Schrankenanlage vor der maroden Brücke soll vier Wochen früher in Betrieb gehen – wahrscheinlich schon Mitte Juli. Polizei holt Verkehrsgutachten zum tödlichen Unfall vom Montag ein.
Lkw-Fahrverbot auf der A4Stadt registriert 3771 Verstöße in fünf Tagen

Stau auf der A4 zwischen dem Kreuz Köln-West und der Ausfahrt Klettenberg in Fahrtrichtung Süden
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Das Fahrverbot für Lkw mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen auf der A 4 in Richtung Olpe vor der baufälligen Brücke in Höhe des Containerbahnhofs Eifeltor wird grob missachtet.
Bei der Kontrolle der Gewichtsbeschränkung hat die Stadt Köln vom Donnerstag, 11. Juni, 13.08 Uhr, bis Dienstag, 16. Juni, 23.59 Uhr insgesamt 3771 Verstöße festgestellt. In sechs Tagen. Selbst am Sonntag, an dem Lkw nur mit Ausnahmegenehmigung fahren dürfen, haben sich 239 Fahrer mit zu schweren Lkw über die Brücke bewegt. Besonders schlimm ist die Lage im Berufsverkehr am Morgen und späten Nachmittag.
Die Stadt kontrolliert das Gewicht ausschließlich auf der für Lkw vorgesehenen rechten Fahrbahn Richtung Olpe. Das Tempolimit von 60 vor und auf der Brücke wird auf allen Fahrbahnen zusätzlich überwacht.

Alltag auf der Luxemburger Straße: Die Lkw-Wand kommt nur im Schritttempo voran.
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Die von der Autobahn GmbH Rheinland geplante Schrankenanlage auf der rechten Fahrbahn Richtung Olpe, durch die überladende Fahrzeuge bei der Ausfahrt Klettenberg gezwungen werden, die A4 zu verlassen und über die Luxemburger Straße und den Militärring bis Eifeltor zu fahren, wird noch im Juli in Betrieb gehen, vier Wochen früher als bisher geplant. Wenn das System arbeitet, soll die Brücke auf dem rechten Fahrstreifen wieder für Fahrzeuge bis maximal 44 Tonnen freigegeben werden.
Noch ist der genaue Hergang des schweren Unfalls nicht geklärt, bei dem am vergangenen Montag gegen 19.10 Uhr kurz vor dieser Ausfahrt eine 22-jährige Bonnerin in ihrem Pkw unter einen stehenden Lkw geschoben und getötet wurde. Ein Sachverständiger wird im Auftrag der Polizei ein Gutachten erstellen. „Wir können bisher nur sagen, dass der Unfall am Stauende passierte“, sagte ein Polizeisprecher. Der Autotransporter sei nahezu ungebremst auf den Kleinwagen gekracht.
Schrankenanlage soll früher in Betrieb gehen
An der Unfallstelle gilt ein Tempolimit von 120, Lkw dürfen dort 80 fahren. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 60 setzt erst ein paar Kilometer weiter vor der Eifeltor-Brücke ein.
Selbst wenn der Lkw mit einem Notbremsassistenten ausgerüstet gewesen sein sollte, hätte sich der Unfall kaum verhindern lassen, sagt der renommierte Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung. Systeme älterer Bauart bremsen den Lkw „nur von 80 auf 60 herunter. Das endet bei einem Unfall am Stauende leider oft tödlich“. Überdies habe der Fahrer noch die Möglichkeit einzugreifen. „Da läuft eine Warnkaskade ab, die es ihm ermöglicht, noch eine Vollbremsung zu machen“, so Brockmann.

Bergungsfahrzeuge arbeiten auf einer Unfallstelle auf der Autobahn 4 (Aufnahme mit einer Drohne). Foto: dpa
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Intelligente Abstandsregel-Tempomaten seien aus Sicherheitsgründen nicht vorgeschrieben und würden von den Fahrern gerade auf hochbelasteten Autobahnen gern abgeschaltet. „Technisch ist das kein Problem“, sagt Brockmann. „Auf vollen Autobahnen wird es für Lkw-Fahrer sehr schnell schwierig, weil sich ständig andere Verkehrsteilnehmer, vor allem in den Auffahrten, in die Lücken setzen und den Lkw automatisch auf die neuen Geschwindigkeiten herunterregeln. Ein 40-Tonner, der auf Tempo 60 herunterreguliert wird, braucht seine Zeit, um wieder auf Touren zu kommen.“
Insgesamt hat die Polizei seit April 2025, als die Brücke wegen der Schäden eingeengt und mit einem Tempolimit versehen wurde, zwischen der Rodenkirchener Brücke und dem Kreuz Köln-West in beiden Richtungen 60 Auffahrunfälle mit Personenschäden registriert. Unfälle, bei denen es bei Sachschäden bleibt, werden nicht gesondert aufgeführt.
Die Brücke muss so schnell wie möglich ersetzt werden. Die Versuche, mit einer Fahrspur noch etwas zu retten, machen keinen Sinn
Die Probleme mit der maroden Eifeltor-Brücke auf der A4 und den überlasteten Umleitungsstrecken lassen aus Sicht des Unfallforschers nur eine Lösung zu. „Das Bauwerk muss so schnell wie möglich ersetzt werden“, sagt Brockmann. „Mich erinnert das alles stark an die A100 in Berlin. Das am meisten befahrene Autobahnstück am Kurfürstendamm musste komplett abgerissen werden. Da hat jeder den Untergang des Abendlandes befürchtet. In den ersten Tagen waren auch alle Wohngebiete blockiert. Aber nachdem klar war, dass es die Brücke nicht mehr gibt und man vernünftige Ersatzkonzepte entwickelt hatte, funktioniert das bis heute ziemlich gut.“
Für die Verkehrssicherheit seien eine Vollsperrung und schneller Neubau auf der A4 in jedem Fall besser. „Als Unfallforscher bin ich für klare Lösungen“, sagt Brockmann. „Mit frühzeitigen Umleitungskonzepten am Kreuz Köln-West, die auch klar erkennbar sind. Die Versuche, mit einer Fahrspur noch etwas zu retten, machen keinen Sinn. Diesen Lkw-Stau auf der Luxemburger Straße und dem Militärring kann man keinem langfristig zumuten.“
Bei der Autobahn GmbH Rheinland will man sich zu den Neubauplänen, die derzeit für 2028 vorgesehen sind, nicht äußern. Man sei in intensiven Gesprächen mit der Deutschen Bahn, die erst in zweieinhalb Jahren die Bahntrasse Köln-Bonn sanieren will. Bis dahin, so die bisherige Planung, müsste die Sperranlage auf der A4 bleiben.