Die 18. Bedburger Musikmeile lockt rund 25.000 Menschen in die Bedburger Innenstadt.
Musikmeile mit neun BühnenTausende feiern in Bedburg eine große Open-Air-Party

Bei der 18. Bedburger Musikmeile brachte die niederländische Formation Main Course eine Bee-Gees-Tribute-Show auf die Bühne.
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Tatsächlich steuern sie schon stramm auf die Rente zu. „Aber heute fühlen wir uns fast wieder so jung wie damals auf den Feten im Partykeller der Eltern“, schwärmt Ulrike Jordans und lächelt ihren Harald wie frisch verliebt an: „Mit jedem Song kommen Erinnerungen hoch. Wir sind nun mal Kinder der Disco-Ära.“ Mit solchen Gefühlen stand das eigens vom Niederrhein angereiste Paar am Samstagabend nicht allein da. Tausende Musikfans genossen auf dem Schlossparkplatz eine anderthalbstündige Verjüngungskur, die mit ihren hohen Nostalgiefaktor einfach nur Spaß machte.
Hochprofessionell geleitet wurde die glitzernde Zeitreise von den späten 1960er- bis in die frühen 1980er-Jahre von den sechs Jungs der niederländischen Gruppe „Main Course“. Die Formation gilt als eine der besten europäischen Bee-Gees-Tribute-Bands und machte ihrem Ruf als Top Act der 18. Bedburger Musikmeile dann auch alle Ehre.
Balladen und Disco-Klassiker begeistern das Publikum
Egal ob Balladen wie „Massachusetts“ und „How Deep Is Your Love“ oder Disco-Klassiker wie „Night Fever“, „Staying Alive“ und „You Should Be Dancing“: „Main Course“ mit den Sängern Jeffrey Italiaander, Martijn Bakker und Rik Haaker kam ziemlich nah an die Originale heran, obwohl der einzigartige mehrstimmige Falsettgesang der Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb natürlich selbst mit dem besten Wollen und Können nicht exakt zu kopieren ist.
Und das Schönste: Den vom rührigen Team des städtischen Veranstaltungsmanagements und von vielen Ehrenamtlichen organisierten Spaß, für den man bei einem normalen „Bee Gees by Main Course“-Konzert um die 60 Euro hinblättern muss, und noch viel mehr feine Live-Musik gab es auf der Bedburger Meile dank zahlreicher Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft auch diesmal wieder gratis.
Da mischte sich auch Bürgermeister Sascha Solbach gern ins Getümmel: „Lasst uns diesen wunderbaren Spätsommerabend einfach gemeinsam genießen und vergesst für ein paar Stunden den ganzen Mist, den ihr in den Nachrichten serviert bekommt. Zeigt Haltung und steht ein für Miteinander, Frieden und Toleranz“, rief er den Gästen zu und hob die auch vom Landschaftsverband Rheinland hoch gelobten inklusiven Elemente der Veranstaltung hervor.
In der Tat hatte man sich in Bedburg diesmal besonders viel Mühe gegeben, um auch Menschen mit Behinderungen einen barrierearmen Besuch der Veranstaltung zu ermöglichen. Gleich zu Beginn durfte außerdem mit dem „Collective One“ eine inklusive Band auf die große Hauptbühne. Angesichts des üppigen Programmangebots fiel die Wahl allerdings schwer: Auf den gut 1000 Metern von der Lindenstraße bis zum Kölner Platz waren neun kleine und große Bühnen aufgebaut, und überall in der rappelvollen City gab es starke Sounds von insgesamt 20 Bands, Solisten und DJs auf die Ohren.
25.000 Besucher sorgen für eine beeindruckende Stimmung
Laut Stadt feierten rund 25.000 Besucher eine große Open-Air-Party in der City. So betörte Bergheims Lieblingsitaliener Armando Campana die Fans auf dem Marktplatz mit großer Band nebst den Gastsängerinnen Angela Lentzen und Christine Ladda mit jazzig angehauchtem Italo-Pop. Ein besonderer Gänsehautmoment: Der betagte Papa Luigi war eigens aus Süditalien angereist, um mit seinem Sohn die „Sinfonia Infinita“ im Duett anzustimmen.
Für weitere Highlights sorgten beispielsweise die regionalen Coverbands Free Soul, Somewhere Between und Radiotones, die aus dem musikbegeisterten Kirdorfer Capo-Jugendzentrum hervorgegangenen Newcomer von „Capo on the Rocks“ und „Julika und die Jungs“ oder die jungen Bergheimer Hardrocker von Tribe. Eine Fanta-4-Tribute-Show der Extraklasse boten „Vier gewinnt“ aus Osnabrück. Wer es etwas ruhiger mochte, war bei Tomlex, Nico Gomez, Robert Trajkow und Nico Mono bestens aufgehoben. Die Rave-Fans wurden derweil von den DJs Dino Tils, Brave Bastii und TMBR auf Hochtouren gebracht. Kurzum: In Sachen musikalische Vielfalt ließ auch die 18. Musikmeile keine Wünsche offen.
