Die Oberbergische Verkehrsgesellschaft hat eine Werbeoffensive für die App „eezy.nrw“ gestartet. Tatsächlich könnten Kunden damit sparen.
WerbekampagneDie Tage des Papier-Fahrscheins in Oberbergs Bussen scheinen gezählt

Beim Ein- und Aussteigen reicht jeweils ein Knopfdruck, mittels GPS errechnet die App die zurückgelegte Strecke und den Fahrpreis.
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Im Zusammenhang mit dem „Oberberg-Tarif“, bei dem der Kreis ab dem 1. Juni Kurzstreckenfahrten mit dem Bus bezuschussen wird, hatte die Politik der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft (Ovag) im März aufgegeben, bei ihrer Kundschaft intensiv für die Nutzung der App „eezy.nrw“ zu werben. Wie berichtet, ist die Subventionierung auf zunächst ein Jahr befristet, kostet die Kreiskasse 320.000 Euro und ist vor allem deshalb nötig, um enorme Preissteigerungen auf der Kurzstrecke abzufedern.
Oberberger wählen bislang lieber die Papier-Fahrkarte
Auf genau diesen Routen würde „eezy.nrw“ bereits heute erhebliches Sparpotenzial bieten, das hatten Kreisverwaltung und Ovag zuletzt immer wieder betont – die Oberbergerinnen und Oberberger kaufen ihren Fahrschein allerdings weiterhin am liebsten in Papierform beim Busfahrer statt online über eine App, verglichen mit den Fahrgästen im übrigen Rheinland ist der Anteil der App-Nutzer hierzulande weit unterdurchschnittlich.
Von Waldbröl nach Gummersbach fast die Hälfte gespart
In dieser Woche hat die Ovag nun den nächsten Anlauf gestartet, um den Oberbergern die App schmackhaft zu machen. Dabei hat das Unternehmen auch einige Rechenbeispiele veröffentlicht: So zahlt man für die Fahrt von Derschlag nach Bergneustadt per App 2,52 Euro, für das klassische Einzelticket dagegen 3,90 Euro. Von Waldbröl nach Gummersbach werden 6,02 Euro (statt 10,50 Euro) fällig und von Wipperfürth nach Remscheid kommt man für 5,29 Euro (statt 6,80 Euro).
Für Fahrgäste bedeutet das: keine Ticketwahl vor der Fahrt und keine Tarifkenntnisse erforderlich.
Der Fahrpreis wird über die App automatisch berechnet – auf Basis eines Grundpreises und der zurückgelegten Luftlinienkilometer zwischen Start und Ziel. „Für Fahrgäste bedeutet das: keine Ticketwahl vor der Fahrt und keine Tarifkenntnisse erforderlich“, betont die Ovag. Bezahlt wird letztlich zum Beispiel per Lastschrift über das in der App hinterlegte Konto. Und: Die Kosten sind pro Monat auf 63 Euro gedeckelt, egal, wie viele Fahrten man unternimmt – jener Betrag entspricht nämlich dem aktuellen Preis des Deutschlandtickets. Zudem weist die Ovag in einer Mitteilung von dieser Woche darauf hin, dass der elektronische Tarif „eezy.nrw“ ab sofort mit der Ovag-App verknüpft und damit direkt in dieser nutzbar ist.
Wer die App trotzdem weiter ablehnt, muss wissen, dass das Busfahren für ihn langfristig deutlich teurer werden wird. Die Mehrheit im Kreistag hatte schon vor Ostern klargemacht, dass sie nicht gewillt ist, Busfahrpreise auf längere Sicht mit öffentlichem Geld zu subventionieren, wenn die Kundschaft die vonseiten der Verkehrsunternehmen angebotenen Sparmöglichkeiten ungenutzt lässt.
Ausführliche Informationen zum Download, zur Registrierung, zu Preisen und zur Funktionsweise von „eezy.nrw“ gibt es im Internet. www.eezy.nrw
