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Weniger SchulkinderGGS Hoffnungsthal kann dreizügig planen

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Fensterscheiben auf Trägern im Vordergrund, im Hintergrund ein zweistöckiges Gebäude und ein Kran.

In Hoffnungsthal wird gerade aufgestockt. So entstehen vier zusätzliche Klassenräume.

Das Bonner Büro Biregio hat die Rösrather Schulentwicklungsplanung für die Grundschulen mit aktuelleren Daten überarbeitet. Nur Zuzug bremst den Rückgang der Geburtenzahlen vorerst noch.

Das Bonner Büro Biregio hat die Rösrather Schulentwicklungsplanung für die Grundschulen mit aktuelleren Daten überarbeitet. Darum hatte der Schulausschuss Ende Februar gebeten, um die Entscheidung für oder gegen einen millionenteuren Schulneubau der GGS Hoffnungsthal an der Bergischen Landstraße fundiert überdenken zu können.

Wie der Gutachter jetzt in der jüngsten Sitzung dieses Ausschusses darlegte, wird die GGS Hoffnungsthal nun dauerhaft mit drei Zügen prognostiziert – mit sinkender Tendenz gegen Ende des mittelfristigen Planungszeitraums 2031/32. Wurden im Schnitt der vergangenen sechs Jahre 72 Kinder je Schuljahr eingeschult, rechnet Biregio für 2031/32 nur noch mit 68. Allein die Geburten aus 2023 werden sogar für nur 64 Erstklässler sorgen.

Bis 2031 sind in Rösrath knapp 900 neue Wohneinheiten geplant

Für den Gutachter ist die Richtung eindeutig: „Die Zahlen ändern sich in den nächsten Jahren nicht wesentlich, aber zum Ende des Jahrzehnts ändern sie sich“ – nämlich zu weniger Kindern hin. Diese Tendenz hatte auch der Schulentwicklungsplan von 2024 gesehen und für die GGS Hoffnungsthal 3,5 Züge empfohlen. Den Spielraum hat die neue Fortschreibung gestrichen. Was die Zahlen noch stützt, ist der anhaltende Zuzug nach Rösrath, das im Metropolraum als attraktive Wohnlage gilt.

Bis 2031 sind in der Stadt knapp 900 neue Wohneinheiten geplant. Zudem werden frei werdende Bestandsimmobilien älterer Bewohner erfahrungsgemäß von jungen Familien bezogen. Auch diesen Effekt haben die Gutachter in die Prognose eingerechnet. Bürgermeister Yannick Steinbach unterstrich das in der Sitzung: „Wir werden als Gemeinde weiterhin eine Zuzugsgemeinde sein.“ Das ziehe irgendwann auch bei den Kinderzahlen nach. Zum Ende des Jahrzehnts werden jedoch die schwächer besetzten Geburtsjahrgänge voll durchschlagen. Bundesweit lag die Fertilitätsrate 2024 bei 1,35 Kindern pro Frau. Für 2025 wird ein 30-Jahres-Tief erwartet.

Offen ist noch die Frage, ob genügend Räume zur Verfügung stehen

Offen ist noch die Frage, ob genügend Räume zur Verfügung stehen. Eine neue verbindliche Zahl will der Gutachter erst nach Rücksprache mit der Schulleitung in den nächsten Wochen nennen: „Wir möchten zunächst einig sein, dass der Raum, den wir als Klassenraum einordnen, auch wirklich ein Klassenraum ist.“ In Hoffnungsthal wird gerade aufgestockt. Dadurch entstehen vier zusätzliche Klassenräume mit je einem Differenzierungsraum. Darüber hinaus werden zwei schulinterne Büroräume sowie ein neuer Multifunktionsraum geschaffen.

Bürgermeister Steinbach betonte, Investitionsentscheidungen müssten für 30 bis 40 Jahre tragen: „Wenn wir das Geld in die Hand nehmen, sollte das auch vernünftig und auskömmlich sein.“ In Rösrath insgesamt wird die Zahl der Grundschulkinder nach einem Hoch von 1.284 Kindern im Schuljahr 2025/26 bis 2031/32 auf rund 1.165 sinken. Gegen Mitte der 2030er-Jahre rechnet Biregio dann mit einer langsamen Erholung – um 2040 könnten die heutigen Zahlen wieder erreicht werden.