Im Zusammenhang mit den Sabotageakten an Stromanlagen gibt es am Montag einen Einsatz auch bei Eschweiler.
Polizei Köln sucht ZeugenSprengvorrichtungen gefunden – A4 bei Langerwehe gesperrt

Eschweiler: Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe des RWE-Kraftwerkes Eschweiler an einem Umspannwerk (Archivbild).
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In den vergangenen Tagen gab es in Nordrhein-Westfalen mehrere Polizeieinsätze, die im Zusammenhang mit Anschlägen auf die Energie-Infrastruktur stehen. Nun wurden am Montagnachmittag (7. September) Sprengvorrichtungen neben der Autobahn 4 im Kreis Düren gefunden. Die A4 ist daher in Höhe Langerwehe zwischen Eschweiler-Ost und Langerwehe in beide Richtungen voll gesperrt.
Unter den Stromtrassen an der Autobahn wurden dort die Sprengvorrichtungen angebracht. Der Verkehr wird demnach in Fahrtrichtung Köln ab Eschweiler-Ost abgeleitet. Es staute sich gegen 17 Uhr auf 7 Kilometern Länge in Richtung Köln und 4 Kilometern Länge in Richtung Aachen.
Wie die Polizei Köln mitteilt, hätten die Einsatzkräfte am Montagnachmittag Hinweise zu einer verdächtigen Person im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler erhalten. Inzwischen steht fest, dass nahe der Hochspannungsleitung mehrere Abschussvorrichtungen aufgestellt worden sind, heißt es. Die Polizei hat das Gebiet weiträumig abgesperrt.
Sprengvorrichtungen an A4: Polizei sucht Zeugen
Nun werden Zeugen gesucht. Die Polizei fragt: Wer hat am Montag Beobachtungen, die mit dem Aufstellen von Abschussrampen in Verbindung stehen könnten, gemacht? Wer hat Personen beobachtet und kann diese näher beschreiben? Wer verfügt über Kameraaufnahmen aus dem Bereich, zum Beispiel Wildkameras? Wer hat möglicherweise Fahrzeuge bemerkt und kann Angaben zu Farbe, Modell, Kennzeichen oder Insassen machen? Wer hat Fahrradfahrer im Umfeld gesehen und kann diese beschreiben?
Zeugen werden dringend gebeten, sich telefonisch über die „110“ bei der Polizei oder über das Hinweisportal zu melden.
Sprengvorrichtungen in Eschweiler wurden wohl neu installiert
Der WDR berichtet unter Berufung auf die Polizei, dass der jetzt betroffene Bereich rund um das Braunkohlekraftwerk Weisweiler bereits in der vergangenen Woche abgesucht worden war. Es sei daher davon auszugehen, dass die Abschussvorrichtungen neu aufgestellt wurden. Ob der gesuchte Daniel V. dahinterstecke, sei aber unklar.
Die NRW-Polizei sucht seit Tagen mit Hochdruck nach dem 48-Jährigen aus Gevelsberg. Nach mehreren Anschlägen auf Strom-Infrastruktur in NRW und Brandenburg war ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin ging es auch um technische Details der Sprenvorrichtungen. Eine Razzia am Freitag am Wohnhaus des Verdächtigen war ergebnislos geblieben. Später wurde erfolglos ein zum Wohnwagen umgebauter Lkw in der Nähe des Hambacher Forsts untersucht.
Am Montag gab es dann einen größeren Einsatz zwischen Remscheid und Wuppertal. Dort sei eine verdächtige Person mit einem Rucksack gesichtet worden, sagte ein Polizeisprecher. Auch diese Maßnahme blieb aber ohne Erfolg. Einen größeren Polizeieinsatz gab es ebenfalls an einem Umspannwerk im Kreis Wesel am Niederrhein.
Ob und wie es Daniel V. möglicherweise trotz des Fahndungsdrucks schaffte, erneut in Eschweiler Sprengvorrichtungen anzubringen, ist völlig unklar. (cme, mit dpa)

