Abo

RösrathSchulbau-Ausschuss gibt sich Hausaufgaben für die Sommerferien

4 min
Grundschule Hoffnungsthal

Viel Flickwerk: Die Gebäudeteile der GGS stammen aus den Jahren 1949, 1986, 2002 und 2006. Das älteste Gebäudeteil wird gerade aufgestockt.

Über die bauliche Zukunft der Gemeinschaftsgrundschule Hoffnungsthal soll im August ein Arbeitskreis entscheiden

In welchen Gebäuden soll die Grundschule Hoffnungsthal in Zukunft zu Hause sein? Diese Frage haben die Mitglieder des Schulbauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung lange diskutiert – und eine Entscheidung in den August vertagt.

Die Verwaltung hatte in ihrer Beschlussvorlage vorab Variante 1 favorisiert. Ein Anbau samt Sanierung im Bestand, so ihr Beschlussvorschlag, könnte entweder im laufenden Schulbetrieb (Variante 1a) erfolgen. Oder die Schule könnte während der Bauzeit ausgelagert werden (Variante 1b). Während der Sitzung warb die Verwaltung dafür, zügig den Anbau samt Sanierung im Bestand bei fortlaufendem Schulbetrieb zu beschließen. Diese Variante 1a wäre auch die mit 6,3 Millionen Euro kostengünstigste.

Wenn wir zu langsam sind, kann das heißen, dass gar nicht gebaut wird
Erik Pregler Fraktion Fors-Park

Einige Ausschussmitglieder hatten jedoch noch grundsätzliche Einwände. So votierte der Ausschuss nach kontroverser Debatte schließlich mehrheitlich dafür, das Thema zunächst in einen nicht-öffentlichen Arbeitskreis zu verlagern. Dieser soll sich laut Bürgermeister Yannick Steinbach (Fors-Park) im August erneut mit offenen Fragen zu den Varianten 1 mit den Optionen a oder b sowie mit Variante 2 befassen, bevor der Ausschuss eine endgültige Entscheidung trifft. Bei Variante 2 soll zusätzlich zum Anbau ein Teil des Bestandsgebäudes abgerissen werden, um einen Neubau mit einem pädagogisch modernen Raumkonzept möglich zu machen.

Als zentrales Argument gegen einen (Teil-) Abriss des Schulgebäudes führte die Verwaltung die damit verbundenen finanziellen Folgen ins Feld: eine außerplanmäßige Sofortabschreibung. Bürgermeister Yannick Steinbach: „Diese Kosten werden sofort fällig, sobald wir das Gebäude abreißen. Jede Ersparnis durch weniger Energieverbrauch oder weniger Reparaturen kann über den betrachteten Zeitraum bei Weitem nicht in diese Nähe kommen.“

Für ein Interim gäbe es mehrere geeignete Flächen

Hintergrund: Die Fraktion der Grünen hatte im Vorfeld der Ausschusssitzung kritisiert, bislang fehle eine umfassende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Ohne Informationen etwa zu Verbrauchs-, Instandhaltungs- oder Sanierungskosten sei eine Entscheidung nicht sinnvoll. Ihre Vertreterin Andrea Lamberti forderte weiter, auch „weiche Faktoren“ wie ein Hitzeschutzkonzept für die älteren Gebäudeteile und zunächst auch mögliche Ausweichflächen für ein Interim systematisch zu prüfen.

Variante 1b – Anbau mit neuer Küche, Mensa und Gymnastikraum sowie vorübergehende Auslagerung der Schule in ein Interim –, wäre die zweitgünstigste Variante mit Kosten von 10,5 Millionen Euro. Hier erkundigte sich Lukas Nebel (SPD) nach konkreten Quartieren und Grundstücken. Die Verwaltung habe dafür bereits potenziell geeignete Flächen identifiziert, so der Bürgermeister, etwa den Parkplatz Bergsegen. Wie so ein Interim aussehen könnte, wurde nicht weiter erläutert. Dr. Markus Heider (CDU) regte in dem Zusammenhang an, bei einem Interim etwas zu schaffen, das auch später noch dauerhaft genutzt werden könne. Wie Heider warnte auch Daniel Jaeckel von der Fraktion Zusammen Leben Rösrath (ZLR) davor, die Sofortabschreibung als alleiniges Gegenargument gegen weitergehende Lösungen zu nutzen: „Ich glaube, das wird ein Stück weit als Drohkulisse aufgebaut“, so Jaeckel. Für eine sinnvolle bauliche Lösung sei mehr Kreativität nötig.

Variante 2 mit einem Teilabriss und einer Erweiterung würde 23 Millionen kosten

Auch inhaltlich regte sich Widerstand. Die Rede war von einem reinen Minimalkompromiss, der für moderne pädagogische Konzepte nicht ausreiche. Anders als Variante 1 beinhaltet Variante 2 neben einem Teilabriss eine Erweiterung mit einem pädagogisch modernen Raumkonzept. Hier werden die Kosten auf 23 Millionen Euro geschätzt.

Sandra Rottländer, Schulleiterin der GGS Hoffnungsthal, verwies zudem auf drängende Probleme im Bestand – großer Sanierungsbedarf, ein nicht-kindgerechter Schulhof, potenzielle Bau-Hindernisse durch den Klipperbach im Untergrund bis hin zu nicht nutzbaren Gebäudeteilen in Hitzeperioden. Zusätzlich warnte sie vor den enormen Belastungen für die Schulgemeinschaft, wenn, wie in den vergangenen Jahren erfahren, im laufenden Schulbetrieb gebaut oder saniert wird.

Bürgermeister Yannick Steinbach verweist auf die schwierige Haushaltslage

Bürgermeister Steinbach unterstrich in der Diskussion noch einmal die schwierige Haushaltslage. Statt der für 2026 eingeplanten 15 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, so Steinbach, zeichneten sich nur gut zwölf Millionen Euro ab. 2027 werde man „unter Garantie in die Haushaltssicherung kommen“. Erik Pregler von der Fraktion Fors-Park sprach sich deshalb für einen Beschluss noch in diesem Jahr aus: „Wenn wir zu langsam sind, kann das heißen, dass gar nicht gebaut wird.“ Sein Plädoyer, sich für eine zügige Umsetzung von Variante 1a auszusprechen, fand jedoch keine Zustimmung.

Am Ende sprach sich der Ausschuss mehrheitlich bei einer Gegenstimme für eine Vertagung aus. Nun soll ein eigens einberufener, nicht-öffentlicher Arbeitskreis die Varianten 1 und 2 „mit etwas mehr Zahlen unterfüttern“, wie es der Bürgermeister formulierte. Zusammen mit den Fraktionen werden sich auch Schulleiterin Sandra Rottländer und Bau-Fachbereichsleiter Sebastian Adamczak in den Sommerferien mit dem Thema beschäftigen müssen.