Abweichungen von bislang geplanter Fassadengestaltung wurden in den Blick genommen: Einsparungen erscheinen möglich, Verzögerungen dann aber unumgänglich.
BauprojektMehrere Millionen Euro könnten bei Errichtung der Feuerwache in Brühl gespart werden

Der Bau der Brühler Feuerwache schreitet voran. Unterdessen geht die Suche nach Einsparmöglichkeiten weiter.
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Wie vom Rat beschlossen hat sich die Verwaltung nochmals mit der Gestaltung der sich bereits im Bau befindlichen, rund 100 Millionen Euro teuren Feuer- und Rettungswache an der Römerstraße beschäftigt. Dabei wurde die Gestaltung der Fassade in den Blick genommen, um mögliche Einsparungen zu ermitteln. Bislang war eine teils begrünte Holzfassade mit Photovoltaik-Modulen geplant. Nun hat das beauftragte Architekturbüro Kosten und zeitliche Auswirkungen unterschiedlicher Abweichungen untersucht. Eine nähere Betrachtung einer Klinkerfassade wurde aus statischen Gründen nicht vorgenommen.
Grundsätzlich erklärt die Verwaltung in der Vorlage für den städtischen Hauptausschuss am Montag, 20. April, 17 Uhr, dass „eine Änderung der Planung zum jetzigen Zeitpunkt Risiken birgt und je nach Änderung zu deutlichem zeitlichem Mehraufwand führt“. Im Falle einer politisch gewünschten Umgestaltung favorisiert man in Anbetracht der potenziellen Einsparmöglichkeiten und in Abwägung der Risiken und Nachteile seitens der Verwaltung eine Variante, die die Fassadenbegrünung auf die Vorgabe des Bebauungsplanes (900 Quadratmeter) reduziert, einen Wegfall der Photovoltaik-Wandmodule und einen Austausch der ursprünglich vorgesehenen Holzanteile durch eine Metallfassade vorsieht.
Fertigstellung würde deutlich länger auf sich warten lassen
Die Investitions- und Unterhaltskosten für die ersten 35 Jahre werden bei dieser Variante auf 10,2 Millionen Euro geschätzt – eine Einsparung in Höhe von rund sieben Millionen Euro gegenüber der bisherigen Planung. Die Fertigstellung der Wache könnte sich dann jedoch um acht bis zehn Monate verzögern.
„Festzuhalten ist, dass Verzögerungen ein hohes und aktuell auch nicht kalkulierbares Kostenrisiko für die Baukosten aber auch für die Unterhaltskosten der alten Feuerwache bedeuten und auch den nun seit Jahren andauernden unbefriedigenden baulichen Zustand an der Rheinstraße verlängern“, betont die Verwaltung.
Die Feuerwehr teilt mit, dass man das Einsparpotenzial „durchaus positiv“ sehe, jedoch sei „die Verzögerung der Fertigstellung eher kritisch zu betrachten“. So mangele es am derzeitigen Standort an Stellplätzen für die vorhandenen Fahrzeuge, die teils im Freien geparkt und der Witterung ausgesetzt würden. Auch sei die Unterbringung des Personals der Freiwilligen Feuerwehr und der hauptamtlichen Einsatzkräfte sowohl in Form der Sozialräume als auch Büroräume ist nicht ausreichend vorhanden.
„Je nach Dauer bis zur Fertigstellung des Neubaus, ist es unumgänglich zu den bereits aufgestellten Containern weitere aufzustellen. Durch den Verzug können Forderungen sowohl des Brandschutz- als auch Rettungsdienstbedarfsplan nicht umgesetzt werden und verzögern sich weiter“, so die Feuerwehr.
