Seit 1980 gibt es das Geschäft „Blumen Helga“ in Brühl-Kierberg. Ende März ist nun Schluss. Doch Inhaberin Nathalie Köhler arbeitet bald nur wenige Meter entfernt.
Inhaberin macht weiterBei „Blumen Helga“ in Brühl gehen nach Jahrzehnten die Lichter aus

Blumenhändlerin Nathalie Köhler wird ihr Geschäft „Blumen Helga“ aufgeben, aber in veränderter Form weitermachen.
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Es waren alles andere als gute Neuigkeiten, mit denen sich Blumenhändlerin Nathalie Köhler vor einigen Monaten konfrontiert sah. Der Vermieter ihrer Geschäftsräume kündigte einen Umbau und eine veränderte Nutzung des Hauses an der Kierberger Schulstraße und damit auch das Ende des Ladens an.
Eine bittere Nachricht sei das gewesen und weil sie als Gewerbetreibende keinen besonderen Mieterschutz genieße, habe es auch keine Hoffnung auf eine Wende in der Angelegenheit gegeben, sagt Köhler. Nun aber hat sich eine Lösung gefunden. Für Köhler geht es in veränderter Form wenige Meter entfernt weiter. Sie wird künftig im ebenfalls an der Schulstraße gelegenen Kretaladen „Kroussos“ Sträuße, Topfblumen und Gestecke anbieten, die sie in den eigenen vier Wänden vorbereitet. Darauf hat sie sich mit der dortigen Inhaberin Michaela Grigorakis verständigt. Ein Glücksfall sei das, betont Köhler.
Urgroßvater der Floristin gründete Unternehmen an der Berrenrather Straße
Zunächst aber heißt es Abschied nehmen. Ende März ist an vertrauter Stelle Schluss. Blumen Helga, so der Name des Ladens, wird das Ladenlokal an der Schulstraße verlassen. Damit endet eine lange Geschichte. Köhler führt das Geschäft in vierter Generation. Ihr Urgroßvater begann einst mit einer Samengroßhandlung wenige Meter weiter an der Berrenrather Straße.
1980 folgte der Umzug in das heutige Ladenlokal – noch unter der Regie von Köhlers Mutter. „Zuvor hatte dort ein Schuster seinen Betrieb“, sagt die 57-Jährige, die das Geschäft 1998 übernahm. „Ich hätte gerne noch eine Weile an der gewohnten Stelle weitergemacht“, sagt sie. Aber selbst den Wunsch, noch bis Muttertag bleiben zu dürfen, habe der Vermieter mit Verweis auf den anstehenden Umbau nicht erfüllen wollen.
„Viele Kierberger waren traurig“, sagt Köhler. Und ein vergleichbares Ladenlokal im Umfeld sei nicht zu finden gewesen. „Ganz woanders hinzugehen, war kein Thema. Ich habe ja hier in Kierberg meine Kunden“, erklärt sie. Umso glücklicher stimmt sie die Chance, die der Kretaladen ihr nur wenige Häuser weiter bietet.
Dort hat sie zwar weniger Platz, aber damit will sie sich arrangieren. Die eigentliche Arbeit erfolgt künftig in ihrem Zuhause an der Berrenrather Straße, wo sie insbesondere zuvor im Laden oder telefonisch bestellte Gestecke und Sträuße zusammenstellen will. Anderthalb Tage in der Woche wird sie künftig im Kreta-Laden stehen und so wiederum Michaela Grigorakis entlasten. „Ich denke, das ist eine gute Lösung für beide Seiten“, sagt sie. Daher wolle sie auch nicht im alten Laden Abschied, sondern im neuen ihren Einstand feiern.


