Das Maria-Hilf-Krankenhaus meldete sich zeitweise von der Kreisleitstelle ab, wurde also nicht mehr von Rettungswagen angefahren.
IT-AusfallKrankenhaus in Bergheim war vom Stromausfall betroffen

Das Bergheimer Maria-Hilf-Krankenhaus mussten am Wochenende die Notstromaggregate versorgen.
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Am Wochenende war es zu einigen Stromausfällen im Rhein-Erft-Kreis gekommen. Davon war auch das Maria-Hilf-Krankenhaus betroffen, wie eine Sprecherin des Krankenhauses bestätigte. Der Strom sei dort am Samstag (27. Juni) zwischen 0.30 und 1 Uhr nachts ausgefallen. Das hatte zu IT-Problemem geführt, wegen der sich das Krankenhaus zeitweise von der Kreisleitstelle abmeldete. Das heißt: Die Rettungswagen fuhren dann nicht mehr das Krankenhaus in Bergheim an, sondern ein anderes.
Die Notstromaggregate des Maria-Hilf-Krankenhauses seien circa 45 Minuten lang in Betrieb gewesen. Als zusätzliche Kontrollinstanz würden in so einem Fall auch technische Mitarbeiter sicherstellen, dass die Notversorgung funktioniert.
Bergheim: Maria-Hilf-Krankenhaus lief auf Notstrom
Laut der Sprecherin sei es zu keinen Problemen bei der Versorgung der Patienten in der Intensivstation gekommen, die beispielsweise auf Beatmung angewiesen sind. Für lebensnotwendige Geräte gebe es eine „unterbrechungsfreie Stromversorgung“ über batteriebetriebene Geräte, die maximal zehn Minuten laufen können. Diese überbrücken im Fall eines Stromausfalls eine Verzögerung beim Anspringen der Notstromaggregate, die bis zu 15 Sekunden andauern könne.
Wegen des Stromausfalls sei allerdings die IT für zwei Stunden ausgefallen. „Man kann dann keine Krankenkarte einlesen, keinen Entlassbrief eingeben“, sagte die Sprecherin des Krankenhauses. Ohne Zugriff auf wichtige Patientendaten wie Vorerkrankungen oder eingenommene Medikamente habe das Krankenhaus sich bei der Kreisleitstelle abgemeldet. Rettungswagen mit kritischen Unfällen fuhren in dieser Zeit also andere Krankenhäuser an.
Triage bei Patienten in Bergheim
Patienten, die fußläufig das Krankenhaus aufsuchten, habe man triagiert. Kritische Notfälle habe man weiterhin behandelt, in anderen Fällen hätten die Patienten entweder warten oder eigenständig ein anderes Krankenhaus aufsuchen müssen, erklärt die Sprecherin des Maria-Hilf-Krankenhauses.
Die Intensivstation sei aktuell mit acht belegten Betten voll ausgelastet, wobei vier der Patienten wegen der starken Hitze dazugekommen seien. Wie viele Menschen insgesamt wegen der Hitze das Krankenhaus aufsuchten, konnte die Sprecherin nicht sagen. Es seien allerdings nicht nur ältere Menschen, sondern alle Altersgruppen betroffen.
Stromausfälle auch in Bedburg, Kerpen und Frechen
Auch in anderen Städten im Kreisgebiet war es am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag zu Stromausfällen gekommen. Laut Westnetz waren von einem Stromausfall in Bedburg rund 2000 Menschen betroffen. Nach Auskunft der Stadt Bedburg hatte der Stromausfall für einen technischen Defekt am Freibad gesorgt, sodass über Stunden keine Menschen hineingelassen wurden. Erst um 14 Uhr sei der Fehler behoben worden.
In Kerpen-Sindorf war es nach einem Brand in einer Trafostation ebenfalls zu einem Stromausfall gekommen. Die Kerpener Feuerwehr war am Freitagabend gegen 22.30 Uhr zu dem Feuer in die Paul-Klee-Straße und Am Entenpfuhl in Sindorf gerufen worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, sei das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht worden. Insgesamt waren 70 Rettungskräfte im Einsatz, zwei Personen wurden in Krankenhäuser gebracht.
Westnetz habe die Stromversorgung für die meisten Haushalte zügig wiederherstellen können. Rund 2200 Menschen seien betroffen gewesen, 35 Haushalte waren erst um 6 Uhr wieder am Netz. In Frechen waren rund 1800 Menschen wegen eines Schwefelbrands in einer Ortsnetzstation von einem Stromausfall betroffen.
