Erst regnete es in Strömen, dann legte der Besucher-Andrang bei Sonnenschein beinahe den umliegenden Verkehr lahm.
Bei bestem WetterPaffendorfer Schlossfrühling löste Besucher-Ansturm in Bergheim aus

Beim Paffendorfer Schlossfrühling konnten zumindest am gestrigen zweiten Tag tatsächlich Frühlingsgefühle keimen und sprießen.
Copyright: Joachim Röhrig
„Heute Morgen habe ich in der ersten Stunde schon mehr Leute befördert als gestern den ganzen Tag über“, erzählte der nette Shuttlebusfahrer seinen Fahrgästen am Sonntagvormittag, „und das war vermutlich erst der Anfang. Am Nachmittag wird das hier noch richtig heftig.“ Der Mann sollte Recht behalten.
Bergheim: Kunst- und Handwerkermarkt unter neuer Regie
Tatsächlich präsentierte sich der Paffendorfer Schlossfrühling am Wochenende wetterbedingt als turbulentes Schauspiel der krassen Gegensätze. Der erste Akt des unter neuer Regie inszenierten Kunsthandwerksmarktes bot am Samstag erst Dauerregen, später dann Schauer, Wind und Kälte. Andrang und Begeisterung hielten sich verständlicherweise in engen Grenzen. Am Sonntag tauchte der ersehnte Hauptdarsteller namens Frühling zur allgemeinen Überraschung doch noch auf, und er lockte das Marktpublikum in Scharen zur Freiluftvorstellung in den idyllischen Park des historischen Anwesens. Ein paar Unannehmlichkeiten mussten die Gäste dennoch verkraften.
Mit Marcus Remarks MMR GmbH aus Neukirchen-Vluyn hatte ein neuer Ausrichter die Organisation des seit vielen Jahren beliebten Kunst- und Handwerksmarktes übernommen. „Ein besseres Ambiente als diesen schönen alten Park im Schatten des Paffendorfer Schlosses kann man sich kaum vorstellen“, berichtet Mitarbeiterin Nina Faessen, „da mussten wir nicht lange überlegen und haben uns neben dem neuen Namen Schlossfrühling auch noch ein paar andere Sachen einfallen lassen, um den Markt noch attraktiver zu machen.“

Bonbonmacher Florian Belgard aus Mechernich war einer von rund 100 Ausstellenden, die beim Paffendorfer Schlossfrühling Kunsthandwerk von guter Qualität feilboten.
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Durch mehr Angebote für die ganz jungen Gäste – etwa Osterhasen-Basteln, Filzen, Kinderschminken und ein kleines Alpaka-Gehege – sollte die Veranstaltung noch familienfreundlicher werden. Vor allem der Mechernicher Bonbonmacher Florian Belgard, bei dem sich die Kleinen ihre eigenen Lollis fabrizieren konnten, kam gut an. Dazu gab es ein wenig dezente Live-Musik und eine ganze Reihe neuer Ausstellerinnen und Aussteller.
Am bewährten Kern hielt man jedoch fest: Bei der Auswahl der Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker wurde großer Wert auf individuelle Qualität und einen bunten Branchenmix gelegt. An rund 100 Ständen fanden die Gäste insgesamt sehr ansprechende handwerkliche Produkte vor. Die breitgefächerte Palette reichte von Frühjahrspflanzen, Gartendekoration, Mode und kulinarischen Leckereien aller Art bis hin zu Schmuck, Tierzubehör, anspruchsvollen Kunstobjekten, Möbeln, Korbwaren, Spielzeug und Bilderbüchern.

Die Kehrseite: Auf der Paffendorfer Ortsdurchfahrtsstraße kam der Verkehr zeitweise fast zum Erliegen.
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Biergartenatmosphäre breitete sich derweil zumindest am fast frühlingshaften Sonntag rund um die gigantische Platane im Herzen des Parks auf, wo man im Sonnenschein allerlei Süßes und Herzhaftes genießen konnte. Da waren die Unannehmlichkeiten des Vortages bei den Organisatoren und den Ausstellenden schnell vergessen. Am Samstagmorgen hatten sie ihre Stände noch im Dauerregen auf matschigem Untergrund aufbauen müssen.
Doch auch die sonntägliche Wetterwende hatte ihre Kehrseite: Wer früh gekommen war, hatte noch Glück, doch ab dem Mittag wurde der Andrang eigentlich schon zu groß. Jedenfalls kam das Verkehrskonzept, das die Ausrichter gemeinsam mit der Stadtverwaltung ausgeklügelt hatten, an seine Grenzen. Auf der Paffendorfer Ortsdurchfahrt lief zeitweise fast nichts mehr; alle Nebenstraße waren zum Schutz der Anwohnenden abgeriegelt worden.
Auch die Shuttlebusse, die die Gäste vom schnell restlos belegten Großparkplatz im Gewerbegebiet zum Schloss befördern sollten, kamen kaum durch. Wer es dann endlich bis zum Schauplatz geschafft hatte, brauchte in der Warteschlange am Parkeingang nochmals Geduld. Die meisten Besucher nahmen es jedoch gelassen hin: Wer mag sich schon groß ärgern, wenn endlich mal Frühling ist?

