Die Gründerinnen haben ihr Vorhaben der Overather Politik vorgestellt und zahlreiche Fragen beantwortet.
Bildung in OverathSo weit sind die Planungen der kommenden Montessori Schule

Ob das Wunschgebäude in Immekeppel, auf diesem Archivbild zu sehen, für die Montessori-Schule genutzt werden kann, steht noch nicht fest.
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Daniela Bussmann und Alexandra Metzner sind in Overath inzwischen nicht mehr ganz unbekannt, schließlich sind sie es, die in Immekeppel die Sekundarschule in freier Trägerschaft „Montessori Schule Bergisches Land“ eröffnen wollen (wir berichteten). In der jüngsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses haben sie sich nun der Politik vorgestellt und ihr Vorhaben präsentiert.
Vor ihrem Vortrag erklärten die beiden, dass ihnen zugetragen worden sei, dass die Stadtverwaltung und die Politik einigermaßen überrascht waren, von der Gründung einer neuen Schule zu hören, noch bevor jemand sich offiziell bei ihnen präsentierte. „Wir wollten dazu nur sagen, dass dahinter keine böse Absicht war oder wir jemanden hintergehen wollten. Das war ein klassischer Anfängerfehler und wir sind bisher noch nie auf eine solche Art und Weise an eine Stadt herangetreten“, erklärte Metzner.
Stammteam der Lehrer steht schon
In ihrem Vortrag berichteten Metzner und Bussmann von ihrem pädagogischen Konzept und vom Stand der Dinge. So seien sie im Genehmigungsprozess mit der Bezirksregierung Köln recht weit und was den Lehrkörper betrifft, so versicherten sie, dass sie nicht vorhätten, Lehrer von anderen Overather Schulen abzuwerben. Im Gegenteil, dank Anzeigen, die sie auf Bewerbungsportalen geschaltet hätten, sei nun ein Stammteam zusammengekommen, das den Hauptteil der Schulstunden und -fächer abdecken könne. Nun suchten sie noch Personal für „die Lücken“. Ihre Lehrkräfte hätten die reguläre Berufsbildung durchlaufen und zusätzlich ein Montessori-Diplom absolviert.
Metzner und Bussmann betonten auch, dass ihre Schule für Vielfalt in jeglicher Hinsicht stehe. Auf die Frage, was nun so schlecht an einer herkömmlichen Schule sei, die Jens Volkmer, Amtsleiter für Jugend, Bildung und Sport, ihnen gestellt habe, antworteten sie: Gar nichts. Ihnen gehe es darum, das bisherige Angebot zu ergänzen und keine Konkurrenz zu schaffen. Viele Interessensbekundungen kämen aus angrenzenden Gemeinden und nicht ausschließlich aus Overath. Es gebe aber Kinder, deren Bedürfnisse nicht mit der regulären Schulform zusammenpassten. Für sie sei eine Alternative wertvoll.
Sonderpädagogische Bedarfe abdecken
Christiane Schloten (CDU) erklärte, dass sie das Vorhaben begrüße, und hakte an einigen Stellen nach. So wollte sie wissen, wie Metzners und Bussmanns Kapazität bei Kindern mit Behinderung aussehen, da diese einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf hätten. „Als Schule in freier Trägerschaft haben Sie ein Kündigungsrecht, das sollte man wissen“, erklärte sie dazu.
Metzner meinte, dass das pädagogische Team für die Aufnahmeentscheidung zuständig sei. In der Regel sei die Montessori-Pädagogik zwar gut geeignet für Kinder mit sonderpädagogischen Bedürfnissen, allerdings müsse es auch stemmbar sein. „Es ist niemandem geholfen, wenn ein Kind aufgenommen wird, aber nicht klarkommt auf unserer Schule.“

Alexandra Metzner und Daniela Bussmann gründen die Montessori Schule Bergisches Land.
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Schloten fragte auch, wo Bussmann und Metzner im Genehmigungsverfahren stehen und welche Rolle sie in der Schule spielen werden.
