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LandgerichtWer plante den Raubüberfall auf 80-jährige Bergisch Gladbacherin?

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Blick auf das Gebäude des Landgerichts.

Vor dem Landgericht Köln wird ein Raubüberfall auf eine 80-jährige Bergisch Gladbacherin verhandelt.

Die beiden Angeklagten schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Das Urteil wird am Freitag erwartet.

Im Februar überfielen zwei Männer (38 und 50) eine damals 80-Jährige in ihrem Zuhause in Bergisch Gladbach, raubten teure Uhren, exklusive Handtaschen sowie Bargeld, Silber und den in der Garage stehenden Mercedes-Benz. Die Täter entschieden sich dann aber gegen den Verkauf des auffälligen Cabriolets und fackelten es zwei Tage später in einem Wald in Bergisch Gladbach ab.

Dass sie die Tat begangen hatten, hatten beide Angeklagte im Prozess vor dem Kölner Landgericht bereits eingeräumt — wobei der 39-Jährige behauptete, dass eigentlich nur ein Einbruch geplant gewesen sei. Der Mittäter habe die Frau allerdings spontan und entgegen der Absprache überwältigt und gefesselt. Am Dienstag widersprach der 50-Jährige nun der Darstellung seines Komplizen und behauptete, die Idee zu dem Raubüberfall sei die des 38-Jährigen gewesen.

Komplize soll Insiderwissen aus der Bank weitergegeben haben

Diesen habe er erst kurz vor der Tat in Köln kennengelernt, so der 50-Jährige. Man habe gemeinsam getrunken und Drogen konsumiert. Irgendwann habe der 38-Jährige von der späteren Geschädigten und dem von ihr betriebenen Privatbordell erzählt. Auch habe er erwähnt, dass er mal bei einer Bank gearbeitet habe und auf dem Konto der Frau nie größere Geldbeträge eingegangen seien.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der 38-Jährige Insiderwissen aus seiner früheren Beschäftigung bei einer Bank für einen Raub genutzt hätte. Vor Jahren hatte er zwei Räuber mit Informationen über Geldboten in seiner Bank versorgt, wofür er auch verurteilt worden war.

Anders als vom 38-Jährigen in seinem Geständnis behauptet, sei nie die Rede davon gewesen, dass er sich zur Ablenkung vom Opfer habe massieren lassen sollen, damit der 38-Jährige in Ruhe nach Bargeld und anderen Wertgegenständen in dem Haus suchen könne: „Die Idee war: Ich überwältige die Frau und hole ihn dann rein“, sagte der 50-Jährige.

Urteil wird am Freitag erwartet

Und weiter: „Die Tür ging auf, dann hab“ ich die überwältigt, und dann kam er maskiert rein, weil die sich wohl kannten. Bei der Fesselung habe er der Geschädigten auch gleich eine Rolex vom Handgelenk genommen und eingesteckt.

Mit Blick auf das Geständnis des 38-Jährigen wollte es der Vorsitzende Christoph Kaufmann dann aber nochmal ganz genau wissen: „Er wusste also, dass das kein Ablenkungsmanöver wird, wenn sie da klingeln?“ Der 50-Jährige bejahte unumwunden. Bei der Überwältigung der Frau habe er sich „bemüht alles vorsichtig zu machen“, erklärte der 50-Jährige weiter, was ihm wohl auch gelungen war. Die Geschädigte hatte in ihrer Aussage von einem „sanften“ und „elastischen“ Vorgehen gesprochen.

Auch habe er die Frau wiederholt gefragt, ob es ihr gut gehe, ob sie Medikamente brauche, so der 50-Jährige. Auch das eine Aussage, die von der mittlerweile 81-Jährigen bestätigt worden war. Der Angeklagte bestritt aber, gedroht zu haben, den Hund zu töten, falls sie nicht sage wo der Safe sei: „Ich hab ihr mit der Faust gedroht, wegen der PIN und so“, sagte der 50-Jährige mit Blick auf ebenfalls erbeutete EC-Karten.

Im Prozess gegen die bereits einschlägig vorbestraften Männer wird am Freitag ein Urteil erwartet.