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Höhe EifeltorNeue Schrankenanlage auf A4 geht in Betrieb

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16.07.2026, Köln: Die neu errichtete Lkw-Schrankenanlage auf der A4 in Höhe der Anschlussstelle Eifeltor wird am heutigen Donnerstag um 18 Uhr freigegeben. Bei einer Vorab-Besichtigung zeigt die Autobahn GmbH die neue Einrichtung.  Foto: Arton Krasniqi

Die neu errichtete Lkw-Schrankenanlage auf der A4 in Höhe der Anschlussstelle Eifeltor.

Die neue Anlage wurde in nur sechs Tagen errichtet. Sie soll den Lkw-Verkehr regeln und Verkehrschaos vermindern.

Hinter dem Steuer seines mit 44,4 Tonnen völlig überladenen Sattelzugs auf der A4, rund 500 Meter vor der Ausfahrt Klettenberg, bekommt Testfahrer Boris nichts mit von dem Alarm, den seine Falschfahrt im Bau-Container zwischen den Fahrbahnen auslöst. Zwei Warnungen hat Boris schon ignoriert. Ein 44-Tonner hat auf der mittleren Fahrspur nichts verloren. Und schneller als Tempo 60 war er auch unterwegs und landete vor der geschlossenen Schranke der neuen Sperranlage.

„Gewicht, Zahl der Achsen und Geschwindigkeit haben wir alles vollautomatisch registriert und im Computer erfasst“, sagt der Projektleiter der Autobahn GmbH. „Jetzt leiten wir ihn auf die rechte Spur und dann in Klettenberg runter von der Autobahn. Wenn sich der Fahrer einsichtig zeigt, ist die Schranke nach sieben Sekunden wieder geöffnet. Falls er stur bleibt, wird die Polizei gerufen. Das wäre der schlimmste Fall, weil der Lkw dann die A4 über längere Zeit blockiert. Aber wir können ihn auf dem Tablet alle Fehler direkt nachweisen. Das müsste Wirkung zeigen.“

Vor der Inbetriebnahme waren am Donnerstag alle vor Ort, die im Rettungsfall bei Unfällen auf den schmalen Spuren eingreifen und im Ernstfall Leben retten müssen: Polizei, Feuerwehr, Notärzte und Bergungsfirmen mit schweren Kränen. „Wir haben alle Szenarien durchgespielt. Wir sind gut vorbereitet.“

Neue Sperranlage in sechs Tagen errichtet

Die neue Sperranlage auf der A4, die am Donnerstagabend gegen 18 Uhr scharf gestellt werden sollte, wurde in Rekordzeit errichtet. Sechs Tage sind selbst für ein erfahrenes Unternehmen wie „Traffic Lines“, das seit 2015 überall in Deutschland versucht, den Schwerverkehr so dosiert über marode Brücken zu führen, dass sie noch möglichst lange durchhalten, kein Vergnügen.

„Wir waren teilweise mit 70 Fachkräften vor Ort“, sagt der ehemalige Geschäftsführer Jan Cernota, der sich jetzt ums internationale Geschäft kümmert. Schierstein, Leverkusen, die Moseltalbrücke bei Koblenz, die A40 in Duisburg-Neuenkamp und das halbe Ruhrgebiet stehen auf der Referenzliste von Traffic Lines. Ab sofort auch Eifeltor. Das Motto des Unternehmens: „Gewichte sind unsichtbar. Schäden sind sichtbar. Auswirkungen sind spürbar. Der Rest ist unbezahlbar.“

Die Schrankenanlage soll technisch sicherstellen, dass die Gewichtsbeschränkungen auf allen drei Fahrspuren eingehalten werden. Die beiden linken dürfen weiterhin nur von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen genutzt werden. Der rechte Fahrstreifen ist seit Donnerstagabend auch wieder für Lkw bis zu 44 Tonnen freigegeben. Alles, was über 44 Tonnen wiegt, muss die Autobahn an der Ausfahrt Klettenberg verlassen und die Umleitung bis Köln-Eifeltor über die Luxemburger Straße und den Militärring nutzen.

A4 seit April für Schwerverkehr gesperrt

Die Auffahrt Klettenberg auf die A4 in Richtung Olpe wird für Lastwagen über 44 Tonnen gesperrt. Weil in der Auffahrt noch eine Wendemöglichkeit für Lkw eingerichtet werden muss, deren Fahrer die Sperrschilder übersehen oder ignorieren, bleibt sie deshalb noch bis einschließlich Samstag, 1. August, komplett zu.

Seit dem 30. April war die A4 Richtung Olpe bereits für den genehmigungspflichtigen Schwerverkehr gesperrt. Am 10. Juni sah sich die Autobahn GmbH gezwungen, ein Verbot für den gesamten Schwerverkehr über 7,5 Tonnen zu verhängen, um die marode Brücke Köln-Eifeltor in Richtung Olpe vor weiteren Schäden zu schützen. Gefruchtet hat das nur zum Teil. Immer noch fuhren weiter viel zu schwere Lastwagen in zu geringem Abstand über das Bauwerk.

Die Stadt Köln, die für die Kontrollen verantwortlich ist, hat zwischen 11. Juni und 10. Juli, an dem der Autobahnabschnitt wegen des Einbaus der Sperranlage gesperrt wurde, 26.389 Verstöße festgestellt, die alle mit Bußgeldern geahndet werden.