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Teurer MuskelaufbauPreise für Proteinpulver steigen, Händler melden Engpässe

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Proteinpulver

Mehr als vier Millionen Haushalte in Deutschland kaufen Proteinpulver. (Symbolbild)

Proteinpulver ist in Deutschland knapp und teuer. Die hohe Nachfrage sorgt für leere Regale und steigende Preise.

In Deutschland besteht momentan eine hohe Nachfrage nach Proteinen, auch in pulverisierter Form. Allerdings müssen Konsumenten für solche Erzeugnisse zunehmend mehr bezahlen. „Die Molkenpulverpreise sind seit Mitte 2023 kontinuierlich gestiegen“, stellt Alexander Anton, der Generalsekretär des Europäischen Milchindustrieverbands, fest. Diese Entwicklung habe sich seit Anfang des laufenden Jahres merklich beschleunigt.

Das gestiegene Preisniveau resultiert ebenfalls aus einer globalen Angebotsverknappung. Obwohl die Versorgung auf dem deutschen Markt als gesichert gilt, erwartet Anton keine Preissenkung bei Proteinpulver. Üblicherweise wird das Pulver, welches vorwiegend aus getrockneter Molke besteht, mit Wasser oder Milch zu einem Shake vermischt und konsumiert. Hersteller bewerben das Produkt mit dem Hinweis, es fördere den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse.

Lieferengpässe durch hohe Nachfrage

Aufgrund des starken Interesses sind die Erzeugnisse im Einzelhandel phasenweise nur begrenzt erhältlich. Dies kann auch in Supermärkten und Drogeriemärkten im Kölner Raum zu Lücken im Sortiment führen. Ein Sprecher von Rewe bestätigt, dass es bei bestimmten Marken von Proteinpulver momentan phasenweise zu einer limitierten Verfügbarkeit kommt. Die Drogeriekette dm informiert ebenfalls darüber, dass bei Artikeln mit besonders hoher Nachfrage „vereinzelt zu temporären Lieferengpässen“ auftreten können.

Das Sortiment an proteinhaltigen Erzeugnissen wurde vom Einzelhandel in den letzten Jahren erheblich erweitert. Daten des Marktforschungsunternehmens YouGov zufolge haben kürzlich 4,6 Millionen Haushalte in Deutschland wenigstens einmal Proteinpulver erworben. Innerhalb von zwölf Monaten sei diese Kennzahl um 66 Prozent angewachsen, wird berichtet. Hauptsächlich wird diese Entwicklung von Personen vorangetrieben, die zwischen 1982 und 2011 geboren wurden.

Abnehmspritze als weiterer Faktor für Nachfrage

Kerstin Keunecke, die Bereichsleiterin für Milchwirtschaft bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, berichtet, dass die Pulverpreise seit Januar um 40 bis 60 Prozent zugelegt hätten. Als Ursachen werden das lebhafte Kaufinteresse sowie gewandelte Ernährungsgewohnheiten genannt. Sowohl bei Sporttreibenden als auch im Rahmen einer eiweißbetonten, diätischen Ernährungsweise seien proteinhaltige Erzeugnisse beliebt.

Laut Keunecke hat das Kaufinteresse vor allem in den USA jüngst zugenommen, was auch auf Medikamente wie die Abnehmspritze zurückzuführen sei. „Diese führt zu einem verringerten Hungergefühl und trägt damit dazu bei, das Gewicht zu reduzieren“, erläutert sie. Um einem Verlust von Muskelmasse während der Gewichtsabnahme vorzubeugen, wird Patienten eine proteinreiche Kost nahegelegt.

Produzenten erwarten keine schnelle Preiskorrektur

Die angespannte Marktsituation ist auch für „The Quality Group“ spürbar, die Firma hinter den populären Marken More Nutrition und ESN. Eine Unternehmenssprecherin erklärt, dass Molke als Nebenerzeugnis bei der Käseproduktion anfalle und die Menge deshalb nicht willkürlich gesteigert werden könne. Um den gleichen Rohstoff würden die verarbeitenden Betriebe im Wettbewerb stehen. Eine besondere Knappheit bestehe bei qualitativ hochwertigeren Proteinkonzentraten wie WPC und WPI. Man sehe „aktuell keine reine kurzfristige Preisspitze, sondern eine Marktkorrektur in einem strukturell enger gewordenen Molkenproteinmarkt“.

Der große Molkereikonzern DMK hat laut eigenen Aussagen seine Fertigungskapazitäten schon erhöht und steckt circa 26 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte für Molkenprotein, die im niedersächsischen Edewecht entstehen soll. Trotzdem dämpft DMK die Erwartungen an fallende Preise. Eine Sprecherin teilte mit, dass der Konzern und die Agrarbetriebe in zahlreichen Segmenten Kostensteigerungen registrierten. Für die Fertigung seien Investitionen in Technologie und Fachwissen unerlässlich. „Unternehmen müssen all dies tragen, um zukunftsfähig zu bleiben.“

Der Trend zu Proteinen macht sich auch bei anderen eiweißhaltigen Nahrungsmitteln bemerkbar. Auch bei Skyr und Tofu traten in den letzten Monaten häufiger Lieferengpässe auf, was die Verfügbarkeit dieser Erzeugnisse phasenweise limitierte. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.