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Neuer VerkehrsverbundRheinland-Tarif kommt – Das ändert sich bei der KVB

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Charakteristische Aufnahmen von Stadtbahnen der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf ihren jeweiligen Strecken. Die Linie 18 in Höhe Sülzburgstraße. Foto: Alexander Schwaiger

Eine KVB-Stadtbahn der Linie 18 fährt auf der Sülzburgstraße Richtung Bonn.

Ab 1. Juni gilt der neue Rheinland-Tarif. Er soll einfacher und übersichtlicher sein.

Es ist alles vorbereitet. Ab 1. Juni gelten für Fahrten mit Bahn und Bus im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und im Aachener Verkehrsverbund (AVV) einheitliche Tickets, also auch bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB). Mit dem neuen einheitlichen Rheinland-Tarif soll alles übersichtlicher und einfacher werden. So lautet zumindest das Versprechen. Eins vorweg: Für alle, die mit dem Deutschlandticket oder mit dem Digitalticket eezy.nrw fahren, ändert sich nichts.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was versprechen sich die beiden Verkehrsverbünde vom Zusammenschluss?

Für Menschen, die nur selten mit Bahn und Bus fahren, soll das Ticketangebot übersichtlicher werden. Es wird neben der Kurzstrecke nur noch drei Preisstufen geben. Bei der Kurzstrecke muss sich keiner umstellen. Sie gilt bei der KVB unverändert für die Start-Haltestelle plus vier weitere Haltestellen. Die Preisstufe 1b gilt weiterhin für das Kölner Stadtgebiet. Gleiches gilt für Aachen und Bonn. Wer das Stadtgebiet verlässt und in die Nachbargemeinde fährt, muss ein Ticket der Preisstufe 2 kaufen. Preisstufe 3 gilt für Fahrten im gesamten Rheinlandnetz.

Was mache ich, wenn ich noch alte Tickets habe?

Bis zum 31. August kann man damit noch fahren – aber dann nach den alten Tarifregeln. Danach können sie noch bis zum 31. Mai 2029 umgetauscht werden.

Das sind die neuen Preisstufen und Fahrpreise des Rheinland-Tarifs ab 1. Juni.

Das sind die neuen Preisstufen und Fahrpreise des Rheinland-Tarifs ab 1. Juni.

Was ist mit den Abo-Tickets? Muss ich mein Abo zur Einführung des Rheinlandtarifs kündigen?

Nein. Beim Deutschlandticket ändert sich eh nichts. Bei allen anderen Abo-Tickets müsste die KVB sich schon gemeldet und eine andere Abo-Lösung angeboten haben. Falls nicht, sollte man sich mit der KVB in Verbindung setzen.

Welche Abo-Tickets fallen bei der KVB ab 1. Juni weg?

Das Aktiv-60-Ticket für Menschen über 60 Jahre, das Formel-9-Ticket für Fahrten ab neun Uhr, das Azubi-Ticket und das Starter-Ticket für Schülerinnen und Schüler, deren Schule kein Schüler-Ticket anbietet. Davon gab es zuletzt nur noch einziges. Von dem gesamten Sortiment wurden im März im gesamten VRS-Gebiet nicht einmal mehr 3000 Abos verkauft. Zum Vergleich: Mit dem Deutschland-Ticket sind im gesamten Rheinland jeden Monat eine Million Fahrgäste unterwegs.

Gibt es für KVB-Kunden über 60 Jahre eine Alternative?

Ja. Es gibt ein Monatsticket, das beispielsweis für Fahrten im Kölner Stadtgebiet 100 Euro kostet. Es ist im Einzelkauf oder als Abo erhältlich. Werktags ab 19 Uhr, an den Wochenenden und Feiertagen können ein Erwachsener und bis zu drei Kinder kostenlos mitfahren. Das Ticket ist immer übertragbar. Auch an Personen, die unter 60 sind. Die Mitnahmeregelung gilt immer und Preise unterscheiden sich nicht. Egal, ob man es für einen Monat oder im Abo kauft. Bei Monatstickets ist grundsätzlich der Kalendermonat gemeint.

Welche Regeln bleiben?

Kinder unter sechs Jahren fahren umsonst, Kinder unter sieben auch, wenn sie noch nicht zur Schule gehen. Kinder von sechs bis 14 Jahren fahren mit ermäßigten Einzeltickets. Auch an der Mitnahme von Fahrrädern ändert sich nichts.

Was gibt es noch für Neuheiten?

Neu ist das 24-Stunden-Fahrradticket für das gesamte Rheinlandnetz. Es kostet 4,50 Euro für beliebig viele Fahrten. Alternativ kann auch ein Fahrradticket über eezy.nrw gebucht werden zum Preis von 3,00 Euro je Fahrt. Ab 1. August gibt es auch ein neues Schülerticket für das gesamte Rheinlandnetz.

Beim Schülerticket hat die Stadt Köln doch eine Änderung herbeigeführt, oder?

Ab 1. August gibt es auch ein neues Schülerticket für das gesamte Rheinlandnetz. Es wird von der Stadt Köln bezuschusst, kostet 30,20 Euro pro Monat und ersetzt das Deutschlandticket Schule, das bundesweit gültig war und 43 Euro kostet. Wer nicht wechseln möchte, muss es kündigen. Für weiterführende Schulen in Köln steht das Deutschlandticket Schule ab 1. August nicht mehr zur Verfügung.

Was ist mit den Fahrpreisen? Bleiben sie beim Rheinlandtarif stabil?

Nein. Zum 1. Januar hat der VRS die Preise um 1,9 Prozent erhöht. Im Durchschnitt werden die Preise im Jahr 2026 um 4,4 Prozent steigen. Zum Vergleich: Am 1. Januar stiegen die Preise beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) um 4,9 Prozent, In Hamburg um 5,4 und im Großraum Frankfurt beim Rhein-Main-Verkehrsverbund um 4,8 Prozent. Beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg waren es sechs Prozent sein.