Weil die Förderung des Vorhabens mit zu großen Schwierigkeiten und Risiken verbunden ist, will die Verwaltung einen Schlussstrich ziehen.
300.000 Euro PlanungskostenAus dem geplanten Bau der Park&Ride-Anlage in Brühl wird nichts

An der Stadtbahnhaltestelle Brühl-Schwadorf entsteht vorerst keine Park&Ride-Anlage.
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Die bislang geplante mehrstöckige Park&Ride-Anlage am Schwadorfer Halt der Stadtbahnlinie 18 wird nicht gebaut. Die Spitzen des gerade geschlossenen schwarz-roten Mehrheitsbündnisses im Rat signalisierten Zustimmung zu einer entsprechenden Vorlage der Verwaltung für den Ausschuss für Verkehr und Mobilität am Dienstag (14. April). Sämtliche Projektaktivitäten werden demnach eingestellt.
Vor rund zwei Jahren hatte die Politik noch die Verwaltung damit beauftragt, die Genehmigungsplanung zu erstellen und sich um Fördergelder zu bemühen. Letzteres erwies sich als schwierig. Die ursprünglich beantragte Förderung als Kooperationsvorhaben mit drei weiteren Kommunen scheiterte, eine Förderung der Anlage über das Rheinische Revier erwies sich als schwierig, weil unter Zeitdruck einige Probleme zu lösen gewesen wären.
Viele Schwierigkeiten und Risiken lassen Verwaltung umdenken
Dazu zählten das schmale, nicht optimal geschnittenen Grundstück, ein nötiger Umbau der Landesstraße 183, der mangels eines Kanalanschlusses nötige Bau von Versickerungsanlagen und die Schaffung einer Brücke zwischen Bahnsteig und Parkhaus.
„Hervorzuheben ist die Auflage des Fördergebers, zwei Jahre nach Inbetriebnahme einen Auslastungsnachweis der P&R-Anlage vorzulegen. Falls die Auslastung nicht ausreichend hoch ist, müssten anteilig Fördermittel zurückgezahlt werden“, weist die Verwaltung auf ein weiteres Detail hin. Zwar hält man das Risiko für begrenzt, doch „die haushalterischen Auswirkungen einer möglichen Fördermittelrückzahlung wären angesichts der aktuellen Finanzprognose für die nächsten Jahre zu schwerwiegend“. Die Stadt rechnete zuletzt mit 8,1 Millionen für den Bau, der städtische Anteil hätte bei rund 900.000 Euro gelegen.
SPD-Fraktionschef Bernhard Schumacher sagt: „Die Parkpalette war damals angesichts der umfangreichen Förderung zum Verlieben. Aber diese Förderung ist geplatzt. Zudem hätte man keinen vollends barrierefreien Bau hinbekommen.“ Nun gelte es, einen neuen Standort zu suchen. Das will auch Holger Köllejan, CDU-Fraktionsvorsitzender, veranlassen. „Wir haben immer etwas mit dem geplanten Betonklotz an dieser Stelle gefremdelt. Die geplanten 150 Parkplätze waren angesichts mehrerer Tausend Pendler nach Köln und Bonn ohnehin eine überschaubare Größe.“
Cornelia Richter, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, erklärte, sie könne das Aus für die P&R-Anlage nachvollziehen, gleichwohl benötige man langfristig Alternativen. Die Verwaltung will nun möglicherweise den Bau eines ebenerdigen und kleineren Parkplatzes in den Blick nehmen. Die rund 300.000 Euro, die bereits für die Planung der P&R-Anlage in Schwadorf ausgegeben wurden, sind derweil verloren.
