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Wander-KolumneWarum der Drachenfels ein Sehnsuchtsort ist

3 min
Zu sehen ist eine Frau an einem Geländer auf einem Berg. Sie blickt hinab auf den Rhein.

Herrlich: der Blick vom Drachenfels auf den Rhein.

Ein kleines bisschen Urlaubsgefühl kann man sich auch in direkter Umgebung verschaffen -  Mit der Aussicht vom Drachenfelsen aus.

Es gibt Aussichten, an denen kann ich mich nicht sattsehen. Der Blick vom Drachenfels gehört dazu. Tief unten zieht der Rhein durch das Tal, auf seiner Oberfläche glitzert die Sonne, am gegenüberliegenden Ufer verlieren sich Dörfer und Hügel in der Ferne. Spätestens hier oben stellt sich bei mir ein Gefühl ein, für das andere Hunderte Kilometer fahren: Urlaub.

Guido  Wagner

Guido Wagner

Leiter der Redaktion Rhein-Berg von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Bergischer Landeszeitung/Kölnischer Rundschau“. Bereits während des Studiums hat er als freier Journalist gearbeitet und nach dem Exame...

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Dabei liegt der Drachenfels quasi direkt vor der Haustür. Eine überschaubare Anfahrt, ein paar Stunden Zeit – und schon steht man auf einem Gipfel, der zwar nur 321 Meter hoch ist, sich aber deutlich größer anfühlt. Vielleicht liegt es an der Burgruine. Vielleicht am Rhein. Oder an den Wegen, die mitunter fast ein wenig alpin wirken.

Alte Häuser und Weinlokale zum Einstimmen

Mein Favorit beginnt in Rhöndorf. Schon der Ort mit seinen alten Häusern und Weinlokalen stimmt auf die Tour ein. Dann geht es vorbei an den Weinbergen über schmale, wurzelige Pfade und steile Treppen bergauf. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Rhein. An manchen Stellen kommt tatsächlich ein Hauch von Alpen auf – nur dass unten keine Gletscherbäche rauschen, sondern Frachtschiffe gemächlich vorüberziehen.

Eine schöne Rundtour startet am Bahnhof Rhöndorf, führt am Waldfriedhof vorbei in den Wald und weiter in Richtung Milchhäuschen. An der Wolkenburg entlang geht es zum Drachenfels, über den steilen Rheinsteig zurück nach Rhöndorf. Rund 6,5 Kilometer und knapp 280 Höhenmeter kommen dabei zusammen. Der nach Sturmschäden beeinträchtigte Rheinsteig-Pfad samt Treppen zum Plateau ist inzwischen wieder instandgesetzt. Besonders bei Nässe ist auf dem Abstieg dennoch Trittsicherheit gefragt. Hajo Ludwig hat diese Tour mal veröffentlicht: https://out.ac/eFPdA

Ein schattiger und schöner Weg durchs Nachtigallental

Sanfter ist der Klassiker von Königswinter. Die befestigte Drachenfelsstraße führt vorbei an Schloss Drachenburg hinauf zum Gipfel. Schöner und stiller finde ich die Variante durch das schattige Nachtigallental. Hinauf durchs Tal, hinunter über den Eselsweg: Das ergibt eine abwechslungsreiche kleine Rundwanderung. Und wer müde Beine bekommt, kann die Drachenfelsbahn nehmen.

Wer einen ganzen Wandertag daraus machen möchte, verbindet den Drachenfels mit der Löwenburg. Je nach Streckenführung kommen dabei etwa 15 bis 17 Kilometer und einige Hundert Höhenmeter zusammen. Das ist kein kurzer Sonntagsausflug mehr, sondern eine richtige Tagestour – mit zwei Burgruinen, viel Aussicht und Einkehrmöglichkeiten.

Aber ganz gleich, welchen Weg man wählt: Der entscheidende Moment ist immer derselbe. Man tritt oben an die Kante, die Sicht öffnet sich – und plötzlich liegt einem der Rhein zu Füßen. Dann weht ein wenig Wind um die Burgruine, unten ziehen die Schiffe vorbei, und der Alltag ist erstaunlich weit weg. Mehr Urlaub brauche ich manchmal gar nicht.