Der Förderverein setzt sich mit einer Petition und einem Appell an die Bürgermeister für die Musikschule La Musica ein.
Zukunft der La MusicaEmotionale Töne im Kampf um Musikschule

Die Bigband der Musikschule La Musica bei der Probe.
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Im Kampf um den Erhalt der Musikschule La Musica hat der Schatzmeister des Fördervereins, Dieter Ehrmanntraut, eine emotionale E-Mail an die Bürgermeister von Bedburg, Elsdorf, Kerpen und Pulheim geschrieben, also jener Kommunen, die ihren Austritt aus dem Zweckverband erklärt haben. „Wir bitten Sie nochmals, Ihre Position gegenüber der Musikschule zu überdenken“, schreibt Ehrmanntraut.
Ehrmanntraut warnt vor einem Imageverlust der Kommunen und Amtsinhaber, vor „kultureller Unbedeutsamkeit“ und davor, dass die Arbeitsplätze der Lehrkräfte wegfallen. Er schlägt auch kritische und vorwurfsvolle Töne an. Unter den von den Kommunen ins Auge gefassten Alternativen habe er „noch kein vernünftiges Konzept erkennen können, eine musikalische Bildung zu ermöglichen“. Um die Qualität zu halten, würden sich die Kosten der Städte vervielfachen.
Rhein-Erft: Mangelnde Transparenz bei den Finanzen gebe es nicht mehr
Und mangelnde finanzielle Transparenz könne man der Musikschule La Musica nicht mehr vorwerfen, sagt Ehrmanntraut. „Ich denke, die Musikschule hat Ihnen in den vergangenen zwei Jahren genug Zahlen geliefert, um die von Ihnen damals geforderte Transparenz zu schaffen“, schreibt Ehrmanntraut. „Man muss sich halt um die Dinge kümmern.“
Ehrmanntraut vermutet daher andere Gründe für die drohende Auflösung der Musikschule, für deren Erhalt sich bisher ausschließlich die Stadt Bergheim ausgesprochen hat. „Ein Unverständnis dafür, wie wichtig kulturelle Bildung gerade heute geworden ist? Wahrscheinlich“, schreibt Ehrmanntraut.
Er fordert die Bürgermeister zudem auf, die von ihm auf change.org initiierte Petition zu unterstützen, sie in den Rathäusern zu verteilen sowie Mitarbeiter und Ratsmitglieder aufzufordern, sich an der Petition zu beteiligen. „Dies würden wir als Zeichen sehen, dass Sie Ihre Meinung überdacht und Ihre Position in Ihren Gemeinden verändert haben“, so Ehrmanntraut.
Sein Schreiben schließt der Schatzmeister des Fördervereins mit einem Wunsch für das Weihnachtsfest: „Sollten Sie an Ihrer Position weiterhin festhalten, wünsche ich Ihnen, dass Sie wenigstens am Heiligabend unter dem Baum oder beim festlich gedeckten Tische in Ihren Gedanken weilen und an all die Menschen denken werden, die durch Ihre Entscheidung so vor den Kopf gestoßen wurden und welch wertvolle Möglichkeit ihnen gestohlen wurde.“
„Eine emotionale E-Mail ist das eine und die vorhandene Faktenlage das andere“, sagt Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller. „Nach wie vor gibt es viele offene Fragen, über die man bei allem guten Willen nicht hinweg sehen kann – insbesondere die Sozialtarife und die Beteiligung anderer Träger.“ Insofern gebe es nichts Neues, über das ein Stadtrat entscheiden könne, weil die Kritikpunkte nicht gelöst würden. „Selbst ein Beschluss des Elsdorfer Rates als kleinste Kommune könnte wohl wenig ändern, wenn große Fraktionen aus Kerpen und Pulheim an ihrer Entscheidung festhalten.“
Die Stadt Pulheim bestätigt lediglich den Eingang des Schreibens und verweist auf die Vorlage für den Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit. Dort heißt es: Zum jetzigen Zeitpunkt erscheine der Kündigungstermin zum Ende des Jahres unter Berücksichtigung der Risiken, etwa bei den Personalkosten und bei der Entscheidungsfindung der anderen Kommunen, „als unumstößlich“. Aus Bedburg und Kerpen war am Freitag, 28. November, keine Stellungnahme mehr zu erhalten.
Am 17. Dezember entscheidet die Zweckverbandsversammlung der Musikschule, wie es weitergeht oder ob die Musikschule zum Jahresende vor dem Aus steht. Vorher steht das Thema noch in einigen Kommunen auf der Tagesordnung, in den Räten von Bedburg und Kerpen am 16. Dezember, in Pulheim zunächst im Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit am Dienstag, 2. Dezember.

