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KVB startet DigitaloffensiveDer Fahrschein hat keine Zukunft mehr

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Der langsame Abschied vom Papierticket: KVB-Chef Marcel Winter und Bereichsleiterin Anja Höhn stellen auf dem Neumarkt die Digitaloffensive für eezy.NRW vor.

Der langsame Abschied vom Papierticket: KVB-Chef Marcel Winter und Bereichsleiterin Anja Höhn stellen auf dem Neumarkt die Digitaloffensive für eezy.NRW vor.

Das Digitalticket eezy.NRW gibt es ab sofort auch in der KVB-App. Zu Beginn der Sommerferien sollen auch mehrere Personen und Fahrräder auf der Digitalplattform gebucht werden können.

Schluss mit den Papier-Fahrscheinen: Die KVB nutzt den Start des neuen Rheinland-Tarifs für den Großraum Köln und Aachen am kommenden Montag, um Menschen, die nur gelegentlich auf Bahn und Bus umsteigen, den digitalen Tarif eezy.NRW schmackhaft zu machen.

„Das ist die beste Alternative für alle, die sich im Tarifdschungel nicht zurechtfinden und an den Automaten scheitern“, sagte KVB-Chef Marcel Winter am Donnerstag bei der Vorstellung einer Stadtbahn und eines Elektrobusses im eezy.NRW-Design auf dem Neumarkt.

Einzelfahrten in Köln kosten ab Montag 20 Cent mehr

Beim Rheinland-Tarif, der ab Montag für Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und den Aachener Verkehrsverbund (AVV) gilt, wird es nur noch drei Preisstufen geben. Der Einzelfahrschein in der Preisstufe 1b für das Kölner Stadtgebiet erhöht sich um 20 Cent auf 3,80 Euro.

Zeitgleich wird die KVB-App um eine Funktion erweitert. Ab Montag können dort auch Fahrten mit dem Digitalticket eezy.NRW gebucht werden. Das war bisher nur mit der VRS-App möglich. Bis Ende Juli soll die KVB-App so erweitert werden, dass auch die Mitnahme von Kindern, bis zu vier Erwachsenen und Fahrrädern möglich ist.

„Wenn einer die App auf dem Handy hat, reicht das dann aus, um auch als Gruppe zu reisen“, so Winter. „So kann man jemanden einladen, die Fahrt bezahlen und gemeinsam das Auto auch mal stehen lassen. Für uns ist sehr wichtig, dass wir Menschen in Bahn und Bus bekommen, die sich damit noch nicht auseinandergesetzt haben.“

Dreifache Bestpreisgarantie fürs Digitalticket

Nach einer langen Anlaufphase wird das Digitalticket, das Teil des Bartarifs ist, immer beliebter. Sein Anteil könnte bis Ende 2026 auf 15 Prozent steigen. „Wer einmal eezy.NRW genutzt hat, kauft keine Tickets mehr am Automaten“, so Winter. „Seit wir eine dreifache Bestpreisgarantie eingeführt haben, geht es aufwärts.“

Und das garantiert die KVB: Jede Fahrt kostet maximal so viel wie ein Einzelticket (2. Klasse) in der entsprechenden Preisstufe. Für alle Fahrten innerhalb von 24 Stunden werden zusammen maximal 27,80 Euro berechnet. Pro Kalendermonat sind alle Fahrten nicht teurer als das Deutschlandticket mit aktuell 63 Euro.

„Wer die App auf seinem Smartphone einrichten möchte und sich das allein nicht zutraut, kann das in unseren Kundencentern mit der Unterstützung unserer Mitarbeitenden tun“, so Winter.

1000 Ticketautomaten haben spätestens Ende 2030 ausgedient

Für die KVB ist eezy.NRW ein entscheidender Baustein der Digitaloffensive. Weil 90 Prozent der KVB-Kunden längst mit dem Deutschlandticket oder einer anderen Abo-Karte unterwegs sind, werden an den Automaten immer weniger Papiertickets verkauft. „Wir arbeiten gerade daran, unsere Vertriebsstrategie zu verändern. Das müssen wir tun, weil bei allen 1000 Automaten in unseren Bahnen, Bussen und an den Haltestellen spätestens Ende 2030 die IT-Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist“, so Winter. Ob und wie viele Automaten dann noch erforderlich sind, sei Teil der Prüfung.

Bis dahin müsse man neben eezy.NRW neue Plattformen für Kunden entwickeln, die mit einer Kreditkarte oder einer anderen aufladbaren Karte bargeldlos beim Ein- und Auschecken bezahlen können. Man wolle die Kunden bei der Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs mitnehmen und nicht vor den Kopf stoßen.

„Wir haben eine ausreichend lange Vorlaufzeit. Die wollen wir nutzen. Es muss wie bei eezy.NRW das Ziel sein, dass die Bezahlung mit einer Karte auch perfekt funktioniert, wenn man in Köln ein- und in Bonn oder Düsseldorf wieder auscheckt“, so Winter. „Da wird es sicherlich Zwischenschritte geben. Aber irgendwann muss man sich ja mal auf den Weg machen“, sagte der KVB-Chef.