Nur der Start der Sommerferien entlastet derzeit den Verkehr im Kölner Süden. Es fehlt an einem Verkehrskonzept und Bussen.
„Situation schon lange unhaltbar“Eltern fordern Schulbusse und besseres Verkehrskonzept im Kölner Süden

Von Rondorf zu den Schulen am Sürther Feld ist ein Umstieg notwendig. Mehr Buseinsätze oder ein Schulbus sind im Kölner Süden gefordert.
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Endlich Sommerferien! Im Kölner Süden bekommt dieser Spruch für viele Betroffene, von Schülern bis Lehrern, Pendlern, Anwohnern, täglichen Leidtragenden, eine andere Bedeutung. Endlich Sommerferien bedeuten sechs Wochen keine Staus, keine gefährlichen Situationen an den Bildungsstandorten, der Gesamtschule Rodenkirchen, der Offenen Schule Köln (OSK), der Emanuel-Schule (EMA), dem Ausweichquartier des Gymnasiums Rondorf, und der Pflegeschule der Diakonie.
„Die Situation ist hier schon lange unhaltbar“, schreiben Yvonne Mohr, Natalie Scherer, Nathalie Timpe und Kerstin Steinbrecher, vom Arbeitskreis Verkehr (OSK und EMA). Das Schreiben richtet sich direkt an den Oberbürgermeister, Torsten Burmester, an die Ratsfraktionen, den Verkehrs- und den Beschwerdeausschuss.
Schulbuslinie und Verkehrskonzept gefordert
Es sind drei Forderungen: eine eigene Schulbuslinie im Kölner Süden. Eine kurzfristige Verbesserung im bestehenden Busverkehr und ein gesamtstrategisches Verkehrskonzept, das der Sorge um die Sicherheit der rund 6.500 Schüler, die dort täglich auf engstem Raum und ohne sichere Radrouten zu ihren Schulen gelangen müssen, Vorrang einräumt.
„Dauerstaus führen regelmäßig zu gefährlichen Verkehrssituationen, Unfällen, Umweltverschmutzung und Stress bei beteiligten Eltern, Schülern und Lehrkräften. Viele Hundert Elterntaxis wären unnötig, wenn es eine Schulbuslinie gäbe. Tausende Anwohner, die rund um diese Schulen täglich im Stau stehen, würden einfacher zur Arbeit und anderen Destinationen gelangen“, schreibt Steinbrecher. Der Anfang Juni verschickte Brief? Bisher unbeantwortet. „Keiner hat sich mit uns in Verbindung gesetzt, sehr, sehr ernüchternd“, sagt Mohr.
Mit ihren Wahrnehmungen stehen die Initiatoren nicht alleine da. Eine zu diesem Thema gestartete Petition hat inzwischen 1470 Unterschriften erreicht. Vorher hatten die Initiatorinnen bereits vergeblich versucht, mit der KVB zu sprechen. Es wurde sogar darüber nachgedacht, einen eigenen Bus zu organisieren, finanziell nicht darstellbar.
Nicht wesentlich besser ist die Bussituation zur St. Georges School in Rondorf. Nach einem Bürgerbegehren mehrerer betroffener Familien aus dem Hahnwald wurde, mit ähnlicher Argumentation, ein Schulbus oder eine Verstärkerlinie gefordert. Die Antwort der Verwaltung: „Der Schülerverkehr in Köln ist in den regulären Linienverkehr integriert, so dass keine gesonderten Schulbusse eingesetzt werden. Bei Bedarf werden ergänzend zum regulären Linienverkehr Zusatzfahrten eingerichtet.“
Es ist die gleiche Antwort, die auch den Bezirkspolitikern mehrfach gegenüber ausgesprochen wurde. Unabhängig von der Petition haben die Lokalpolitiker sich in der vergangenen Legislatur wiederholt um die Verbesserung der Schulwegsituation rund um die Schulen bemüht und entsprechende Beschlüsse gefasst, unter anderem vor fünf Jahren (ergebnislos) die Einrichtung von Schulbussen gefordert. Die Forderung nach einem Verkehrskonzept stand bereits auf der Agenda, da standen die OSK, die EMA und der Erweiterungsbau für die Gesamtschule Rodenkirchen noch nicht, der jetzt als Interim dem Gymnasium Rondorf dient.
Überfüllte Busse, ausgelassene Haltestellen
Ein erneuter Antrag der AfD-Fraktion in der letzten Sitzung des Lokalparlaments für einen Schulbus wurde einstimmig abgelehnt und ersetzt. „Unabhängig davon, wie der Verzicht auf gesonderte Schulbusse bewertet wird, besteht dringender Bedarf, die Verkehrssituation rund um die Schulen an der Sürther Straße erheblich zu entlasten. Dies betrifft insbesondere Schüler aus Hochkirchen, Rondorf, Immendorf und Meschenich. Es wird regelmäßig berichtet, dass Haltestellen nicht angefahren werden und Schüler in bereits überfüllte Busse nicht einsteigen können“, heißt es in der Begründung (Grüne/SPD). Der Schulweg aus den genannten Ortsteilen sei mit langen Fahrtzeiten und Umstiegen verbunden. Gefordert wird eine verstärkte Bus-Taktung auf den Buslinien 135, 131 und 130, zu Schulbeginn und Schulende. Außerdem soll die Linienführung der 135 überprüft werden, um die Erreichbarkeit der schulentfernteren Orte zu verbessern.
Die Petition ist bis Ende Juli online:www.openpetition.de/petition/online/unterschriftenaktion-fuer-ein-schulbus-shuttle-im-koelner-sueden
