Rund 50 Schwertransporte haben in den vergangenen Wochen riesige Windanlagenkomponenten an der Wiehltalbrücke vorbei geschleust. Wegen des erheblichen Aufwands wird das Unternehmen auf weitere Fahrten durchs Wiehltal verzichten.
AutobahnumleitungWindradtransporte durch Bielstein sind erledigt

Der Transport der Turmbauteile und der 75 Meter langen Rotorblätter durch Bielstein war in den Kurven Zentimeterarbeit.
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Am vergangenen Sonntag haben sich die überlangen Schwerlaster ein letztes Mal durchs Wiehltal gequält. Die Transporte von Windkraftanlagenteilen, die die für solche Lkw gesperrte Wiehltalbrücke umgehen mussten, sind vorerst abgeschlossen. Und so bald wird es wohl auch keine mehr geben. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Spezialspedition zu der Auffassung gelangt, dass die Strecke für die Transporte der langen Rotorblätter nicht brauchbar ist. Kosten und Aufwand seien zu groß.
Die Windenergieanlagen haben einen Rotordurchmesser von 150 Metern und eine Nabenhöhe von 169 Metern. Rund 50 Schwertransporte haben in den vergangenen Wochen diverse Anlagenkomponenten (Gondel, Nabe, Turmteile, Flügel) geliefert. Die 75 Meter langen Flügel wurden kurz vor dem Ziel noch auf einen sogenannten Bladelifter umgeladen, der die Blätter durch das anspruchsvolle Gelände in der Region brachte.
Durch Bielstein zurück zur Autobahn
Hintergrund des umständlichen Verfahrens ist die Sperrung der Wiehltalbrücke für Schwerlasttransporter von mehr als 44 Tonnen. Die Spezialtransporte machten stets einen Zwischenhalt auf der Raststätte Aggertal. Danach wurden die mehr als 80 Meter langen Lastzüge mit den Rotorblättern von der Autobahnabfahrt Bielstein durch den Ort zum Wiehler Zubringer und danach wieder zur Gummersbacher Auffahrt zur Autobahn in Richtung Olpe manövriert.
Zum Auftakt war am Fronleichnamsabend Anfang Juni ein 19 Meter langes und 86 Tonnen schweres Maschinenhaus auf einem 48 Meter langen Lkw transportiert worden.
Rückwärts den Forster Berg hinab
Besonders der Transport der langen Rotorflügel erwies sich wegen der großen Kurvenradien als schwierig. Ein Voraustrupp baute jeweils gegen 22 Uhr einige Schilder ab und schuf die Voraussetzungen dafür, dass die lange Ladung überhaupt um die Kurven kommt. Dennoch war es oft Zentimeterarbeit, Bodenunebenheiten erschwerten das Manövrieren zusätzlich.
Den Forster Berg hinunter nach Weiershagen und später zurück zur Autobahn mussten die Lastzüge rückwärts fahrend bewältigen. Erst weit nach Mitternacht fuhren die Lkw wieder auf die A4 auf. Die Schwertransporte haben Elemente für fünf Windenergieanlagen in den Kreis Olpe gebracht, wo die niedersächsische Volkswind GmbH den Windpark Kirchhundem errichtet.
Die Windräder vom Typ Vestas V150 mit jeweils sechs Megawatt Leistung werden nach Inbetriebnahme rund 58 Millionen Kilowattstunden Strom in das Netz der Westnetz GmbH einspeisen, teilt Volkswind mit. „Das reicht, um rein rechnerisch den Strombedarf von etwa 14.500 Vier-Personen-Haushalten zu decken.“
Volkswind baut zurzeit in der Region auch einen Windpark in der Gemeinde Burbach. Wahrscheinlich werden die Schwertransporte für dieses Projekt im Frühherbst eine andere Route nehmen, teilt das Unternehmen mit.
