Abo

OverathWo bald Tapas all'italiana angeboten werden

4 min
Eine Frau und ein Mann schauen in die Kamera und stehen vor einem Tresen.

Cristina und Sebastiano Marino bieten schon bald italienische Tapas zum Teilen und Probieren an.

Das Da Nino in Overath kommt bald mit einem neuen Konzept zurück – das Ambiente soll bleiben.

Spaziergänger oder Liebhaber der italienischen Küche haben es in Overath längst bemerkt: Das Da Nino auf dem Bahnhofplatz ist seit Dezember geschlossen. Doch Pastaenthusiasten können erleichtert aufatmen. Die Inhaber Cristina und Sebastiano Marino haben nicht vor, ihr Lokal aufzugeben, wie so mancher bereits befürchtet hatte. „Wir wurden schon so oft von Kunden angesprochen, wie schade es sei, dass wir schließen“, erzählt Sebastiano Marino beim Termin mit einem leichten Schmunzeln.

Vielmehr wird stattdessen bald ein frischer Wind durch das seit 25 Jahren existierende Restaurant wehen, wie die Marinos erklären.

Schnelle Lösungen herbeischaffen

„Wir haben vor drei Jahren unser anderes Restaurant ,Trismar Da Nino' in der Dr.-Ringens-Straße eröffnet“, holt Sebastiano Marino ein wenig aus. „Beide Lokale sind sehr gut besucht, nur kommt leider kein neues Personal nach. Niemand möchte am Wochenende arbeiten.“ Für den Gastronomen bedeute das, bei Krankheitsausfällen das restliche Personal stärker zu beanspruchen und regelmäßig kurzfristige, schnelle Lösungen herbeizuschaffen. Seit Corona habe er immer „ein Loch stopfen müssen“.

„Irgendwann haben wir uns Gedanken gemacht, wo wir hinwollen. Am Ende wird man nicht jünger und man will sein Personal auch nicht dauerhaft überbeanspruchen“, erläutert er. Zwar seien die Marinos Gastrokinder, wie sie sich selbst bezeichnen, schließlich gehörte das Da Nino ursprünglich Cristinas Vater, der es 2019 an die beiden weitergab. Dennoch haben auch sie Kinder und möchten vom Familienleben profitieren. Außerdem sei es ihnen ein Anliegen, beide Restaurants weiterhin mit derselben Liebe und Leidenschaft zu führen wie zuvor. Ohne Umstrukturierung würde das aber auf lange Sicht nicht gelingen.

"Assaggino" auf der Speisekarte

Da eine Schließung für die Marinos nicht in Frage kam, hatten sie eine andere Idee. Sie verlagern die großen Mahlzeiten wie Pizza oder Pasta in das Trismar, und im Da Nino gibt es in Zukunft sogenannte „Assaggino“, was italienische Tapas sind, wie die beiden erklären. „Es wird auch im Da Nino warme Speisen geben, und manche Gerichte von früher bleiben erhalten. Nur die Portionsgröße ändert sich.“

Durch die kleineren Portionen und neue, auch kalte Speisen, sei dann mehr Raum für Flexibilität, weil die Angebote einfacher in der Handhabung sind, sollte es zu Personalausfällen kommen.

Ein Mann und eine Frau halten Malerrollen in der Hand und stehen vor einer frisch gestrichenen Wand.

Ein neuer Anstrich soll zur warmen Atmosphäre im Lokal beitragen.

Weil sich die Speisekarte ändert, fanden sie, dass sich das auch am Erscheinungsbild abzeichnen sollte. „Im Da Nino herrscht im Vergleich zum Trismar eine Wohnzimmeratmosphäre. Die wollen wir auch unbedingt beibehalten, weil die Leute es so kennen und mögen. Am Ambiente soll sich nichts ändern. Die Wände bekommen lediglich einen neuen, etwas wärmeren Anstrich und die Theke wird neu verkleidet.“ Auch die Terrasse wird im Sommer wie gewohnt geöffnet sein.

Wer jetzt denkt, dass man wegen der neuen Portionsgrößen künftig nicht mehr satt wird, der irrt. Wie bei Tapas sind Assaggino zum Probieren und Teilen gedacht. „Man bestellt zum Beispiel einen Auberginenaufstrich mit frischem Brot, einen Teller Gambas, Calamari und Carpaccio und kann es dann mit seiner Begleitung teilen. Das ist eben auch die perfekte Gelegenheit für unsere Gäste, etwas Neues zu probieren“, meint Cristina Marino. Mehrere kleine Portionen ersetzen so den großen Teller. Welche Gerichte genau angeboten werden, können die beiden noch nicht sagen. Das Menü befindet sich noch in der Mache. Es bleibt aber bei Gerichten für den mediterranen, italienischen Gusto.

Auf den Service konzentrieren

Dass die Marinos ihr Restaurant genau zur Weihnachtszeit zugemacht haben, wenn Weihnachtsfeiern Hochkonjunktur haben, hat einen simplen Grund. „Wir haben uns auf den Service im Trismar konzentriert, schließlich haben wir hier noch einen Lieferservice parallel laufen. Und so starten wir im neuen Jahr mit dem neuen Konzept“, sagt der Gastronom.

Außerdem habe er gemerkt, dass es auch seinen Mitarbeitern gutgetan hätte, mal einen Gang zurückzuschalten. „Man kann auf Dauer nicht immer alles machen. Die Gastronomie ist für uns eine Herzensangelegenheit und so können wir es mit Liebe weiterführen.“

Mal etwas Neues

Dass sich das Da Nino neu aufstellt, sei auch bei ihren Stammkunden gut angekommen. „Wir haben oft die Rückmeldung bekommen, dass es schön ist, dass es mal wieder etwas Neues gibt“, sagt Cristina Marino. Und nach 25 Jahren sei ohnehin Zeit für eine kleine Auffrischung gewesen.

Neben der Speisekarte werden sich auch die Öffnungszeiten ändern, denn das Da Nino wird ausschließlich am Abend, von 17 bis 22 Uhr, geöffnet sein.

Und ab wann kann die neue Speisekarte probiert werden? „Wir haben noch kein Datum für die Wiedereröffnung. Voraussichtlich zwischen Ende Februar und Anfang März.“