Erst sollen es 2000 Euro gewesen sein, dann 10.000 Euro. Angeklagter soll als Drohung mit einer Pistole in die Luft geschossen haben.
41-Jähriger bestreitetProzess wegen Schutzgelderpressung in Bedburg gestartet

Ein 41-jähriger Bedburger muss sich vor dem Landgericht Köln verantworten. Er will sich zur Anklage nicht äußern.
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„Mein Mandant bestreitet die Taten und wird sich schweigend verteidigen“, erklärte Rechtsanwalt Christian Mertens beim Prozessauftakt gegen einen 41-jährigen Bedburger. Dem Mann wird versuchte besonders schwere räuberische Erpressung eines Geschäftsmanns am 8. Februar 2026 vorgeworfen. Zudem überwies das Amtsgericht Bergheim sechs ähnlich gelagerte Fälle von mutmaßlicher Schutzgelderpressung zwischen September 2023 und Mai 2024 in Bergheim ans Landgericht zur Mitverhandlung.
Der Angeklagte soll am Tattag binnen 24 Stunden mehrfach eine Cafébar in Bedburg aufgesucht haben, um Geld von dem Ziehvater des Inhabers zu fordern. Dabei soll er dem Mann gedroht haben, eine Handgranate in seine Bar zu werfen, Drohgebärden mit einem Küchenmesser gemacht und Todesdrohungen gegen dessen Familie ausgestoßen haben. Die anfängliche Geldforderung von anfänglich 2000 Euro soll der Angeklagte im Laufe des Tages bis auf 10.000 Euro hochgeschraubt haben.
Wollte der Angeklagte vom finanziellen Erfolg profitieren?
Da der Geschäftsmann nicht auf die Erpressungsversuche einging, soll der Täter gegen 23 Uhr aus einem Auto Pistolenschüsse in die Luft in Richtung des vor dem Lokal stehenden Geschäftsmanns sowie eines weiteren Mannes abgegeben haben.
Der Ziehsohn des Geschädigten glaubt, dass der Angeklagte von dessen finanziellen Erfolgen profitieren wollte. Am Tattag half der Ziehvater in der Bar, die er wenig später übernahm, aus. Spät am Abend ging ein telefonischer Hilferuf bei dem Sohn ein. „Hier gibt es Probleme, komm’ vorbei“ soll er sinngemäß gesagt haben. Der 24-Jährige will in seinem Auto zu der Bar geeilt sein. Beim Aussteigen habe er einen Knall wie von einem Pistolenschuss gehört.
Er war immer ein guter Mensch
Seinen Vater und den Inhaber der Gaststätte will er mit anderen zusammen in einer gegenüberliegenden Pizzeria angetroffen haben. Auf Nachfragen, was denn passiert sei, soll der Vater geantwortet haben: „Da ist nichts.“ Wenig später sei schon die Polizei eingetroffen. Den mutmaßlichen Täter will der 24-Jährige nicht gesehen haben.
Wie der 24-Jährige sprach auch ein 29-jähriger Zeuge von einer flüchtigen Bekanntschaft mit dem Verdächtigen. Man gehöre zu der lockeren Runde von Männern, die teilweise Arbeitskollegen sind und gelegentlich zusammen in der Bar Kaffee trinken, hieß es. Der 29-Jährige wohnt über der Pizzeria. Dort will er mit einem Bekannten telefoniert haben, der ihn etwa 200 Meter weiter an einem Dönerladen erwartete. Auf dem Weg will er eine Pistolenkugel gefunden haben, die er der Spurensicherung übergab.
Auf Nachfrage bei der Polizei will der 29-Jährige erfahren haben, dass in der Nacht zuvor in der Straße Schüsse gefallen seien. Den Angeklagten beschrieb der Zeuge so: „Er war immer ein guter Mensch.“
Der Prozess am Montag, 7. September, wird fortgesetzt.
