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„Wir brauchen diese Wache“So soll Bergisch Gladbachs Feuerwache der Zukunft aussehen

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Eine Visualisierung zeigt die geplante Wache zwischen Frankenforster Straße, Refrather Weg und Autobahn 4.

So soll die neue Feuer- und Rettungswache aussehen, die zwischen Frankenforster Straße (vorne), Refrather Weg (links) und Autobahn 4 (im Hintergrund) geplant wird.

Erstmals wurden detaillierte Entwürfe für die neue Feuer- und Rettungswache in Frankenforst bei einer Infoveranstaltung gezeigt.

Die Pläne für die neue Feuer- und Rettungswache Süd im Frankenforst werden konkreter – und erstmals konnten die Bürgerinnen und Bürger jetzt detaillierte Entwürfe des Gebäudes sehen. Bei der mittlerweile dritten Informationsveranstaltung zu diesem Thema im Feuerwehrhaus Refrath stellte die Stadt Bergisch Gladbach gemeinsam mit Architekten, Feuerwehrführung und dem beauftragten Generalplaner den aktuellen Stand des Projekts vor.

„Wir brauchen diese Wache“, machte Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) deutlich. „Denn wir müssen die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in dieser Stadt gewährleisten.“ Die Wache sei notwendig, um Brandschutz und Rettungsdienst im Süden der Stadt dauerhaft sicherzustellen und die vorgeschriebenen Hilfsfristen einzuhalten. Rund 25.000 Einsätze pro Jahr zeigten, wie stark Feuerwehr und Rettungsdienst mittlerweile gefordert seien.

In den vergangenen Jahren wurden mehr als 50 Grundstücke geprüft

Die bisherige Wache an der Wipperfürther Straße entspricht seit Jahren nicht mehr den Anforderungen für die Feuerwehr und lässt sich weder erweitern noch an Ort und Stelle adäquat neu errichten. Die neue Wache soll deshalb im Frankenforst entstehen – nahe der dortigen Autobahnauffahrt und mit direkter Anbindung an den Rather Weg. Wie berichtet wurden in den vergangenen Jahren mehr als 50 mögliche Grundstücke geprüft, 23 davon intensiver untersucht. Eine Alternative zum jetzigen Standort gebe es weiterhin nicht, betonte Feuerwehrchef Jörg Köhler. „Die Sorgen und Hinweise aus der Bürgerschaft haben wir ernst genommen und durch umfangreiche Gutachten fachlich bewerten lassen. Die Erkenntnisse sind in die bisherigen Planungen eingeflossen.“

Feuerwehrchef Jörg Köhler, Kämmerer und Feuerschutzdezernent Thore Egger und  Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders stellen die Pläne mit einer Präsentation vor.

Stellten die neuen Pläne vor: (v.l.) Feuerwehrchef Jörg Köhler, Kämmerer und Feuerschutzdezernent Thore Eggert, Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders und (im runden Bild) Projektleiter Jan Rübenstrunk.

Bürgermeister Marcel Kreutz spricht bei der Infoveranstaltung in ein Mikro.

Betonte die Bedeutung der neuen Wache: Bürgermeister Marcel Kreutz

Der von   Jan Rübenstrunk vom Generalplaner Supergelb Architekten GmbH vorgestellte Entwurf sieht einen modernen Gebäudekomplex mit drei gegeneinander versetzten Baukörpern vor. Damit solle die große Anlage optisch aufgelockert werden, zugleich Lärm von der Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge zum Rather Weg und sogar heute zu hörender Lärm von der Verkehrsader abgeschirmt werden. Geplant sind zudem begrünte Dächer, die wie eine Schwammstadt Wasser zurückhalten, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und ein Eisspeicher zur nachhaltigen Energieversorgung. Auch Regenwasser soll komplett auf dem Gelände versickern und nicht in die Kanalisation eingeleitet werden.

Die Fläche der Anlage soll bei rund 7920 Quadratmetern bleiben

Feuerwehrchef Jörg Köhler betonte mehrfach, dass die Wache möglichst kompakt gebaut werde. Die ursprünglich diskutierten Werkstätten seien bereits aus Platzgründen gestrichen worden. Das in den Plänen vorgesehene Baufenster ist gegenüber ersten Entwürfen nochmals verkleinert worden. Die Fläche der Anlage solle bei rund 7920 Quadratmetern bleiben, so Köhler.

