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Geschäfte, Gastronomie und andere DienstleisterExperten testen – So barrierefrei ist Brühl

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Silke Katzfuß, stellv. Vorsitzende im Inklusionsbeirat, Lilo Schmitz, Professorin und Begleitung des Projekts, Ralf Bauer, Vorsitzender des Inklusionsbeirats, lächeln in die Kamera.

Silke Katzfuß, stellv. Vorsitzende im Inklusionsbeirat, Lilo Schmitz, Professorin und Begleitung des Projekts, Ralf Bauer, Vorsitzender des Inklusionsbeirats.

Vier Vor-Ort-Termine in Brühl soll es in Zusammenarbeit der Technischen Hochschule Köln und dem städtischen Inklusionsbeirat geben.

Die Brühler Innenstadt wird in den kommenden Monaten aus einer besonderen Perspektive unter die Lupe genommen. Der städtische Inklusionsbeirat um seine Vorsitzenden Ralf Bauer und Silke Katzfuß hat ein Projekt angestoßen, das die fehlenden Schritte auf dem Weg zu einer barrierefreien Stadt aufzeigen soll. „Wir wollen die Innenstadt vom Stern über den Markt bis zur Heinrich-Esser-Straße und Comesstraße untersuchen“, macht Bauer klar.

Bereits seit Mai vergangenen Jahres gibt es dazu einen Arbeitskreis, nun holt man sich wissenschaftliche Unterstützung an Bord. Die Technische Hochschule Köln initiiert im Sommersemester unter Führung der in Brühl lebenden Professorin Dr. Lilo Schmitz ein Seminar unter dem Titel „Barrierefreies Brühl?“ Bauer und Katzfuß begleiten die vier geplanten Vor-Ort-Termine in der Stadt mit ihrer Expertise. „Den Kontakt zur Hochschule hat die Stadtverwaltung hergestellt“, erklärt Bauer.

Auch Lesbarkeit und Verständlichkeit wird untersucht

Das Augenmerk gilt dem Einzelhandel, der Gastronomie und anderen in der City beheimateten Dienstleistern. Experten und Studierende wollen zusammentragen, wo Stufen und schwergängige Türen den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erschweren, wo Werbeaufsteller zu Hindernissen werden oder mangelnde Beleuchtung Menschen mit Sehschwäche Probleme bereitet.

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Auch der Lesbarkeit und Verständlichkeit gilt die Untersuchung. „Man sollte schon vor dem Geschäft mit einem Blick erkennen können, was etwa die Kugel Eis oder das Brötchen kostet. Das ist nicht immer und nicht nur für Menschen mit kognitiven Einschränkungen ein ewiges Ärgernis. Wir sind eine multikulturell geprägte Gesellschaft und auch der integrative Gedanke zieht und spricht für eine klare Lesbarkeit“, findet Bauer. Anfang Juni sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Zudem will der Inklusionsbeirat den Austausch mit Geschäftsleuten suchen. Für Bedürfnisse sensibilisieren „Uns geht es nicht darum zu meckern. Wir wollen gute Lösungen lobend erwähnen, zu Veränderungen anregen und für Bedürfnisse sensibilisieren“, sagt Bauer. Manchmal reiche eine kleine Rampe, eine Funkklingel am Eingang oder besseres Licht. „Die Bevölkerung wird älter. Damit nimmt auch die Zahl der Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu. Und auch diese sind Kunden für die Geschäfte“, betont Bauer. Es könne sich also auch für Gastronomen und Ladenbesitzer auszahlen, allen Brühlern einen Zutritt ohne Hürden zu ermöglichen.

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