Bussmann erklärte, dass viele Prozesse liefen. Dabei sei die Frage nach dem Schulgebäude einer der wichtigsten Punkte. Hier stocke es mit der Bezirksregierung, die Hoffnung sei aber, dass es bei dem Wunschgebäude in der Straße Brodhausen 1 in Immekeppel bleiben könne. Das pädagogische Konzept sei eingereicht, Metzner und Bussmann selbst seien als Personen durchgeprüft worden und die Gesellschaften seien im Handelsregister eingetragen. Wenn sie nicht an der Immobilie feststecken würden, hätten sie laut Bussmann Anfang August die Schule eröffnen können.
Die Rolle von Metzner und Bussmann in der Schule
Bussmann werde sich mit ihren kaufmännischen Erfahrungen um diesen Bereich kümmern, zusammen mit der Genossenschaft „Freie Bildung NRW eG“ und einem Team, das mit einem geplanten Förderverein und Stiftungen zusammenarbeite. Metzner werde als Ansprechpartnerin für Pädagogen und Eltern arbeiten. Die Elterngespräche würden zwar Lehrer führen, die Aufnahme würden sie allerdings allein steuern, um auch zu verhindern, dass rechte Gruppen die Schule infiltrieren wollen. Das komme bei freien Schulen schon vor.
Auch Dr. Hannah Schiefer (CDU) versicherte, einer Erweiterung der Schullandschaft offen gegenüberzustehen, und fragte, ob sie auch mit anderen Gebäuden planten, möglicherweise auch in anderen Kommunen, und ob es Aufnahmekriterien gebe.
Auf der Suche nach Gebäudealternativen
„Wir sind natürlich gezwungen, uns schon mal nach anderen Gebäuden umzuschauen“, erklärte Bussmann. Allerdings bräuchten sie auch ein gutes Gefühl bei der Immobilie. Daher könnten sie noch nicht sagen, wo die Schule entstehen werde. Wenn sie in Overath nichts Passendes finden würden, gingen sie auch in eine andere Kommune. „Aber eines ist sicher: Diese Schule wird es auf jeden Fall geben. Das steht fest“, so Bussmann.
Da es momentan mehr Interessensbekundungen als die anvisierten 40 Plätze gebe, werde es ein Aufnahmeverfahren geben, stellte Metzner klar. Dabei schauten sich die Pädagogen die Kinder, ähnlich wie bei der Eingangsuntersuchung für die Grundschule, genau an, um zu entscheiden, was geleistet werden könne. „Es ist wichtig, dass man einen Anteil an Kindern hat, die leicht durchlaufen. Wenn wir nur Kinder mit besonderen Bedürfnissen aufnehmen, wäre man schnell überfordert.“ Wenn ein Kind aber stark auf ihre Pädagogik angewiesen sei, habe es Vorrang.
Bessere Refinanzierung als Sekundarschule
Wieso Metzner und Bussmann nicht eine Gesamtschule statt einer Sekundarschule gründen, wollte Frank Jilly (Grüne) wissen und bekundete ebenfalls seine Unterstützung. Laut Metzner sei die Refinanzierung des Landes so besser. Bei Sekundarschulen kämen rund 16 Schüler auf einen Lehrer und bei Gesamtschulen etwa 21. Mit ihren 40 Schülern hätten sie 2,9 Stellen, was bei etwa 15 Schulfächern dennoch knapp sei.
Christoph Heftrig (AfD) merkte an, dass er das Projekt bewundere und nicht nachvollziehen könne, weshalb andere Ausschussmitglieder so viele Fragen stellten, beziehungsweise Skepsis zeigten, als es um die Aufnahme von Kindern mit besonderen Lernbedürfnissen ging.
Ausschussvorsitzender Hans Schlömer (SPD) hielt fest, dass es nicht in der Macht des Ausschusses sei, die Schule zu genehmigen, und war sich sicher, Metzner und Bussmann wieder begrüßen zu werden.
