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Kreuz West und KlettenbergVier Schranken sollen Lkw-Chaos auf der A4 am Eifeltor lösen

4 min

Lastwagen stauen sich nach der Abfahrt von der A4 in Klettenberg auf der Luxemburger Straße.

Zwischen den Auf- und Ausfahrten Köln-West und Klettenberg sollen auf allen drei Fahrstreifen Schranken installiert werden.

Die geplante Schrankenanlage zur Regelung des Lkw-Verkehrs auf der Autobahn 4 in Fahrtrichtung Olpe soll laut Autobahn GmbH Rheinland ab Mitte Juli stehen.

Sie muss eingebaut werden, weil sich viele Lkw-Fahrer weder an die Gewichtsbeschränkungen auf 7,5 Tonnen noch an den vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern halten, der notwendig ist, um die marode Brücke in Höhe des Container-Bahnhofs Eifeltor zu entlasten. Deren ältester Teil stammt aus dem Jahr 1956. Die Brücke soll nach den bisherigen Planungen 2028 durch einen Neubau ersetzt werden.

Zwischen den Auf- und Ausfahrten Köln-West und Klettenberg sollen auf allen drei Fahrstreifen Schranken installiert werden. Sie sind mit Mess- und Kontrollsystemen ausgestattet, die sowohl das Gewicht als auch den Abstand kontrollieren. Auf den beiden linken Spuren werden sie sich automatisch schließen, wenn Fahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen passieren wollen. Sie werden von dort auf die rechte Spur geleitet, die für alle Fahrzeuge bis 44 Tonnen zugelassen ist.

Die altersschwache Autobahnbrücke Eifeltor muss vor zu viel Lkw-Verkehr geschützt werden.

Die altersschwache Autobahnbrücke Eifeltor muss vor zu viel Lkw-Verkehr geschützt werden.

Der Schwerlastverkehr über 44 Tonnen muss die Autobahn an der Ausfahrt Klettenberg verlassen und über die Luxemburger Straße und den Militärring bis zur Auffahrt Eifeltor fahren.

Zur Überwachung und konsequenten Durchsetzung des Fahrverbots sind sogenannte Silhouetten-Blitzer im Einsatz. Dieses System erkennt verbotswidrig fahrende Fahrzeuge automatisch und ermöglicht die Ahndung entsprechender Verstöße. Ziel ist es, die Einhaltung des Fahrverbots nachhaltig sicherzustellen und die Belastung des Bauwerks zu reduzieren. Für die Kontrollen sind die Autobahnpolizei und die Ordnungsbehörden der Stadt Köln zuständig. Der Güterbahnhof Eifeltor ist weiterhin über Ausfahrt Klettenberg erreichbar.

Damit kein Lkw über 44 Tonnen über die Auffahrt Klettenberg auf die Autobahn gelangen kann, ist dort eine weitere Schrankenanlage geplant. Wo sie genau eingerichtet wird, ist Teil der Planung. Weil es in der Auffahrt keine Wendemöglichkeit gibt, muss sie im Vorfeld eingerichtet werden.

Vorbild für Klettenberg: Autos fahren im Juni 2016 in Leverkusen durch eine Schrankenanlage.

Vorbild für Klettenberg: Autos fahren im Juni 2016 in Leverkusen durch eine Schrankenanlage.

Die Zahl der Verkehrsverstöße dürfte die 10.000er Marke bereits deutlich überschritten haben. Einschließlich des vergangenen Sonntags waren es seit Beginn der Sperrung am 11. Juni mehr als 8500. An jedem Werktag kommen rund 1300 hinzu. Trotz des Fahrverbots sind auch sonntags immer auch mehr als 200 Lkw unterwegs, deren Fahrer das Verbot ignorieren. Die Stadt Köln veröffentlicht die Zahlen nur einmal wöchentlich.

Der Mindestabstand ist das Problem

Neben der Gewichtsbeschränkung ist vor allem das Nichteinhalten des Mindestabstands von 50 Metern ein Problem, weil die Belastung für die Eifeltor-Brücke zum Teil deutlich überschritten wird, wenn ein Schwerlaster und weitere Lkw zu dicht hintereinanderfahren.

Durch die Fahrbeschränkungen auf der A4 dürfte sich die Stauproblematik rund um das Autobahnkreuz Köln-West vor allem in Fahrtrichtung Olpe deutlich verschärfen, weil der komplette Lkw-Verkehr ab 3,5 Tonnen über die rechte Fahrspur abgewickelt werden muss.

Wenn das System funktioniert, müsste sich der Verkehr auf der aktuellen Lkw-Umleitung über den Militärring und die Luxemburger Straße deutlich verringern, weil die nur noch von schweren Lkw ab 44 Tonnen genutzt werden muss.

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) fordert von der Autobahn GmbH ein großräumiges Umleitungskonzept, um möglichst viel Lkw-Verkehr von den Bundes- und kommunalen Straßen fernzuhalten. Ein vergleichbares Schrankensystem in deutlich größerer Form war zuletzt bei der Leverkusener Rheinbrücke im Einsatz. Die Brücke war bis zur Fertigstellung des ersten Neubauteils vom 30. November 2012 bis zum 4. Februar 2024 für den Lkw-Verkehr über 3,5 Tonnen gesperrt. Die Schranken kamen ab Mitte 2016 zum Einsatz, weil das Fahrverbot immer wieder missachtet wurde.

Seit dem Totalausfall der Bonner Nordbrücke vor zwei Wochen hat sich die Stauzeit zwischen dem Kreuz Köln-Süd und dem Dreieck Heumar (Rodenkirchener Brücke) laut Verkehrsdatenbank des ADAC in der Summe beider Richtungen um knapp 35 Prozent von 78 auf 105 Stunden erhöht. Dazu hat der ADAC die Staudauer der vergangenen Woche (15. bis 21. Juni) mit den Zahlen aus der Woche vor der Sperrung (4. bis 10. Mai) verglichen.