Der Gebäudekomplex der neuen Feuer- und Rettungswache ist gestaffelt und verdichtet.

Gestaffelt und verdichtet ist der Gebäudekomplex der neuen Feuer- und Rettungswache Frankenforst. Die Ausfahrt erfolgt zum Rather Weg (links).

Neben einem zwischen den Gebäuderiegeln liegenden Hof samt Übungsturm erhält der Gebäudekomplex eine Metallfassade. Nachhaltig wolle man für die nächsten 100 Jahre bauen, so die Verantwortlichen. Dazu würden teilweise auch vertikale Flächen begrünt, erläuterte Planer Rübenstrunk.

Die Alarmausfahrten sollen in Richtung Rather Weg erfolgen

Mehrere Fragen von Bürgerinnen und Bürgern galten den Themen Waldverlust, Lärm und Verkehr. Die Stadt kündigte an, für gefällte Bäume wie in solchen Fällen vorgesehen umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu leisten. Gleichzeitig sollen möglichst viele Bestandsbäume erhalten bleiben.

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Auch die Sorge vor zusätzlichem Sirenenlärm griff die Feuerwehr auf. Die Alarmausfahrten sollen in Richtung Rather Weg erfolgen, die Fahrzeuge dann nach dem Einsatz über die näher am Wohngebiet liegende Frankenforster Straße in die Wache zurückkehren. Allerdings sollen die Fahrzeuge auch auf dem Weg in den Einsatz auf Martinshorn verzichten. Eine spezielle Ampel-Vorrangschaltung, die auch auf die weiteren Ampelkreuzungen in der Umgebung der Wache, etwa entlang der Frankenforster Straße in Richtung Bensberg ausgeweitet werde, werde das ermöglichen, so Feuerwehrchef Köhler.

Anwohner äußerten Bedenken wegen zusätzlicher Verkehrsbelastung

Die übrigen Verkehrsteilnehmer erhalten dann Rotlicht und die Einsatzfahrzeuge können ohne Tatütata passieren. In welche Richtung die Strecke für die Fahrzeuge „freigeschaltet“ wird, stellen die Verantwortlichen vor dem Ausrücken an der Anlage ein. So soll auch die Verkehrsstörung an der großen Kreuzung von Frankenforster Straße, Rather Weg und Brüderstraße so gering wie möglich gehalten werden.

Eine Visualisierung zeigt das Gelände des Baufelds.

Das Baufeld auf dem Gelände zwischen Frankenforster Straße (o.), A4-Auffahrt (l.) und Rather Weg wurde gegenüber ersten Plänen noch verkleinert.

Mehrere Anwohner äußerten dennoch Bedenken wegen zusätzlicher Verkehrsbelastung und der Baustellenlogistik auf dem Eckgrundstück. Die Planer sicherten zu, dass gerade deshalb zunächst die Fläche vor der späteren Ausfahrt hergerichtet   , um sie unter anderem für Baufahrzeuge und Material nutzen zu können. Positiv überrascht zeigte sich eine direkte Nachbarin: „Es sieht weniger schlimm aus als gedacht“, sagte eine Bürgerin während der Diskussion.

Die Stadt will den Flächennutzungsplan

Die Stadt will nun zunächst den Flächennutzungsplan ändern und anschließend den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Im Herbst sollen die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden. Dann können Bürger erneut Stellungnahmen abgeben. Wenn alles planmäßig läuft, könnten die weiteren Planungen 2027 abgeschlossen werden, die neue Wache nach 2031 bezogen werden (siehe „So geht’s weiter“).

Als Generalplaner wurde eine Planungsgemeinschaft aus Supergelb Architekten GmbH aus Köln, der Bohne Ingenieure GmbH aus Siegen sowie der HIG Ingenieurgesellschaft mbH aus Köln beauftragt. Federführend wird die Planungsgemeinschaft durch Supergelb Architekten vertreten. Die beteiligten Büros verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Planung und dem Bau von Feuer- und Rettungswachen sowie komplexer Infrastrukturprojekt. Zu den Referenzprojekten zählen unter anderem das Technikzentrum der Feuerwehr Dortmund, die Hauptfeuer- und Rettungswache der Feuerwehr Leverkusen und der Umbau der Hauptfeuer- und Rettungswache der Feuerwehr Köln.