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Erneuerbare Energien in Bergheim
Grüne fordern Windkraft im Wald

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Bergheim – Bis zum Jahr 2032 will das Land Nordrhein-Westfalen 1,8 Prozent seiner Fläche für den Ausbau der Windenergie bereitstellen. Bergheim liegt mit zwei Prozent knapp darüber. Für das grüne Bergheimer Ratsmitglied Peter Hirseler  geht das nicht weit genug.  Er fordert, dass die Stadt einen größeren Teil ihres Gebietes für die Windkraft zur Verfügung stellt – wenn nötig auch im Wald.

In einer Stellungnahme hat sich die Verwaltung zu den Plänen der Landesregierung geäußert und eigene Standpunkte dem Rat erläutert. Doch für Hirseler ging das „deutlich in die falsche Richtung“. „Die ganze Stellungnahme  ist nicht progressiv auf Erneuerbare Energien ausgerichtet. Genau das Gegenteil ist der Fall“, warf der Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion der Verwaltung vor. „Wir müssen nicht nur Energie sparen, wir müssen produzieren, produzieren, produzieren.“ Der Bedarf an Energie steige nicht nur wegen des Ukraine-Krieges stark, so Hirseler. „Bergheim wächst weiter. Wir brauchen mehr Strom für Heizungen. Wir werden viele Elektroautos haben.  Und Bergheim als Flächenstadt muss die Energieversorgung von Köln mitübernehmen. Denn Köln fehlen die Flächen dazu.“

Auch die SPD fordert mehr Fläche für Windräder

Deshalb forderte der Grünen-Vorsitzende vom Rat, sich für einen massiven Ausbau der Windenergie einzusetzen. Vorsichtige Unterstützung für Hirselers Vorstoß kam von SPD-Ratsmitglied Franz Schallenberg. Es müsse zumindest geprüft werden, ob nicht doch mehr als zwei Prozent der Fläche für Windkraft zur Verfügung gestellt werden könne. „Nach Möglichkeit sollten wir die Fläche auf drei Prozent erhöhen“, sagte Schallenberg.

Laut  Verwaltung ist es für die Stadt wichtig, selbst zu entscheiden, ob sie die im Regionalplan ausgewiesenen Flächen zusätzlich ausweisen möchte oder für einen anderen Zweck dringender benötigt. In Bergheim gebe es eine große Flächenkonkurrenz hinsichtlich der Nutzung, sagte Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete der Stadt.  Auch betont die Verwaltung, dass das Pflanzen von Bäumen im geschädigten Wald Vorrang vor der Errichtung von Windrädern habe. Stichwort: Klimawandelvorsorge und Kohlendioxidbindung. Für den Bau von Windkraftanlagen würden sich auch andere Flächen anbieten.

Bergheim wartet auf den ausgestalteten Landesentwicklungsplan

„Wenn nun aber gesagt wird, dass wir keine Windkraft im Wald wollen, ist das  nicht der Fall“, erläuterte Schwan-Schmitz. „Bisher haben wir nur einzelne Stichpunkte des Landesentwicklungsplans erhalten. Wir warten noch auf die Ausgestaltung des Entwurfs.“  Doch die Begründung der Technischen Beigeordneten wollte Hirseler nicht gelten lassen. „Bergheim kann Windräder in den Wald bauen und trotzdem Bäume pflanzen“, sagte er. Das habe den doppelten Klimaschutz-Effekt.

Winfried Kösters, parteiloses Ratsmitglied, schlug sich auf die Seite der Verwaltung. Das Ziel sei, Kohlendioxid einzusparen, sagte Kösters. „Dieses Ziel mit dem Ausbau der Windenergie zu erreichen, das ist eine Möglichkeit. Es gibt viele Möglichkeiten. Jetzt kommt es darauf an. Was ist für Bergheim das Optimale?“

Land NRW will den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben

Hintergrund der Stellungnahme der Kreisstadt ist ein Beschluss der Landesregierung. Die Koalition aus CDU und Grünen einigte sich im August darauf, dass der Landesentwicklungsplan NRW zum Ausbau der Erneuerbaren Energien verändert wird. Ziel ist es nun, das Wind-an-Land-Gesetz zügig umzusetzen.

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Aktuell prüft das Land, wie die Windenergiebereiche auf die Regionen verteilt werden können. Im Frühjahr nächsten Jahres ist die Beteiligung der Bürger geplant. Noch im ersten Halbjahr 2024 will die Landesregierung die Änderungen des Landesentwicklungsplans beschließen.

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