsvorlage habe der Investor der Verwaltung mitgeteilt, dass bereits für circa 85 Prozent der entstehenden Flächen ernsthafte Mietinteressenten vorhanden seien. Für das Projekt soll das beschleunigte Verfahren für Bebauungspläne der Innenentwicklung angewandt werden, das das Verfahren verschlankt. Zuvor wird allerdings noch eine Fauna-Flora-Habitat-Vorprüfung (FFH-Vorprüfung) durchgeführt, zum Artenschutz. Laut Verwaltung ist das Ziel des Vorhabens, die Sicherung und der Ausbau der gesundheitlichen Infrastruktur in Overath. Einen zusätzlichen Vorteil bringt die Nähe zum Hit-Markt, besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Dort hat der Bürgerbus nämlich eine Haltestelle.

Martin Latus vom städtischen Bauamt erläuterte, dass aus Sicht der Verwaltung auf dem aktuellen Übersichtsplan zu wenig Grünflächen vom Investor vorgesehen seien. Er schlug deshalb vor, die maximal mögliche Vorgabe festzulegen, was dem Investor bereits mitgeteilt worden sei. Hintergrund dieses Vorschlags ist laut Latus der Aufruhr im Frühjahr, nachdem über 80 Jahre alte Rotbuchen auf dem Grundstück gefällt wurden, obwohl mit dem Investor vereinbart worden war, möglichst viele davon zu erhalten. Sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik stieß das auf mächtige Kritik.

Damals wurde uns versichert, dass die alte Villa und die Bäume stehen bleiben können. Der hält sich also sowieso an nichts
Ruth Rocholl, SPD

Klaus Graf (CDU) regte an, eine Wohnaufstockung in die Planung miteinzubeziehen, um so gleichzeitig für mehr Wohnraum zu sorgen. Für Ruth Rocholl (SPD) ging die Begrünungsvorgabe nicht weit genug, sie begrüßte den Vorschlag aber. „Damals wurde uns versichert, dass die alte Villa und die Bäume stehen bleiben können. Der hält sich also sowieso an nichts“, äußerte sie ihre Bedenken. Latus erklärte, dass mit dem aktuellen Beschluss auch ein Ausgleich für die gefällten Bäume festgelegt werden könne, unter Berechnung des Ökowertes.

Die sachkundige Bürgerin der Grünen, Ursula Maaßen, stimmte dem Vorschlag ebenfalls zu und ging noch weiter: „Außerdem sollte eine intensive Dachbegrünung vorgeschrieben werden in Anbetracht der Hitze, und die Parkplätze sollten überdacht und mit Photovoltaik ausgestattet werden.“ Man könne es versuchen, schließlich senke das auch den CO²-Fußabdruck der künftigen Besitzer.

Der Ausschuss stimmte unter Berücksichtigung der Anregungen zu

Latus meinte, dass ohnehin eine gesetzliche Verpflichtung bestehe, 30 Prozent des Dachs mit PV-Anlagen auszustatten, die Intensivbegrünung werde er ebenfalls mit einbringen. „Das mit den überdachten Stellplätzen ist doch heftig, so etwas kostet auch viel Geld“, teilte er seine Bedenken im letzten Punkt mit. Ausschussvorsitzender Alexander Willms (CDU) schlug daraufhin vor, die Überdachung zumindest mit dem Investor zu besprechen, was Latus bejahte. Monika Reddemann (Grüne) glaubte zu wissen, dass eine PV-Überdachung mittlerweile sogar verpflichtend sei, zumindest ab einer gewissen Anzahl an Parkplätzen. Wie im Sitzungsprotokoll nun ergänzt wurde, kann dieses Gesetz bei einer derzeit geplanten Anzahl von 87 Stellplätzen hier Anwendung finden.

Unter Berücksichtigung der hinzugefügten Anregungen und Vorgaben stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für den Fortgang des Bauprojekts.