Die Grünen fürchten, dass ein mögliches schwarz-rotes Bündnis im Brühler Rat die Weichen für einen Ausbau des Freizeitparks stellt.
Treffen geplantGrüne in Brühl wollen Widerstand gegen Erweiterung des Phantasialands bündeln

Die Grünen wollen sich zusammen mit Vereinen und Initiativen für den Erhalt des Naturschutzgebietes rund um den Ententeich einsetzen. Interesse an der Nutzung des Areals für weitere Bauten hat das Phantasialand.
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Die Brühler Grünen wollen jenen Akteuren eine Plattform bieten, die sich gegen eine Erweiterung des Phantasialands auf Kosten des teils unter Naturschutz stehenden Areals rund um den Ententeich starkmachen. Das erklärt die Parteivorsitzende Elisabeth Kühl nach einem Treffen unter Beteiligung von Vertretern des Nabu, der Initiative „50TausendBäume“ und des Klimabündnisses Brühl.
Es solle nun regelmäßig Zusammenkünfte geben, um Informationen auszutauschen und zu schauen, „wo es Sinn macht, Dinge zu bündeln und Synergien zu nutzen“, so Kühl. Ziel des ersten Treffens sei es gewesen, die ökologische Bedeutung des Gebiets zu beleuchten und gemeinsam rechtliche, politische und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten zu erörtern, falls das Naturschutzgebiet künftig für eine Erweiterung des Phantasialands zur Disposition stehen sollte.
Entwidmung des Naturschutzgebietes hätte weitreichende Folgen
Das Naturschutzgebiet Ententeich – ein rund 14 Hektar großes, teils bewaldetes Areal um einen See – sei Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten und ökologisch bedeutsam für die Region, so die Grünen. Es stehe seit Jahrzehnten unter Schutz und sei Teil des Biotopverbunds der Ville-Seenplatte. „Eine Entwidmung eines ausgewiesenen Naturschutzgebiets dieser Größe würde einen bundesweiten Präzedenzfall darstellen und hätte weitreichende Folgen über Brühl hinaus“, heißt es.
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Jüngster Anlass, aktiv zu werden, sind die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD. Die beiden Parteien könnten die Nachfolge des rot-grünen Mehrheitsbündnisses im Brühler Rat antreten. Letzteres hatte die vom Phantasialand erhoffte Erweiterung per Moratorium auf Eis gelegt. CDU und SPD hatten sich im Wahlkampf hingegen offen für den Start eines Bauleitverfahrens gezeigt.
Sorge vor Kurswechsel im Stadtrat – Klagen nicht ausgeschlossen
Daher sehe man „die Gefahr, dass das Schutzgebiet künftig wirtschaftlichen Interessen eines privaten Unternehmens, des Brühler Phantasialands, untergeordnet werden könnte“, so die Grünen. Mögliche Gewinne würden dann privatisiert, während finanzielle, ökologische und gesellschaftliche Lasten von der Allgemeinheit zu tragen wären, folgert die Partei.
„Uns ist wichtig, frühzeitig gemeinsam mit Umweltverbänden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu überlegen, wie wir reagieren können, sollten konkrete Schritte zur Aufhebung des Schutzstatus oder zur Neuverhandlung von Grundstücksfragen eingeleitet werden“, erklärt Kühl. „Dabei geht es um rechtliche Klarheit, politische Verantwortung und Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.“ Als möglich gelte auch Klagen gegen die Erweiterung auf Kosten des Naturschutzgebietes. So hatte etwa der Nabu Rhein-Erft vor einiger Zeit erklärt, Geld für eine Klage sei vom Kreisverband zurückgelegt worden.
Kühl sagt dazu: „Dass abhängig von der weiteren Entwicklung von einer Organisation geklagt wird, kann ich nicht ausschließen, aber an diesem Punkt sind wir noch nicht. Und ich kann ohnehin nicht für Umweltbündnisse sprechen. Vorerst geht es darum, zu schauen, wo wir stehen, welche Informationen vorliegen.“

