Stefanie Dornhegge folgt auf Susann Ulbert-Maur. Dornhegge war seit 2023 stellvertretende Direktorin des Amtsgerichts Brühl.
JustizSie ist die neue Direktorin am Amtsgericht Brühl

Stefanie Dornhegge ist neue Direktorin des Amtsgerichts Brühl.
Copyright: Merle von Mach
Stefanie Dornhegge arbeitet wohl in einem der schönsten Gebäude Brühls: historische Fliesen, alte Treppenläufe und ein Sitzungssaal mit reich bestuckter Decke. Das Verwaltungsgebäude des Amtsgerichts Brühl erinnert fast an ein kleines Palais, doch kann sich Stefanie Dornhegge noch mehr über ihre neue Stelle als Direktorin des Amtsgerichts Brühl freuen, die sie seit Juli diesen Jahres innehat. „Ich bin sehr gerne hier, habe engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und habe ein wunderbares Arbeitsumfeld“, erzählt Dornhegge.
Aufgewachsen ist Dornhegge im Münsterland. Ihr beruflicher Weg führte sie nach ihrem Studium in Münster direkt ins Rheinland, wo sie in Düsseldorf ihr Referendariat absolvierte. Nach Stationen in einer Anwaltskanzlei in Bonn merkte die promovierte Juristin, dass die Arbeit ihr nicht nah genug an den Menschen sei. „Es hat Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, dass etwas fehlte“, sagt sie.
Brühl: Neue Direktorin des Amtsgerichts war Richterin in Bergisch Gladbach
Schließlich wendete sich Dornhegge 2011 der Justiz und dem richterlichen Dienst zu. Einsätze am Landgericht in Köln und Ministerium der Justiz des Landes NRW gehören ebenso zu Dornhegges Vita wie eine Planstelle als Richterin in Bergisch Gladbach, wo sie rund fünf Jahre tätig war.
Ende 2022 war das Amtsgericht Brühl an der Reihe, 2023 wurde Dornhegge dort als stellvertretende Direktorin ihrer Vorgängerin Susann Ulbert-Maur eingesetzt. Als Ulbert-Maur in den Ruhestand trat, wurde sie Direktorin des Brühler Amtsgerichts. „Der Arbeitsalltag als Direktorin ist natürlich anders. Man sollte sich für die Justiz als Ganzes interessieren und über die eigenen Akten hinausschauen“, sagt Dornhegge.
An der Arbeit in der Justiz reize sie die Vielfältigkeit des Berufs. „Es gibt zahlreiche Rechtsgebiete, Verwaltungsaufgaben, die Möglichkeit, als Dozentin oder Prüferin zu arbeiten, und natürlich die Aufgabe der Rechtsprechung. Die Bandbreite ist toll“, schwärmt die Direktorin. Dennoch sehe sie Herausforderungen: „Es ist eine Tatsache, dass die Justiz nicht so ausgestattet ist, wie sie ausgestattet sein sollte.“
Es gäbe zu wenig Personal, die Pensionierungswelle treffe die Arbeit der Justiz ebenso wie die Digitalisierung. „Die Belastung ist hoch. Eigentlich haben viele den Anspruch, den Schreibtisch zum Feierabend leer zu haben, doch das ist einfach nicht zu schaffen“, ergänzt sie.
Was bleibt, ist dennoch die Freude am Beruf: „Es ist sinnstiftend. Unsere Arbeit hat unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen, und es ist schön, wenn man den Bürgeransprüchen gerecht wird“, sagt sie. Gut möglich, dass einige davon auf Dornhegges Schreibtisch liegen, denn dort warten schon die nächsten Akten.
