Die Vorstandswahlen der Union in Rösrath waren begleitet von Uneinigkeit
StadtverbandBei der CDU Rösrath hat mit Marlene Jablonski-Reichelt jetzt eine Frau den Vorsitz

Frisch im Amt - der neu gewählte Vorstand der CDU Rösrath (v.l.)) Stellvertreterin Silke Satin, Vorstandsvorsitzende Marlene Jablonski-Reichelt, Stellvertreter Johannes Hermann
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Der Vorstand der CDU Rösrath wird weiblicher, gleichzeitig ist ein Generationenwechsel ausgeblieben. Dieses Ergebnis steht am Ende eines Wahlmarathons bei der Jahreshauptversammlung des Stadtverbandes am Mittwochabend im Bürgerforum Hoffnungsthal. Der Abend wurde begleitet von teils persönlichen Anwürfen der Mitglieder. Zudem leerte sich der mit 106 Mitgliedern voll besetzte Saal im Laufe des Abends sichtbar.
Auf den bisherigen Vorsitzenden Dr. Daniel Schiffbauer, der nicht mehr kandidierte, folgt Marlene Jablonski-Reichelt, Jahrgang 1958, als neue Vorsitzende. Mit 55 zu 50 Stimmen entschied die Forsbacherin die Wahl in einer Stichwahl schließlich für sich. Im ersten Wahlgang waren auf sie und ihren Mitbewerber, den 31-jährigen Florian Haerst, noch jeweils 52 der 104 gültig abgegebenen Stimmen entfallen. Die Wahl wurde vor Ort erstmals mittels eines elektronischen Wahlverfahrens durchgeführt.
Ich kandidiere nicht gegen jemanden, sondern für eine starke und handlungsfähige Union
Beide Kandidierenden hatten sich zuvor in Bewerbungsreden für den Vorstandsvorsitz in Position gebracht. „Die CDU muss führen und die politischen Themen im Rat setzen“, so der studierte Ökonom Haerst. Denn: „Der Wahlkampf für die nächste Kommunalwahl 2030 beginnt jetzt.“ Die Partei sei nur im Team erfolgreich, sagte der Forsbacher weiter. Der Vorstand müsse die gesamte Breite der Partei abbilden – und er verwies dabei auf ein Team von zehn Mitstreitenden, die im Vorfeld bereits ihre Bereitschaft für eine Mitarbeit im Vorstand unter seinem Vorsitz erklärt hätten.
Marlene Jablonski-Reichelt bekannte, sie habe lange über ihre Bewerbung um dieses Amt nachgedacht. Aus „Verantwortung für die Stadt“ habe sie sich schließlich dafür entschieden. Und, so die Gastronomin weiter, „der CDU tun mehr Frauen gut“. Im Falle eines Wahlsieges wolle sie mit der 47-jährigen Parteifreundin Silke Satin eine weibliche „Doppelspitze“ bilden. Als 2025 direkt in den Stadtrat gewählte Kandidatin und langjährige Vorsitzende der Frauenunion Rösrath kandidiere sie „nicht gegen jemanden, sondern für eine starke und handlungsfähige Union“. So lautete denn auch ihr Kommentar nach ihrem Wahlsieg: „Jetzt geht's los mit der CDU.“
Die Vorsitzende ist bis auf weiteres auch Mitgliederbeauftragte
Dass dies viel Engagement erfordern wird, wurde schon im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung deutlich. Denn bereits die Wahlen der stellvertretenden Vorsitzenden – bis zu drei waren möglich – waren in einem ersten Schritt geprägt durch Rückzüge. Die bisherigen Amtsinhaber Dr. Markus Heider und Maximilian Helwig erklärten, nicht mehr zur Wahl zur Verfügung zu stehen. Silke Satin hingegen, die nach eigenem Bekunden zuvor beiden Vorsitz-Kandidierenden ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in ihren jeweiligen Teams erklärt hatte, kandidierte. Seit etwa zehn Jahren in der Rösrather CDU aktiv, wolle sie in der Partei „Brücken bauen – zwischen Jung und Alt“. Wie sie wurde schließlich auch Johannes Hermann zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
In ihren Ämtern bestätigt wurden der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christoph Jahn als Schriftführer und Andreas Müller als Schatzmeister. Die Position des Mitgliederbeauftragten, die bislang Jürgen Steinbach innehatte, der dafür aber „nach langem Ringen“ nicht mehr kandidieren wollte, um der „Entwicklung nicht im Wege zu stehen“, übernimmt bis auf weiteres die neue Vorsitzende.
Nicolas Heider wollte nicht mehr Wahlkampfmanager werden
Unstrittig war hingegen die neue Position des Wahlkampfmanagers. Hier gaben Andreas Nürnberg von zum Zeitpunkt der Wahl noch verbliebenen 50 Stimmberechtigten 38 ihr Zustimmung. Zuvor hatte auch der zweite Vorsitzende der Jungen Union Rösrath, Nicolas Heider, seine Kandidatur für diese Aufgabe enttäuscht zurückgezogen. Dieser Abend sei „kein guter Abend für die Partei“, sagte er.
Aus der Kommunalwahl 2025 war die CDU zwar als stärkste Partei hervorgegangen, ihr Spitzenkandidat kam jedoch nicht in die Stichwahl. Zudem hatte es Kampfkandidaturen bei fast jedem Wahlbezirk gegeben.

